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Wirtschaft

Porsche: Mehr Gewinn dank hoher Nachfrage nach Top-Modellen

| Autor/ Redakteur: dpa/Christoph Seyerlein / Svenja Gelowicz

Porsche hat im vergangenen Jahr den Gewinn erneut steigern können. Und das, obwohl der Hersteller massiv in die Elektromobilität investiert und viel Personal aufgebaut hat: Porsche-Chef Blume begreift die Transformation als Chance – und spricht sogar von einem „Job-Motor“.

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Porsche hat 2018 Absatz, Umsatz und Gewinn erneut steigern können. Das hat der Premiumhersteller bei seiner Jahrespressekonferenz verkündet.
Porsche hat 2018 Absatz, Umsatz und Gewinn erneut steigern können. Das hat der Premiumhersteller bei seiner Jahrespressekonferenz verkündet.
(Bild: Porsche)

Porsche hat im vergangenen Jahr deutlich mehr von seinen teuren Top-Modellen verkaufen können und damit trotz steigender Ausgaben erneut mehr Gewinn erwirtschaftet. Unter dem Strich blieben 2018 rund 3,1 Milliarden Euro, etwa 100 Millionen Euro oder gut drei Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie der Sportwagenbauer am Freitag (15. März) in Stuttgart mitteilte.

Dass trotz hoher Investitionen vor allem in den Aufbau der Elektroauto-Produktion am Ende ein Plus steht, liege vor allem daran, dass Porsche nicht nur insgesamt mehr Autos verkaufen konnte, sondern vor allem mehr von seinen teuren Top-Modellen wie dem 911er oder dem Panamera. Das trieb den Umsatz um fast zehn Prozent auf knapp 25,8 Milliarden Euro nach oben. Insgesamt hat Porsche – wie zuvor schon bekannt – im vergangenen Jahr gut 256.000 Fahrzeuge ausgeliefert, vier Prozent mehr als 2017.

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Die Rendite fiel mit 16,6 Prozent trotzdem geringer aus als in den Vorjahren. Mindestens 15 Prozent hat Porsche-Chef Oliver Blume als Ziel vorgegeben. Daran will er auch festhalten.

Die Elektromobilität sieht Blume dabei mehr als Chance denn als Risiko. Bis 2023 investiert der Hersteller 15 Milliarden Euro in neue Produkte, sechs Milliarden davon alleine in Elektroautos. Dazu baut das Unternehmen auch weiter Personal auf. „In nur sieben Jahren hat sich unsere Belegschaft mehr als verdoppelt“, sagte Blume. Ende 2018 arbeiteten 32.325 Mitarbeiter für Porsche. „Und die Elektromobilität ist ein weiterer Job-Motor. Allein für den Taycan schaffen wir 1.500 neue Stellen“, so Blume weiter.

Porsche fährt Elektro-Kapazitäten hoch

Vom Erfolg des ersten reinelektrischen Modells der Zuffenhausener ist der Chef überzeugt. „Bereits jetzt haben wir mehr als 20.000 ernsthafte Kaufinteressenten. Wir werden unsere Produktionskapazitäten daher nach oben anpassen“, kündigte Blume an. Der Marktstart des Taycan ist im Herbst 2019 geplant, 2020 soll dann sein erstes Derivat, der Cross Turismo folgen.

Die nächste Generation des Kompakt-SUV Macan wird ebenfalls elektrisch angetrieben und damit die zweite rein batteriebetriebene Modellreihe von Porsche sein. Das Unternehmen geht davon aus, dass Mitte des nächsten Jahrzehnts die Hälfte der gesamten Porsche-Produktpalette elektrisch oder teilelektrisch als Plug-in-Hybrid verkauft wird.

Ein Porsche-Stromer ist etwa 10.000 Euro teurer in der Herstellung

Allerdings sind die Stromer in der Herstellung deutlich teurer als Fahrzeuge mit konventionellem Antriebsstrang. Rund 10.000 Euro pro Wagen macht das laut Finanzchef Lutz Meschke bei Porsche aus. Dieses Geld muss an anderer Stelle wieder hereingeholt werden. Porsche will jene Kosten nicht komplett auf die Kunden abwälzen, wie CEO Blume betonte. Digitale Methoden zum Beispiel bei der Entwicklung von Prototypen sollen die Entwicklung schneller und billiger machen. Zudem will Blume die Zahl der Modellvarianten reduzieren und das Personalwachstum auf lange Sicht dämpfen.

Andererseits müssen auch neue Geldquellen her. Blume und Meschke haben vor allem digitale Lifestyle-Dienste im Sinn, sowohl direkt im Auto als auch auf dem Smartphone. Auch für Leute, die keinen Porsche besitzen, will der Hersteller künftig ansprechen. 800 Millionen Euro jährlich steckt das Unternehmen in die Entwicklung solcher Angebote, erwartet aber auch eine Menge davon. „Auf mittlere Sicht wollen wir mit unseren digitalen Geschäften beim Gesamtumsatz in den zweistelligen Prozentbereich vorstoßen“, sagte Meschke.

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