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Post-Corona-Ära Neue Abwrackprämie und Verschiebung der Emissions-Ziele?

Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Sven Prawitz

Der weltweite Autoabsatz wird durch die Coronakrise deutlich einbrechen. Braucht es eine neue Abwrackprämie und wird die EU ihre CO2-Ziele verschieben? Eine Einschätzung von Global Data.

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Welche Maßnahmen braucht die Autoindustrie nach der Coronakrise, um Absatz und damit Produktion von Fahrzeugen wieder auf ein hohes Niveau zu bringen?
Welche Maßnahmen braucht die Autoindustrie nach der Coronakrise, um Absatz und damit Produktion von Fahrzeugen wieder auf ein hohes Niveau zu bringen?
(Bild: VW)

Der europäische Automobilherstellerverband ACEA hat festgestellt, dass die Auswirkungen des Coronavirus auf die Gesellschaft und die Weltwirtschaft beispiellos sind, mit schwerwiegenden Folgen für die Branche. „Ich stimme zu, dass sich die Krise verschlimmert, da viele OEMs vorübergehende Werksschließungen – von ungewisser Dauer – aufgrund des Nachfrageeinbruchs, der Angebotsknappheit und staatlicher Maßnahmen angekündigt haben und sich mit Fällen von Covid-19-Infektionen und Quarantänen unter ihren Mitarbeitern konfrontiert sehen“, sagt David Leggett, Automobil-Redakteur beim Daten- und Analyse-Unternehmen Global Data.

Fördermaßnahme Abwrackprämie

Mit dem Stillstand in der Automobilproduktion und der Schließung des Autohandels seien die kurzfristigen Aussichten düster. „Aber, wenn das Schlimmste der unmittelbaren Krise vorüber ist, wird sich die Aufmerksamkeit auf Unterstützungsmaßnahmen richten, die auf eine Stärkung der wirtschaftlichen Erholung abzielen. Die Autoindustrie wird dabei im Mittelpunkt stehen“, prognostiziert Leggett.

Dabei zeigten die Erfahrungen der Vergangenheit, dass Abwrackprämien dazu beitragen können, den Kauf neuer Autos zu stimulieren, um die Nachfrage anzukurbeln und die Fabriken wieder in Gang zu bringen. Eine solche Maßnahme könnte im Laufe des Jahres auf der Tagesordnung der politischen Entscheidungsträger stehen.

EU-Emissionsvorgaben aussetzen?

„Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass unter diesen außergewöhnlichen Umständen die ambitionierten europäischen CO2-Ziele für die Jahre 2020 und 2021 und die daraus drohenden Strafzahlungen aufgeweicht oder verschoben werden“, erklärt Leggett. Zumal die OEMs auch argumentieren könnten, dass geschlossene Werke und die deutlich geringeren Verkäufe, einschließlich der damit verbundenen Fahrzeugnutzung, dazu beigetragen haben, die jeweiligen Netto-CO2-Auswirkungen in diesem Jahr zu reduzieren.

„Die Politiker werden sehr vorsichtig sein und weitere Belastungen für die europäische Automobilindustrie verhindern, die sich auf die Gewinne der Unternehmen auswirken und das Beschäftigungsniveau weiter absinken lassen“, resümiert Leggett.

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 Claus-Peter Köth

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