Fahrbericht Mercedes C 300 d T-Modell: Luxus für die Mittelklasse

Von Sven Prawitz

Mercedes-Benz hat die Technik in der C-Klasse von Grund auf erneuert. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Auch wenn man auf eine liebgewonnene Eigenschaft der E-Auto-Welt verzichten muss.

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Der W 206 ist die aktuelle C-Klasse als T-Modell.
Der W 206 ist die aktuelle C-Klasse als T-Modell.
(Bild: Mercedes-Benz)

Nach knapp 1.000 Kilometern im Audi Q4 E-Tron direkt auf das T-Modell der Mercedes-Benz C-Klasse zu wechseln fühlt sich zunächst an wie der Einstieg in die Kompaktklasse. Das wuchtige Armaturenbrett und der massive Mitteltunnel sorgen auf dem Fahrersitz der C-Klasse für ein im Vergleich zum E-SUV beklemmendes Gefühl.

Für Fahrer mit einer Körpergröße von deutlich über 1,9 Meter ist zudem die Länge der Sitzschienen arg knapp bemessen. Voll zurückgestellt bleibt hinter dem Fahrersitz kaum Beinfreiheit für eine Person auf der Rückbank.

Bei Premium weit vorne

Dieser Eindruck ist freilich den strukturellen Unterschieden zwischen Limousine mit Verbrennungsmotor und einem elektrisch angetriebenen SUV geschuldet. Doch bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Mercedes hat bei der aktuellen C-Klasse hervorragende Arbeit geleistet. Äußerlich gibt es zwar wenig Unterschiede zum Vorgänger – auffällig sind die neuen, geteilten Rücklichter – aber beim Interieur und der verbauten Technik liegt die C-Klasse am oberen Ende der Premium-Skala.

Hinter dem Lenkrad befindet sich ein bis zu 12,3 Zoll großes Display (Serie: 10,25 Zoll). Ähnlich wie in der S-Klasse gibt es in der Mitte ein aufrecht stehendes Zentraldisplay (9,5 oder 11,9 Zoll).

In den Kofferraum des T-Modells passen mindestens 490 Liter Transportgut. Sind die hinteren Sitzlehnen umgeklappt steigt das Volumen auf gut 1.500 Liter.

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Sechs Motorvarianten, ein Getriebe

Bei den Motoren gibt es ausschließlich Vierzylinder, egal ob Benziner (3 Varianten), Diesel (2) oder Plug-in-Hybrid. Letzterer hat eine elektrische Reichweite von 100 Kilometern (laut WLTP). Alle anderen Varianten sollen als Mildhybrid sparsamer werden. Beim Getriebe gibt es nur noch einen Neun-Gang-Automaten.

Wir konnten den C 300 d mit einer Leistung von 195 Kilowatt testen. Der integrierte Startergenerator (ISG) kann mit 15 kW und einem Drehmoment von 200 Newtonmeter anschieben. Mag der eine oder andere vielleicht die Laufkultur eines früheren Dreiliter-Sechszylinder-Dieselmotors vermissen, der jetzt eingesetzte Zweiliter-Vierzylinder erledigt seine Aufgabe mindestens so souverän. Leistung und Drehmoment liegen auf nahezu gleichem Niveau. Das Turboloch deckt komplett der ISG ab, und schon aus niedrigen Drehzahlen zieht der Selbstzünder kräftig los – und dies bis zu einem Spitzentempo von 250 km/h.

Hinterachse lenkt mit

Soviel zu den inneren Werten. Geht man mit dem T-Modell auf Tour kommt viel Freude auf. Das liegt zum einen am sehr gut abgestimmten Fahrwerk. Eine Hinterachslenkung lässt den Kombi handlich durch enge Kurven in Parkhäusern oder schmalen Gassen manövrieren.

Bei Mercedes macht es zudem Spaß, die Fahrerassistenzsysteme einzuschalten und ausgiebig zu nutzen. Die Funktionen sind sehr präzise und schalten sich so intuitiv zu, dass man sich schnell an den Komfort gewöhnt. Sehr schön sind die Lichtprojektionen auf der Autobahn: Möchte man die Spur wechseln, wird ein heller Pfeil auf die entsprechende Fahrbahn nebenan projiziert.

Infotainment ohne Software-Fehler

Die neue Generation des Mercedes-Infotainmentsystems kann nun vieles per Sprachbefehl steuern – vom Ambientelicht bis zum Radiosender. Gerade bei Assistenzsystemen und Infotainment wird der qualitative Vorsprung zur Konkurrenz immer größer. Der eingangs erwähnte Audi Q4 zeigte hier sehr viele Softwarefehler und schlecht umgesetzte Funktionen.

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Wer ein Mercedes C-Klasse T-Modell will, muss mindestens 44.000 Euro einplanen. Ein Fahrzeug mit dem kleinsten Dieselmotor startet bei 47.000 Euro – für den C 300 d sind es mindestens 55.000 Euro. Mit den erwähnten Assistenten und der AMG-Ausstattungslinie ist man jedoch schnell bei 70.000 Euro und mehr.

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