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OEM Mercedes-Benz G-Code

Autor / Redakteur: Jens Meiners / Jens Scheiner

Mit einer Fahrzeugstudie feiert Mercedes-Benz einen neuen Meilenstein in Fernost: Der Hersteller hat 112 Millionen Euro in ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Peking investiert.

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(Foto: Mercedes Benz)

Kern des Zentrums ist ein Studio für „Advanced Design“, das von Hubert Lee übernommen werden soll. Lee leitet heute das entsprechende Zentrum im kalifornischen Carlsbad nahe Los Angeles. Das frühere Mercedes-Designstudio in Tokio, aufgebaut von Olivier Boulay, wurde aufgegeben. Mit dem neuen Entwicklungs- und Designzentrum wollen die Stuttgarter den Vorsprung aufholen, den sich Audi und BMW über mehr als ein Jahrzehnt hinweg mit ihren lokalen Partnern in China erarbeitet haben.

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Die nächste G-Studie

Ein Symbol für den Aufbruch soll die Studie „G-Code“ sein, mit der Daimler den Blick in die Zukunft des Automobils leiten will. Auf den ersten Blick wirkt der kompakte Hecktürer relativ unspektakulär; die sanft gezeichnete Karosserie wird geprägt durch harmonische Linien und einen sympathischen Auftritt. Mit einer Länge von 4,10 Metern, einer Höhe von 1,50 Metern und einer Breite von 1,90 Metren entspricht die Studie dem Format aktueller Crossover-Kompaktfahrzeuge. Sie steht auf 21-Zoll-Felgen mit Speichen aus Kohlefaser-Verbundstoff und verfügt über eine ausfahrbare Dachreling. Das LED-Modul im Hauptscheinwerfer fährt aus wie bei einer Kompaktkamera. Wie schon bei der Studie „Ener-G-Force“ von 2012 sind die Tagfahrlichter als „G“ ausgeprägt, hier jedoch nach außen laufend.

Farbenfroh unterwegs

Die relativ seriennah wirkende Außenhaut sollte jedoch nicht über den visionären Charakter der Studie hinwegtäuschen – denn sie hat es in sich. So ist die von Mercedes-Benz als „spacig“ bezeichnete Frontpartie geprägt von einer Kühlerattrappe, die per Lichtinszenierung Auskunft über die gewählte Antriebsart erteilt. Das Stilelement soll laut Hersteller an den „Warp-Hauptantrieb“ des Raumschiffs Enterprise erinnern. Während unter dessen Außenhaut jedoch ein Materie-Antimaterie-Reaktor steckt, mit dessen Hilfe sich die Raumzeit krümmen lässt, verfügt der G-Code über einen etwas autogemäßeren Antrieb: Unter der Fronthaube arbeitet ein Wasserstoff-Verbrennungsmotor, die Hinterachse wird von einem Elektromotor angetrieben.

Im Stand leuchtet der Pseudo-Kühlergrill blau, bei elektrischem Betrieb laufen blaue Licht-Sterne von außen nach innen; im Hybrid-Betrieb, bei dem der Verbrenner mitagiert, wird rot zugemischt und die Farbe wechselt auf violett. Im Hybrid-Sport-Modus schließlich drängen die feuerroten Sterne nach außen. Besonders realistisch ist übrigens auch dieser Antrieb nicht. Daimler beeilt sich festzustellen, dass man keineswegs vor der Serieneinführung eines Wasserstoff-Verbrennungsmotors stehe – was auch verwundern würde, denn die Stuttgarter haben bislang konsequent auf die Brennstoffzelle gesetzt.

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