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Neue Modelle Neuer Hyundai Kona: der Vorreiter

| Autor / Redakteur: Wilhelm Missler / Thomas Günnel

Hyundai hat den neuen Kona vorgestellt, ein Lifestyle-SUV im B-Segment. Es rundet die Sport-Utility-Palette des koreanischen Herstellers nach unten ab – und leitet eine große Europa-Offensive des Herstellers ein.

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Hyundai hat den neuen Kona vorgestellt. Das Lifestyle-SUV im B-Segment rundet die Sport-Utility-Palette des koreanischen Herstellers nach unten ab.
Hyundai hat den neuen Kona vorgestellt. Das Lifestyle-SUV im B-Segment rundet die Sport-Utility-Palette des koreanischen Herstellers nach unten ab.
(Bild: Hyundai)

Bis zum Ende der Dekade dürfte das SUV-B-Segment in Westeuropa nach Einschätzung aller Marktbeobachter ein Absatzvolumen von mindestens zwei Millionen Einheiten pro Jahr erreichen. Noch zu Beginn dieser Dekade war die Fahrzeugklasse gar nicht definiert und allenfalls 120.00 Einheiten groß. Hyundai will da nicht länger außen vor fahren und hat deshalb jetzt das neue Modell Kona ins Feld geschickt. Das Potenzial erscheint dem koreanischen Hersteller so vielversprechend, dass er dem Auto gleich eine neue Plattform spendiert hat. Ein Derivat aus der i30-Familie kam nicht in Frage, weil auch das nun kleinste SUV im Programm mit Allrad lieferbar sein sollte und die vorhandenen Plattformen zu schwer sind.

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Gelungener Einstieg ins Segment

Nach den ersten Fahreindrücken hat sich der Aufwand gelohnt. Der knapp 4,17 Meter lange Fünftürer meistert auch grob unebene Straßenbeläge mit bemerkenswerter Ruhe. Selbst die ausschließlich mit Frontantrieb angebotene Einstiegsversion neigt allenfalls in aggressiv gefahrenen Kurven zu leichtem Untersteuern. Neben dem gut abgestimmten Fahrwerk trägt dazu auch der hochwertig gefertigte Aufbau bei: 51 Prozent der Bleche bestehen aus ultrahochfestem Stahl. Außerdem werden großflächig heißgestanzte Bleche eingesetzt, etwa an der Seitenpartie oder der Stirnwand. Damit es bei einem Unfall nicht zu Brüchen in den Schweißnähten kommt, wurden die Verbindungsstellen auf 114 Metern mit speziellen Mitteln zusätzlich verklebt. Nebenbei gewinnt die Karosserie zusätzlich an Verwindungssteifigkeit.

Zum Marktstart im November bietet Hyundai lediglich zwei Ottomotoren an. Der 1.0 T-GDI genannte Dreizylinder-Turbo aus der Kappa-Generation leistet 88 kW/120 PS und bringt ab 1.500 U/min 172 Nm auf die Kurbelwelle. Das ausschließlich mit einem manuellen Sechsgangschaltgetriebe und Frontantrieb kombinierte Triebwerk verfügt über Benzindirekteinspritzung einen Single-Scroll-Turbolader mit elektronisch gesteuertem Wastegate-Ladedruckventil. Die Sechsfach-Direkteinspritzung arbeitet mit bis zu 200 bar Systemdruck. Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 absolviert der Kona innerhalb von zwölf Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h. Gleichwohl hat der kleine Motor erkennbar Mühe, die Fuhre gerade aus niedrigen Drehzahlen heraus auf Trab zu bringen.

Damit hat der 1.6 T-GDI-Vierzylinders aus der Gamma-Triebwerksgeneration keinerlei Probleme. Der Direkteinspritzer leistet 130 kW/177 PS und dreht die Kurbelwelle zwischen 1.500 und 4.500 Touren mit einem Moment von 265 Nm. Das Leichtmetallaggregat arbeitet serienmäßig mit einem Allradantrieb und kurz gestuftem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zusammen. Tempo 100 erreicht dieses Kona-Modell schon nach 7,9 Sekunden und beendet die Beschleunigung erst bei 205 km/h.

Das Allradsystem verteilt bei Bedarf selbstständig bis zu 50 Prozent der Antriebskraft auf die Hinterräder. Es ist so kompakt gehalten, dass es weder im Innen- noch im Kofferraum zu Platzeinbußen kommt. Die Allradvariante ist mit einer Mehrlenker-Hinterradaufhängung ausgerüstet während beim Frontantrieb lediglich eine Verbundlenker-Hinterachse zum Einsatz kommt. Beide Varianten lenken elektrisch unterstützt.

Erstmals mit Head-up Display

Zur Markteinführung stehen die fünf Ausstattungslinien Pure, Select, Trend, Style und Premium zur Wahl. Bereits bei Pure ist ein Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistent an Bord. Ab der Ausstattungslinie Select ist der autonome Notbremsassistent inklusive Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung serienmäßig, der für das Einstiegsmodell Pure optional lieferbar ist. In der Premium-Linie werden Totwinkel-Assistent und Querverkehrswarner hinten sowie Voll-LED-Scheinwerfer mit Abbiegelicht und Fernlichtassistent angeboten. Bei allen Varianten kommen ab Werk unter anderem Bergabfahr- und Berganfahrassistent sowie Lichtsensor hinzu.

Erstmals bietet mit dem Kona ein Hyundai-Volumenmodell hierzulande ein Head-up-Display. Auf Knopfdruck erscheint oberhalb des Instrumententrägers eine transparente Anzeigefläche, auf die Informationen wie Geschwindigkeit, Navigationsanweisungen, Tankinhalt oder Hinweise der zahlreichen Assistenzsysteme direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert werden. Zudem ist der Kona bei den Konnektivitätstechnologien auf der Höhe der Zeit: Das erstmals von Hyundai eingesetzte System „Display Audio“ unterstützt Android Auto und Apple CarPlay und kann damit Smartphones einbinden. Diese Multimedia-Einheit wird über einen sieben Zoll großen Touchscreen bedient, verfügt über Bluetooth zum Musikstreaming oder Telefonieren via Freisprecheinrichtung und überträgt außerdem das Bild der integrierten Rückfahrkamera.

Eine Ablagefläche mit Ladefunktion nach dem Qi-Standard für induktives Laden sorgt derweil kabellos für die Stromversorgung des Smartphones. Ein eigenständiges Navigationssystem ist damit entbehrlich, kann aber im Paket mit dem Krell-Soundsystem mit acht Lautsprechern optional geordert werden. Mit dem kleinsten SUV im Programm wagt sich Hyundai erstmals auch in eine stärkere Individualisierbarkeit der Ausstattung vor. So lassen sich Lüftungsdüsen, Schalthebelverkleidung, die Einfassung von Zündschloss oder Start-/ Stopp-Knopf, die Nähte von Sitzbezügen und Lenkrad bis hin zu den Sicherheitsgurten neben der Basisfarbe Schwarz auch in den „Limone“, „Orange“ oder „Rot“ bestellen.

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Weitere Diesel- und Elektro-Antriebe

Im Laufe des kommenden Jahres erweitert Hyundai das Antriebsangebot. Zunächst wird die neue Diesel-Motorengeneration nachgeschoben, den Selbstzünder mit vier Zylindern und 1,6 Liter Hubraum gibt es dann in zwei Leistungsstufen: die kleinere leistet 85 kW/115 PS, die größere 100 kW/136 PS. Für die Abgasreinigung ist ein SCR-System zuständig. Ebenfalls fest eingeplant für 2018 ist eine rein batteriebetriebene Variante. Bei der Entwicklung wurde der Einsatz der lokal emissionsfreien Antriebstechnik von Beginn an berücksichtigt. Wie zu hören ist, soll es sich genau genommen sogar um zwei Varianten handeln. In einer günstigeren Ausführung speichert der Akku 39,2 kWh und in der Ausbaustufe sogar 64,2 kWh an elektrischer Energie. Letztere soll für eine NEFZ-Reichweite von über 500 Kilometer gut sein. Angetrieben werde der E-Kona von einer LG-Maschine mit 150 kW Leistung; dieser Antrieb ist schon im Chevrolet Bolt verbaut.

Mit dem Kona leitet Hyundai eine große Europa-Offensive ein. Der Hersteller plant in den kommenden Jahren die Einführung von 30 neuen Modellen und Derivate und will so bis 2021 zum führenden asiatischen Automobilhersteller in Europa avancieren. Bereits bis 2020 sollen in Europa 15 elektrifizierte Modelle verfügbar sein. Ab 2018 will Hyundai auch bei der Wasserstofftechnik nachlegen und einen eigenständigen C-Segment-SUV mit Brennstoffzelle anbieten, die für eine Reichweite von 800 km ausgelegt sein soll.

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