Fahrbericht

Peugeot 308 SW: Der Golf auf Französisch

| Autor: Jens Scheiner

Der neue Peugeot 308 SW kommt mit aufgefrischtem Design, neuen Motoren und zahlreichen Updates für die Assistenzsysteme. Wir haben die dritte Generation mit der GT-Line-Ausstattung getestet.
Der neue Peugeot 308 SW kommt mit aufgefrischtem Design, neuen Motoren und zahlreichen Updates für die Assistenzsysteme. Wir haben die dritte Generation mit der GT-Line-Ausstattung getestet. (Bild: Sven Prawitz/»Autmobil Industrie«)

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Mit aufgefrischtem Design, neuen Motoren und zahlreichen Updates für die Assistenzsysteme soll die dritte Generation des Peugeot 308 dem Platzhirschen VW Golf das Leben schwer machen. Wir haben den Peugeot 380 SW mit der GT-Line- Ausstattung getestet.

Während die erste Generation des Peugeot 308 nicht überzeugen konnte, hat die Zweite mit mehr als 760.000 verkauften Fahrzeugen die Erwartungen der Franzosen übertroffen. Und in Deutschland zählt er inzwischen zu den meistverkauften Peugeot-Modellen – wie hier zu Lande üblich als Kombi. In dieser Karosserievariante ist der Franzose mit einem Kofferraumvolumen von 610 bzw. 1.660 Litern in der Kompaktklasse ganz vorne dabei. Selbst der VW Golf mit 605 bzw. 1.620 Litern kann da nicht mithalten. Doch Platz allein reicht selbst in der Kompaktklasse nicht aus, um sich zu behaupten.

Deshalb haben die Franzosen den Kompakten umfangreicher überarbeitet. Optisch wird das vor allem an der Front deutlich: Hier ist das Löwenemblem von der etwas schärfer konturierten Motorhaube in den Grill gewandert. Außerdem haben die Designer die drei großen Lufteinlässe im unteren Bereich der Frontschürze neu gestaltet und im rechten und linken Lufteinlass Nebelscheinwerfer platziert. Die neuen Halogen-Frontscheinwerfer kommen serienmäßig mit integrierten LED-Tagfahrleuchten, gleiches gilt für die Rückleuchten. Voll-LED-Scheinwerfer gibt es serienmäßig in der Topausstattung „GT“, die auch unser Testwagen trug. Dieser kam als 308 SW mit dem sportlichen GT-Line-Paket, das sich im Innenraum unter anderem durch rote Ziernähte an Sitzen, Lenkrad, Schalthebel und Innenverkleidung der Türen sowie dem GT-Line-Schriftzug abhebt. Dabei liegt das Lederlenkrad gut in der Hand und die Sitze geben bei schnellen Lenkbewegungen ausreichend Seitenhalt und sind auf längeren Fahrten zudem noch bequem. Außerdem sind diese im Komfort-Paket Plus mit Sitzheizung, elektrischer Lendenwirbelstütze und Massagefunktion ausgestattet. Die Platzverhältnisse vorne sind bei einer Größe von 1,80 Metern ordentlich. Auf den Fondplätzen geht es etwas enger zu: Bein- und Kopffreiheit sind etwas eingeschränkt und zu dritt auf der Rückbank leidet auch die Schulterfreiheit beträchtlich.

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Fast ohne Schalter und Knöpfe

Obwohl das Cockpit und die Mittelkonsole in weiten Teilen aus Hartplastik besteht, wirkt alles hochwertig und gut verarbeitet: nichts klappert und wackelt. Zudem haben die Designer das Cockpit extrem aufgeräumt und so gut wie alle Schalter und Knöpfe verbannt. Die Designer sprechen hier von einem Clean-Design, wir nennen es unpraktisch. Denn fast alles lässt sich nur noch über den 9,7 Zoll großen Touchscreen regeln, der sich allerdings nicht wirklich intuitiv bedienen lässt und etwas verschachtelt ist. Selbst für die Klimaanlage muss man sich mühsam durch das Menü klicken und ist dadurch extrem vom Fahrgeschehen abgelenkt. Was Abhilfe schaffen würde, wäre ein Sprachassistent, der sich über einen Schalter am Lenkrad bedienen lässt. Dieser war aber in unserem Testwagen nicht zu finden, ebenso wenig wie ein Head-up-Display und das digitale Cockpit, das bereits Einzug im 3008 und 5008 erhalten hat.

Dafür haben die Ingenieure den kompakten Löwen mit zahlreichen Assistenzsystemen aus den beiden SUV-Brüdern ausgestattet: Hier reicht die Palette vom Totwinkelwarner über Fernlichtassistent bis zur Verkehrsschilderkennung mit Geschwindigkeitsempfehlung, die leider nicht immer einwandfrei funktioniert hat. Wir durften beispielsweise in einer 30-Zone mit 80 km/h fahren und Innerorts mit 100 km/h. Funktioniert das System und aktiviert man – mit etwas Geduld und Fummeln – den adaptiven Tempomat folgt das Fahrzeug in Kombination mit der automatischen Abstandserkennung dem voraus fahrenden Verkehr, bremst selbstständig ab und beschleunigt wieder. Das hat im zähflüssigen Verkehr ein paar Mal sehr gut funktioniert. Dennoch sollte man dem System nicht zu viel Vertrauen schenken, gleiches gilt für den eher nervigen und eigenwilligen Spurhalteassistent, der gern mal unvermittelt in die Lenkung eingreift. Glücklicherweise lässt sich dieser relativ einfach abstellen. Empfehlenswert sind hingegen, wegen der mäßigen Sicht nach hinten, eine Rückfahrkamera sowie der Parkassistent, der selbsttätig vorwärts oder in Längsrichtung einparken kann, der Fahrer muss dabei lediglich Gas geben und bremsen.

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Relativ sparsamer 1,2-Liter Drei-Zylinder-Motor

Gas geben lässt sich trotz drei Zylindern und nur 1,2 Litern Hubraum ganz ordentlich. Denn der Turbobenziner leistet 96 kW/130 PS bei 300 Newtonmeter Drehmoment und soll den 308 SW in 9,8 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Und mit einem angegeben Normverbrauch von gerade einmal 5,4 Litern auf 100 Kilometern sowie einem Partikelfilter soll er auch noch sparsam und sauber sein. Mit ihnen erfüllt Peugeot die Euro-6b-Norm und man darf ruhigen Gewissens in die Innenstadt fahren. Hier zeigt sich der 308 SW sehr agil: die präzise Lenkung gibt eine gute Rückmeldung und der Fronttriebler liegt satt auf der Straße. An der Ampel zieht der Kombi zügig weg, wenn auch mit einem manchmal aufdringlichen Brummeln, und schwimmt ohne weiteres geschmeidig im Stadtverkehr mit. Die Federung ist sportlich-komfortabel aber nicht zu hart.

Die Achtgang-Automatik „EAT8“, die Peugeot zusammen mit dem japanischen Getriebe-Spezialisten Aisin entwickelt hat, schaltet unauffällig und meist geschmeidig. Auch auf der Autobahn kommt der Löwe zügig aus den Startlöchern brüllt aber ab circa 160 km/h recht laut in den Innenraum, sodass Gespräche mit den Fondpassagieren nur auf das nötigste beschränkt werden sollten, bevor die Unterhaltung in Geschrei ausartet. Hier wäre noch etwas mehr Dämmmaterial empfehlenswert. Wir haben uns daher mit einer maximalen Geschwindigkeit von 175 km/h begnügt, obwohl noch etwas mehr drinnen gewesen wäre. Laut Datenblatt liegt die Spitzengeschwindigkeit bei 205 km/h. Unser Durchschnittsverbrauch lag zwischen 6,5 und 7,5 Litern, was die Tankrechnung in einem überschaubaren Rahmen hielt.

Gleiches gilt für die Preisgestaltung: Der Grundpreis des 380 SW in der GT-Line-Ausstattung liegt bei 28.600 Euro. Unser Testwagen war zusätzlich mit dem Safety-Paket Plus für 700 Euro extra und dem Komfort-Paket Plus für zusätzlich 590 Euro ausgestattet und kam insgesamt auf 29.890 Euro. Somit bewegt sich der 380 SW in einem ähnlichen Rahmen wie der Golf Variant. Dieser ist dem Franzosen allerdings in Sachen digitalem Cockpit und Hybridantrieb noch etwas voraus. Bleibt abzuwarten, ob die Franzosen hier noch nachziehen.

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