Antrieb

Neues AMG-Triebwerk „M 139“ liefert 421 PS

| Autor / Redakteur: Patrick Broich/SP-X / Svenja Gelowicz

Blick in die Fertigung des M 139 bei Mercedes-AMG.
Blick in die Fertigung des M 139 bei Mercedes-AMG. (Bild: Daimler)

Der Sportwagenhersteller aus Affalterbach will mit dem M139 den weltweit serienstärksten Vierzylinder-Turbo entwickelt haben. Dafür hatten die AMG-Ingenieure neben einer ausgeklügelten Kühltechnik noch weitere Ideen.

Gute Nachrichten für AMG-Liebhaber: AMG hat seine Vierzylinder überarbeitet. Das neue Triebwerk mit dem werksinternen Code M 139 präsentiert sich im Vergleich zum Vorgänger nicht abgespeckt in Hubraum und Zylinderzahl. Vielmehr gibt es eine ordentliche Schippe Leistung drauf – die künftigen Kunden von A-Klasse und Co. werden zwischen 285 kW/387 PS und 310 kW/421 PS wählen können. Im Vorgänger waren 381 PS möglich.

Um eine spezifische Leistung von 155 kW/211 PS pro Liter zu erreichen, mussten die Ingenieure ordentlich tüfteln, denn einerseits soll das Aggregat leistungsfähiger sein als der Vorgänger, andererseits werden die Abgasvorschriften strenger. „Alleine der bei Direkteinspritzern notwendig gewordene Otto-Partikelfilter erzeugt einen Abgas-Gegendruck von einem bar“, sagt Motorenentwickler Ralph Illenberger.

Das neue AMG-Triebwerk kann deutlich mehr als sein Vorgänger.
Das neue AMG-Triebwerk kann deutlich mehr als sein Vorgänger. (Bild: Daimler)

M 139: Ein Kühlsystem sorgt für Leistung

Um den für Quereinbau vorgesehenen Reihenvierzylinder maximal effizient zu gestalten, verfügt der Zylinderkopf über ein eigenes Kühlsystem. Jeder einzelne Kolben wird durch eine weitere, unabhängige Kühleinheit individuell temperiert. Dabei geht es nicht um thermischen Notstand, sondern schlicht darum, die Reibung zwischen Kolbenring und Zylinderlauffläche gering zu halten. Denn bei Wärme dehnt sich das Material aus, und schon erhöht sich der innere Widerstand, was wiederum Energie kostet.

Um den Gaswechsel zu verbessern, verpassten die Techniker dem M 139 größere Auslassventile. Der Vierzylinder läuft dank variabler Ventilsteuerung „Camtronic“ stets mit offener Drosselklappe – ein entscheidender Faktor zur Reduktion des Gegendrucks. Doch der Einsatz von Hightech-Rüstzeug geht noch weiter: Eine clevere Kombination von Direkt- und Saugrohreinspritzung vergrößert den Lastbereich, in dem die kompakte Maschine effizient läuft – der Toyota-Konzern bedient sich dieser Technik übrigens schon seit vielen Jahren.

Besonders am Herzen lag Aggregate-Chefentwickler Illenberger, dass sich der bis zu 500 Newtonmeter zugstarke Turbomotor anfühlt wie ein Sauger. Den dazu nötigen Drehmomentverlauf erreichte das Ingenieur-Team mit einem neu gestalteten Twinscroll-Lader, der schon bei niedriger Drehzahl gut ansprechen soll. Auch hier ziehen die Experten alle Register bei der Kühlung mit Frischluft, Öl und Wasser. Ein elektrischer Verdichter kam nicht in Frage, weil dann noch zwei weitere Abgasturbos erforderlich gewesen wären, um keine Drehmomentdelle im Verlauf zu haben. Und im Kompaktbereich ist der Bauraum durchaus begrenzt.

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AMG-typischer Sound

Ralph Illenberger verspricht, dass der M 139 trotz strenger Lärm-Gesetze einen tollen Sound haben wird. Dass man beim AMG-Kraftpaket auf Ausgleichswellen verzichtet, kann der Tonalität ja vielleicht die passende Note verleihen und spart außerdem noch Gewicht.

Wer sich jetzt angesprochen fühlt, ein künftiges Kompaktmodell von Mercedes-AMG in Betracht zu ziehen, darf sich ebenso wie die Käufer der starken V8-Varianten darüber freuen, ein weitgehend in Handarbeit gefertigtes Triebwerk unter der Haube zu haben. Und die vom Monteur signierte Plakette auf der Motorverkleidung ist natürlich auch dabei.

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