Suchen

CO2-neutrale Fabrik

Porsche-Produktionschef: „Zulieferer müssen jetzt ihren Beitrag leisten“

| Autor: Svenja Gelowicz

In Zuffenhausen hat der Sportwagenhersteller bereits durch „reduzieren und optimieren“ eine CO2-neutrale Fabrik für den neuen Taycan geschaffen. Die erwartet Porsches Produktionschef Albrecht Reimold auch von den Lieferanten – in nicht allzu ferner Zukunft.

Firma zum Thema

Albrecht Reimold ist Vorstand für Produktion und Logistik bei Porsche. „CO2-Neutralität steht für uns an erster Stelle“, sagt er.
Albrecht Reimold ist Vorstand für Produktion und Logistik bei Porsche. „CO2-Neutralität steht für uns an erster Stelle“, sagt er.
( Bild: Porsche )

Bei Porsche setzt man voll auf das Thema Nachhaltigkeit. Als erster deutscher Hersteller hatte sich der Stuttgarter Autobauer vom Diesel verabschiedet. Porsches neuer E-Renner Taycan soll in Zuffenhausen ohne ökologischen Fußabdruck vom Band rollen. Dafür hat der Sportwagenhersteller unter anderem zwei neue Blockheizkraftwerke ans Netz gebracht. Produktionsvorstand Albrecht Reimold: „CO2-Neutralität steht für uns an erster Stelle. Wir wollen das nicht über Zertifikate erreichen, sondern durch reduzieren und optimieren.“

Das soll nun Vorbild für die ganze Lieferkette sein. Heißt: Die Zulieferer müssen mitziehen. Seit Juli gilt ein neues Vergabekriterium im VW-Konzern, „S-Rating“ genannt, das unter anderem Nachhaltigkeit im Fokus hat. Reimold: „Wir haben das Thema in unsere Lastenhefte geschrieben und führen dazu Gespräche. Die CO2-neutrale Fabrik ist ein Ausschreibekriterium für Zulieferer.“

Denn nur das „Zusammenstecken“ des Fahrzeugs in Zuffenhausen klimafreundlich zu gestalten, reiche nicht. Mit der Schrittfolge „erst reduzieren, dann optimieren“ müssen die Zulieferer laut Reimold jetzt „ihren Beitrag leisten“. Laut dem Produktionschef seien die dabei nicht minder kreativ als Porsche. Die Partner stünden dabei miteinander im Austausch. Ab dem Jahr 2026 soll die Lieferkette annähernd CO2-neutral sein.

Technologie trotzdem im Vordergrund

Zulieferer, die mit besonders ausgeklügelter Technologie überzeugen, müssen sich dabei wohl am wenigsten Sorge machen: Ein solcher Lieferant würde von Porsche auch dann weiter beauftragt, wenn er noch nicht nachhaltig sei, bemerkt Reimold. Doch nicht nur in Sachen Nachhaltigkeit arbeitet Porsche eng mit den Lieferanten zusammen. Der Taycan bestünde zu 80 Prozent aus Teilen von Zulieferern, und das Fahrzeug sei für den „ein oder anderen eine neue Welt“. „Die müssen intensiv betreut werden“, so Reimold.

Und während es schon für Porsche durchaus eine Herausforderung war, qualifiziertes Personal für den Elektrosportler zu finden, sei der Fachkräftemangel für die Zulieferer deutlich zu spüren. So mancher hätte schon beim OEM um Hilfe bei der Rekrutierung gebeten. Fast 1.000 Mitarbeiter hat der Sportwagenhersteller selbst für den Taycan, der Anfang September erstmals vorgestellt wird, rekrutiert. Offen sind noch 500 Stellen.

Ehemalige Passat-Werker bauen Taycan in Zuffenhausen

Über 32.000 Bewerbungen hätten die Zuffenhausener erhalten – auch aus dem VW-Konzern waren einige dabei. So bauen neben Porsche-Mitarbeitern aus der Zweitürer-Produktion nun auch 100 Werker aus Emden bald den Elektrosportler anstelle des Passats. Der Taycan, das wird deutlich, stellt nicht nur für Porsche neue Weichen in die Zukunft.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46050731)

Über den Autor

Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin

Porsche; Porsche/Lichtgut/Max Kovalenko; Audi; Leoni; Opel; Hochbahn Hamburg; BMW; Festo; VDA; Formula Student Germany; Quick Release; ACV; Edag; Christoph Schönbach/Magna; Röchling Automotive; BBS Automation; CSI Entwicklungstechnik; Composites Europe; Wilfried Wulff/BMW; Novelis; Bosch; Volkswagen ; IAA; Toroidion; Jens Scheiner/»Automobil Industrie«; Hyundai