Assistenzsysteme Mercedes-Benz und Nvidia bauen Partnerschaft aus

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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Mercedes-Benz und Nvidia wollen die nächste Generation automatisierter Fahrsysteme gemeinsam entwickeln. Nvidias Alpamayo-Software und ein zweiter Safety-Stack sollen dabei helfen.

Für seine automatisierten Fahrsysteme (Level 4) setzt Mercedes weiterhin auf Nvidia.(Bild:  Mercedes-Benz AG)
Für seine automatisierten Fahrsysteme (Level 4) setzt Mercedes weiterhin auf Nvidia.
(Bild: Mercedes-Benz AG)

Mercedes-Benz und Nvidia vertiefen ihre Zusammenarbeit beim automatisierten Fahren. Beide Unternehmen wollen die nächste Generation von Assistenz- und automatisierten Fahrsystemen gemeinsam entwickeln, wie der OEM mitteilt. Nvidia sei der „wichtigste strategische Partner beim automatisierten Fahren“, wird Mercedes-Technikvorstand Jörg Burzer zitiert. Gemeinsam habe man bereits das erste Mercedes-Assistenzsystem für urbanes Point-to-Point-Fahren in der westlichen Welt entwickelt.

Mercedes bringt Fahrzeugentwicklung, Sicherheitskompetenz und das Betriebssystem MB.OS ein. Es soll neue Fahrfunktionen und kabellose Updates ermöglichen und mit Nvidias Hyperion-Architektur für Rechner und Sensorik zusammenarbeiten. Hyperion besteht nach Nvidia-Angaben aus zwei Drive-AGX-Thor-Systemen mit Blackwell-Architektur und mehr als 2.000 FP4-Teraflops Rechenleistung. Das Unternehmen hatte die Plattform im Januar auf der CES für weitere Tier-1-Zulieferer, Systemintegratoren und Sensorhersteller geöffnet.

Mercedes nutzt zweiten Safety-Stack

Nvidia liefert zudem den Alpamayo Stack, eine Fahrsoftware mit KI-basierten Reasoning-Fähigkeiten. Sie soll unter anderem urbane Point-to-Point-Assistenz, aktive Sicherheit und automatisiertes Parken unterstützen. Alpamayo hatte Nvidia im Januar als offenes Paket aus KI-Modellen, Simulationsframeworks und Datensätzen für Level 4 vorgestellt. Ob Mercedes diese offene Variante nutzt oder eine eigene Ausprägung, sagt die Mitteilung nicht.

Das Sicherheitssystem Halos ergänzt die Systeme von Mercedes laut Mitteilung um einen zweiten Safety-Stack. Er soll Redundanz und zusätzliche Schutzmechanismen schaffen. Nvidia beschreibt Halos als Sicherheits- und Cybersecurity-Framework, das Hersteller und Zulieferer bei Validierung und Zertifizierung unterstützen soll. Die Partner wollen damit erweiterte Assistenzsysteme und die Entwicklung künftiger Level-4-Systeme unterstützen, auch für Robotaxis. Ein Zeitplan, Modelle oder ein Serienstart für Level 4 fehlen in der Mitteilung.

Auch Simulation und Produktion

Mercedes setzt Nvidia-Systeme außerdem für Simulationen in der Fahrzeugentwicklung und im digitalen Produktionsökosystem MO360 ein, von der virtuellen Planung bis zu KI-Anwendungen. Im Werk Kecskemét hat Mercedes erstmals eine komplette Montagehalle als „Digital Factory Twin“ in Nvidias Omniverse abgebildet.

Hyundai setzt auf Nvidia, VW nicht

Mercedes ist nicht der einzige Hersteller, der enger mit Nvidia zusammenrückt. Die Hyundai Motor Group hatte im April angekündigt, die Partnerschaft auszubauen. Auf Basis von Drive Hyperion will Hyundai eine skalierbare Architektur für automatisiertes Fahren von Level 2 bis 4 aufbauen. Für das hochautomatisierte Fahren spielt laut Hyundai das Gemeinschaftsunternehmen Motional eine zentrale Rolle, das Serienmodelle zu Robotaxis umrüstet.

Volkswagen hat sich dagegen laut Spiegel beim autonomen Fahren für das britische Start-up Wayve entschieden und Nvidia als Komplettanbieter abblitzen lassen. Offiziell bestätigt ist das nicht. Nvidia könnte VW nach dem Bericht weiter als Chiplieferant dienen. Wie viel der Fahrsoftware bei Mercedes selbst entsteht und wie viel von Nvidia kommt, lässt die Mitteilung des Herstellers aus Stuttgart offen.

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