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Plug-in-Hybrid Plug-in-Hybrid-Modelle im Test

| Autor: Sven Prawitz

Plug-in-Hybride erfreuen sich steigender Beliebtheit – nicht zuletzt wegen Kaufprämie und möglichen Steuervorteilen. Sechs Modelle von BMW, Mitsubishi, Peugeot und Kia im Fahrbericht.

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BMW 330e: Der 3er als Plug-in-Hybrid.
BMW 330e: Der 3er als Plug-in-Hybrid.
(Bild: BMW)

Plug-in-Hybride werden in Deutschland vom Staat über eine Ausnahme in der Dienstwagenbesteuerung besonders gefördert. Dennoch sind die neu zugelassenen Hybride in Deutschland im vergangenen Jahr überwiegend Vollhybride und sogenannte Mildhybride gewesen: Nur 19 Prozent der in 2019 zugelassenen Hybridmodelle haben den, für einen Plug-in-Hybriden typischen, Steckeranschluss.

Trotzdem wächst dieses Segment sehr stark – 2019 um 44 Prozent – auch, weil die Automobilhersteller immer mehr Modelle auf den Markt bringen. Die momentan günstigsten Plug-in-Hybriden haben wir in einer eigenen Übersicht. Einige der neuen Modelle mit der aufwändigen Hybridtechnik konnten wir bereits fahren.

Fahrberichte Plug-in-Hybrid-Modelle

Die erste Generation des Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid kam im Jahr 2013 als erstes SUV mit PHEV-Konzept (engl. Plug-in Hybrid Electric Vehicle) auf den Markt. Seit dem haben die Japaner in Europa mehr als 150.000 Teilzeit-E-Autos verkauft, was das SUV zum absoluten Bestseller macht. Zwei Drittel der 2019 in Deutschland verkauften Outlander haben den Plug-in-Hybrid-Antrieb. Auch unsere Redaktion war mit dem überarbeiteten SUV unterwegs.

Könnte etwas sparsamer sein, lautet ein Fazit. Und auch das Infotainmentsystem hätte etwas Feintuning nötig.

Plug-in-Hybrid BMW

Der 3er von BMW kostet als Plug-in-Hybrid über 51.000 Euro. Dabei sind unter anderem digitale Instrumente mit Hybrid-spezifischen Anzeigen, das große Infotainment-System mit Online-Zugang und ein Sprachassistent inklusive. An der Haushaltssteckdose ist die Batterie in etwa sechs Stunden vollständig geladen. Das reicht für ungefähr 50 Kilometer rein elektrisches Fahren. Im Hybridmodus lädt der 330e immer wieder zum Gas geben und zu einer flotteren Fahrweise ein.

Etwas neuer als der 330e ist das Plug-in-Hybrid-SUV X5. Den großzügigeren Platzverhältnisse dieser Karosserieform verdankt dieses SUV eine im Vergleich zum 3er deutlich größeren Batterie. Damit soll das fast fünf Meter lange BMW-Modell annähernd 90 Kilometer rein elektrisch fahren können. Der Nachteil: Die Ladezeit ist entsprechend lang und momentan ist kein Schnellladen beim fast 80.000 Euro teuren SUV möglich.

Plug-in-Hybrid SUV

Der PSA-Konzern hat zwei annähernd baugleiche SUVs mit Plug-in-Hybrid-Technik im Angebot: Den Peugeot 3008 und den Opel Grandland X Hybrid4. Das Kompakt-SUV mit dem Löwen-Signet kostet über 49.000 Euro, weil die Antriebsart nur in Verbindung mit den höheren Ausstattungslinien angeboten wird. Dafür bekommt der Käufer einen 1,6-Liter-Ottomotor und einem E-Antrieb, die beide in Kombination 211 Kilowatt Leistung erzeugen. Mit dem verbauten Akku sollen bis zu 65 Kilometer elektrisch gefahren werden können. Im Test machte der 3008 auch im unwegsamen Gelände eine gute Figur. Bleibt die Frage, ob Peugeot bei dem genannten Kaufpreis die richtige Zielgruppe erreichen wird.

Deutlich günstiger ist da der Peugeot 508 mit Plug-in-Hybrid-Technik. Und als Kombi sind die Platzverhältnisse keinesfalls schlechter als beim SUV 3008. Die Systemleistung ist mit 165 Kilowatt geringer als beim Peugeot-SUV. Nach 40 Kilometer war die Batterie entladen, danach schaltete die Motorsteuerung in den Hybridmodus. 7,6 Liter Kraftstoff verbrauchte der Kombi in diesem Modus auf 100 Kilometer.

Kias Plug-in-Hybrid

Der Kia Niro PHEV überraschte mit einer kleinen Kuriosität: Trotz geladener Batterie und sanfter Fahrt bei 30 km/h im EV-Modus schaltete sich der Verbrennungsmotor ein. Das liegt daran, dass die Heizung auf die Abwärme des Ottomotors angewiesen ist. Ansonsten ließ sich der Niro bis zu 52 Kilometer rein elektrisch fahren. Im Hybridmodus lag der Verbrauch bei 5,2 Liter auf 100 Kilometer und im Sport-Modus auf der Autobahn stieg der Wert auf 8,9. Nicht ganz zufrieden waren wir mit den Fahrerassistenzsystemen.

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Über den Autor

 Sven Prawitz

Sven Prawitz

Technikjournalist