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Zulieferer Neues Brose-Werk in Melfi

Redakteur: Jens Scheiner

Der Automobilzulieferer Brose hat in Melfi seine erste italienische Produktionsstätte offiziell in Betrieb genommen. Grund für den Ausbau der Fertigungskapazitäten ist der erste Türsystemauftrag von Fiat.

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Die feierliche Eröffnung des neuen italienischen Werkes: (v.l.) Kurt Sauernheimer (Geschäftsführer Türsysteme Brose Gruppe), Scott Garberding (Einkaufsleiter Fiat Chrysler Automobiles), Jürgen Otto (Vorsitzender der Geschäftsführung Brose Gruppe) und Luigi Di Battista (Werkleiter Brose Melfi).
Die feierliche Eröffnung des neuen italienischen Werkes: (v.l.) Kurt Sauernheimer (Geschäftsführer Türsysteme Brose Gruppe), Scott Garberding (Einkaufsleiter Fiat Chrysler Automobiles), Jürgen Otto (Vorsitzender der Geschäftsführung Brose Gruppe) und Luigi Di Battista (Werkleiter Brose Melfi).
(Foto: Brose)

Wie der Mechatronik-Spezialist mitteilte, produziert er auf einer Gesamtfläche von 4.400 Quadratmetern zunächst für die Fahrzeugmodelle Jeep Renegade und Fiat 500X. Täglich sollen rund 400 Fahrzeuge ausgestattet werden. In einem ersten Schritt seien etwa 70 Arbeitsplätze entstanden. Bei der Eröffnungszeremonie betonte Scott Garberding, Einkaufsleiter Fiat Chrysler Automobiles (FCA): „Wir freuen uns über das Commitment von Brose, hier in der Region einen Standort zu eröffnen. Wir brauchen einen Lieferanten wie Brose mit dem wir gemeinsam unser globales Wachstumsziel realisieren können.“ Über 4,3 Millionen Euro hat der Zulieferer in den neuen Standort investiert. Bis zu 80 Mitarbeiter werden bis Jahresende dort beschäftigt sein.

Fertigung im Takt der Fahrzeugmontage

Der Herstellungsprozess der Türsysteme erfolgt nach Angaben des Zulieferers nach dem sogenannten Just-in-Sequence-Verfahren. In Melfi verbleiben nach Eingang der Bestellung 312 Minuten für Montage, Prüfung, Transport und einbaufertige Lieferung zu der nur wenige Meter entfernten Fiat-Produktionsstätte. „Wir fertigen mehr als 113 Varianten. Unser Kunde erhält ein auf seine Bedürfnisse abgestimmtes, qualitativ hochwertiges Produkt und zwar genau in der Reihenfolge und zu dem Zeitpunkt, wenn er es für seine Fahrzeug-Endmontage benötigt“, schildert Luigi Di Battista. Bis nächstes Jahr soll die Türsystemproduktion um 150 Prozent gesteigert werden.

Brose fasst auf einer Trägerplatte mechanische, elektrische und elektronische Komponenten zusammen. Das verbessere die Funktionalität, spare Kosten und führe durch vorgeprüfte Einheiten zu einer Qualitätsverbesserung. Durch Leichtbau und neuartigen Materialmix reduziere das Produkt zudem das Gesamtgewicht eines Fahrzeugs um etwa drei Kilogramm.

Weitere Zusammenarbeit geplant

Bereits im Jahr 2011 eröffnete Brose ein Vertriebsbüro in Turin, nur 200 Meter vom Fiat-Hauptsitz entfernt. Zusätzlich zum neuen Türsystemauftrag fertigt der Automobilzulieferer seit vielen Jahren Fensterheber, Elektromotoren und Schließsysteme für den Hersteller. Für das chinesische Gemeinschaftsunternehmen von Fiat mit GAC produziert Brose bereits Türsysteme für den Fiat Viaggio in China. Auch mit dem Tochterunternehmen Chrysler verbindet den Mechatronik-Spezialisten eine langjährige Geschäftsbeziehung. Außerdem folgt Brose dem Kunden im nächsten Jahr ins brasilianische Goiana. Dort produziert der Automobilzulieferer für die gleichen Fiat-Fahrzeugtypen und weitere Modellreihen Türsysteme.

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