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Automobilzulieferer Medien: ZF will Wabco kaufen – Bremsenhersteller bestätigt Gespräche

Redakteur: Svenja Gelowicz

ZF-Chef Wolf-Henning Scheider prüft laut einem Medienbericht gerade die Übernahme des amerikanisch-belgischen Bremsenherstellers Wabco, um so ins Bremsengeschäft einzusteigen. Wabco bestätigt die Gespräche.

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ZF hätte mit der Übernahme von Wabco neues, wichtiges Know-how im Unternehmen – und würde deutlich näher zu den Marktführern Bosch und Continental aufrücken.
ZF hätte mit der Übernahme von Wabco neues, wichtiges Know-how im Unternehmen – und würde deutlich näher zu den Marktführern Bosch und Continental aufrücken.
(Bild: ZF)

Automobilzulieferer ZF will ins Bremsengeschäft einsteigen – und sondiert fortlaufend „mögliche sinnvolle Akquisitionen“, wie ein Sprecher gestern dem „Handelsblatt“ mitteilte. Die Wahl fällt auf Wabco, will die Wirtschaftszeitung von einem Insider erfahren haben. „Das Interesse ist groß“, sagte dieser gegenüber dem Medium. Eine Präsentation vor dem Stitftungsrat, dem entscheidenden Gremium der Eigentümerstiftung, soll schon stattgefunden haben.

Mit dem Zukauf, dessen Volumen Experten auf bis zu acht Milliarden Euro schätzten, würde ZF knapp 40 Milliarden Euro umsetzen und dann nahezu Augenhöhe mit den Marktführern Bosch und Continental erreichen, so der Bericht.

Bericht über Übernahme: Wabco bestätigt Gespräche mit Zulieferer ZF

Gegenüber der Nachrichtenagentur „Dpa“ hat Wabco vorbereitende Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit ZF bestätigt. Ob eine Einigung erzielt werde, sei jedoch ungewiss.

An der Wall Street wurde dennoch schon ein wenig vorgefeiert: Der Aktienkurs von Wabco legte kräftig zu und ging am Mittwoch mit einem Plus von gut acht Prozent bei 130,49 US-Dollar aus dem US-Börsenhandel. Zuvor hatten die Gerüchte die Aktie zwischenzeitlich bis auf 138,91 US-Dollar getrieben, dem höchsten Kurs seit knapp zehn Monaten.

Wabco-Übernahme bereits 2017 geplant

ZF und Wabco arbeiten bereits seit einigen Jahren in einigen Teilbereichen zusammen. Beide Zulieferer haben etwa im Sommer 2016 gemeinsam entwickelte Assistenzsysteme für Lkw vorgestellt. Bereits damals gab es Gerüchte zu einer möglichen Übernahme. Anscheinend musste deswegen Ende 2017 der damalige ZF-CEO Stefan Sommer gehen. Auslöser sollen unter anderem die geplante Wabco-Übernahme des heutigen VW-Komponentenchefs gewesen sein.

Mit Material von dpa

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