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Modellausblick M GmbH: Leistung wahrt den Ruf

| Autor/ Redakteur: Michael Specht/ SP-X / Maximiliane Reichhardt

Die M GmbH beschert der Mutter volle Kassen, Motorleistungen und Absatzzahlen bewegen sich auf Rekordniveau. Doch in Zukunft muss sich BMWs Performance-Tochter einer neuen Herausforderung stellen.

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Der neue X3 M kommt im September.
Der neue X3 M kommt im September.
(Bild: BMW)

Unter 306 PS gibt es nichts, 625 PS sind das derzeitige Maximum, was der Kunde bei der M GmbH ordern kann. Leistung läuft. Seit mehr als zehn Jahren in Folge meldet die Performance-Tochter von BMW Rekordabsätze und beschert der Mutter volle Kassen. 2018 entschieden sich über 100.000 Käufer für Fahrzeuge mit dem laut BMW „berühmtesten Buchstaben der Welt“ am Heck, ein Plus von 21 Prozent gegenüber 2017. Bis einschließlich Mai hat die M GmbH bereits 48.000 Fahrzeuge verkauft. 2019 könnte sich so zum nächsten Rekordjahr entwickeln.

USA sind stärkster Einzelmarkt

Nach wie vor erweist sich die USA als mit Abstand bester Einzelmarkt, gefolgt von Großbritannien, Deutschland und China. Mehr als zwei Dutzend Modelle hat die M GmbH momentan im Programm. Ein weiteres Dutzend kommt in den nächsten zwei Jahren hinzu. Als Flaschenhals der Offensive erweist sich hier lediglich die Manpower. Selbst nach Aufstockung der Mannschaft von 550 auf knapp 800 Mitarbeiter können nicht so viele Ideen umgesetzt werden wie gewünscht. „Wir müssen die Varianten ja auch in die Produktionslinien der AG integrieren“, sagt Markus Flasch, der seit Oktober vergangenen Jahres die Geschäfte der M GmbH führt.

Modelle der Marke – ein Überblick

Unterschieden wird bei den Fahrzeugen zwischen den sogenannten M-Performance-Versionen und den HP, den High-Performance-Modellen. Zu Letzteren gehören derzeit rennstreckentaugliche Boliden wie M2, M4 oder M5. Auch einige X-Baureihen zählen dazu, nur ist keines davon momentan käuflich.X3 und X4 bekommen ab dem 7. September erstmals in ihrem Dasein das M angehängt, die neuen Generationen von X5 M und X6 M lassen noch bis 2020 auf sich warten.

Wie attraktiv Leistung in Verbindung mit einem SUV sein kann, zeigt der X3 M40i. Er war voriges Jahr das bestverkaufte Modell der M-Marke und gab einmal mehr den Anstoß dazu, eben auch einen X3 M und die Coupé-Version X4 M auf die Räder zu stellen. Beide haben als Competition bis zu 510 PS unter der Haube und sollen „Benchmark bei Agilität und Querdynamik“ sein. „Kein Wettbewerber hält hier mit“, so Markus Flasch. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass der M-Boss dabei den ebenso potenten Mercedes-AMG GLC 63 S und dessen Coupé-Ableger im Auge hat.

M8 im Frühjahr 2020

Noch bis zum nächsten Frühjahr gedulden müssen sich Kunden für das größte M im Programm, denM8, 625 PS stark und angetrieben von einem Achtzylinder-Bi-Turbomotor. Das Modell wird es als zweitüriges Coupé, als Cabrio und als viertüriges Gran Coupé geben, was Flasch besonders freuen dürfte, war er doch zuvor Leiter der Achter-Baureihe. Etwas später im Jahr geht der auf der neuen Dreier-Reihe basierende M3 an den Start. Auch die sportlichsten Vertreter vom nächsten Vierer Coupé und Cabrio dürfen ebenfalls wieder die Bezeichnung M tragen. Davon ausgenommen ist nur das Vierer Gran Coupé.

Keine Aussicht darauf eines Tages als HP-Modell im Showroom zu stehen, haben auf Frontantrieb (UKL2-Plattform) umgestellte Einser und das technisch gleiche Zweier Gran Coupé. Hier bleibt es beim M 135i, beziehungsweise wird es einen M 235i geben. Ähnliches gilt für X1 und X2. Nur Letzterer fährt, auf 306 PS erstarkt, als M 35i. Der X1 bleibt unberührt.

Zwickmühle Elektrifizierung

So PS-getrieben die Ingenieure bei der M GmbH auch sein dürfen und so effizient die Motoren bezogen auf ihre Leistung sicher sind, das Zauberwort Elektrifizierung ist auch bei BMWs Performance-Tochter immer lauter zu hören. Schließlich bringt kein Modell der M GmbH den CO2-Flottenwert der BMW Group nach unten. Eine Zwickmühle. Einerseits soll der Markenkern („Ultimate Driving Machine“) erhalten bleiben und man will mit hohen Motorleistungen weiterhin gutes Geld verdienen. Andererseits ist der Druck aus Brüssel da. „Wir hungern M nicht aus, um die Flotte zu senken“, sagt Markus Flasch, steht aber einer Elektrifizierung durchaus aufgeschlossen gegenüber. Sie sei in mehreren Ausprägungen vorstellbar, vom 48-Volt-Mildhybrid über den Plug-in bis hin zu vollelektrischen Modellen.

Warum sollte es nicht in einigen Jahren einen batterieelektrischen Sportwagen geben, vielleicht eine Art M i8? „Alles, was Performance bringt und schnell ist, findet Einzug. Wir haben schließlich einen Ruf zu wahren“, sagt Markus Flasch, „daher müssen wir bei der Elektrifizierung auch nicht die Ersten sein.“ Wie ein solches Modell aussehen kann, zeigte BMW kürzlich in Form der Studie M Vision Next.

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