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Wirtschaft Mercedes-AMG: Neue Sportmodell-Serie

| Autor / Redakteur: Jens Meiners / Thomas Günnel

Mercedes-AMG nimmt die Power zurück, um bei den Stückzahlen Vollgas zu geben: Mit Einführung der AMG-Sportmodelle wird die Edelschmiede aus Affalterbach ihr jährliches Volumen mehr als verdoppeln.

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Mercedes-AMG nimmt die Power zurück und gibt bei den Stückzahlen Vollgas: Mit Einführung der AMG-Sportmodelle wird die Edelschmiede ihr jährliches Volumen mehr als verdoppeln.
Mercedes-AMG nimmt die Power zurück und gibt bei den Stückzahlen Vollgas: Mit Einführung der AMG-Sportmodelle wird die Edelschmiede ihr jährliches Volumen mehr als verdoppeln.
(Foto: Daimler)

Mehr als 40.000 Einheiten wird man heuer verkaufen, 2017 werden es über 80.000 sein – und auch das dürfte nicht das letzte Wort sein. Die AMG-Sportmodelle werden als neue Produktebene zwischen den Modelle der Marke Mercedes-Benz und den sehr sportlich profilierten, genuinen AMG-Modellen lanciert. Sie zeichnen sich durch eine modifizierte Optik, höhere Motorleistung auf Basis der Mercedes-Benz-Motoren, Modifikationen an Fahrwerk und Bremsanlage sowie durch stets serienmäßigen Allradantrieb auf. Die Modellbezeichnungen folgen dem Muster der regulären Mercedes-Modelle, ergänzt um den Zusatz "AMG". Das für den Detroiter Salon erwartete, auf den Mercedes-Benz C400 aufsetzende Derivat der C-Klasse dürfte beispielsweise auf die Modellbezeichnung Mercedes-Benz C450 AMG hören.

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One Man One Engine

Zur Abgrenzung von den neuen AMG-Sportmodellen unterwerfen sich die klassischen AMG-Typen einer neuen Nomenklatur, die ihre Eigenschaft als Sub-Marke betont. Die – lediglich noch ungefähr angedeutete – Hubraumziffer wird weiterhin und nur hier um eine Null verkürzt. Dementsprechend heißt das künftige Topmodell der C-Klasse Mercedes-AMG C63 AMG. Im Gegensatz zu den AMG-Sportmodellen behalten die klassischen AMG-Modelle eigenständige Motoren, die nach dem Prinzip "One-Man-One-Engine" gefertigt werden und in Sachen Leistung weit höher angesiedelt sind. Sie sind teilweise mit einer deutlich verbreiterten Karosserie ausgerüstet – und es wird sie, je nach Modell, neben dem Allradantrieb auch weiterhin mit klassischem Hinterradantrieb geben.

Lücken im Programm schließen

Die neuen AMG-Sportmodelle schließen große Lücken im Programm von Mercedes-Benz. So liegen zwischen C400 (333 PS) und C63 AMG (476 bzw. 510 PS) über 140 PS Leistungsdifferenz. Übrigens kann sich AMG mit der neuen Linie auch experimentierfreudiger geben; man hat sich in der Vergangenheit restriktiv gezeigt, um das Image der Sub-Marke zu pflegen. So durfte ein 140 PS starkes Derivat der ersten A-Klasse, das als AMG geplant war, wegen einer zu geringen Leistungsdifferenz zur Basis nur ohne das Edel-Logo auf den Markt kommen – als A210 Evolution. Einen Diesel gab es nur ein einziges Mal, man hat seit dem C30 CDI AMG Coupé die Finger vom Selbstzünder gelassen.

Der Coup ist nicht neu

Der neue Ansatz scheint geeignet, die Präsenz der von Tobias Moers geleiteten Sub-Marke nachhaltig zu steigern und auch ihre Flottenverbrauch erheblich zu senken. Nur ein Wermutstropfen stört den strategischen Coup: Man kann in Affalterbach nicht für sich reklamieren, das Rad neu erfunden zu haben. Mit den AMG-Sportmodellen vollzieht AMG lediglich nach, was kürzlich BMW mit den M-Performance-Modellen und Cadillac mit seiner V-Sport-Serie vorgemacht haben. Urvater des Gedankens ist Audi – dort gibt es schon sehr lange jene S-Modelle, die zwischen den regulären Typen und den von der Neckarsulmer Quattro GmbH verantworteten RS-Boliden figurieren.

Gleich zwei AMG-Sportmodelle wird man auf der Detroiter Automesse zeigen, danach dürfte es in rascher Folge weitergehen. Es lebe der Sport.

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