Elektromobilität

Porsche: „Verbrenner wird 2030 Nischenprodukt sein“

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Sven Prawitz

Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke auf dem „Handelsblatt Auto-Gipfel“ in Wolfsburg.
Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke auf dem „Handelsblatt Auto-Gipfel“ in Wolfsburg. (Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

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Die große Elektro-Offensive im Volkswagen-Konzern macht auch vor Porsche nicht Halt. Der Autohersteller stellt sich auf eine zehnjährige Übergangsphase ein, wie Finanzvorstand Lutz Meschke sagte. Danach werden Verbrennungsmotoren wohl nur noch eine Nebenrolle spielen.

Porsche arbeitet an einem schnellen Aufstieg der Elektromobilität. Finanzvorstand Lutz Meschke sagte am Mittwoch (5. Dezember) beim „Handelsblatt Auto-Gipfel“ in Wolfsburg: „Die Zukunft ist elektrisch, die Kunden sind bereit dafür. Und Porsche ist es auch.“ Aktuell gehe man noch von einer zehnjährigen Übergangsphase aus. „Für 2021 rechnen wir damit, dass bereits jeder dritte ausgelieferte Porsche elektrifiziert sein wird. 2025 wird es schon mehr als die Hälfte sein. Und im Jahr 2030 wird der Verbrennungsmotor wohl nur noch ein Nischenprodukt sein“, prognostizierte Meschke.

Bei Porsche sehe man das aber nicht als komplett erzwungenen Wandel aufgrund von rechtlichen Vorgaben an. „Wir brauchen die E-Mobilität und wir wollen sie auch“, betonte Meschke. Gerade zu Porsche passe sie auch sehr gut, da Stromer hervorragende Eigenschaften für sportliches Fahren mitbrächten.

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Geplante Taycan-Produktion bereits zu klein

Schon heute kämen die elektrifizierten Modelle der Zuffenhausener gut bei den Kunden an. „In Europa sind zum Beispiel 60 Prozent aller verkauften Panamera-Modelle ein Plug-in-Hybrid“, sagte Meschke. Sein erstes reinelektrisches Fahrzeug, den Taycan, bringt der Hersteller im kommenden Jahr. „Er wird neue Maßstäbe setzen“, zeigte sich Meschke selbstbewusst. Die Nachfrage sei bereits jetzt riesig. „Beispiel Norwegen: Dort verkaufen wir normalerweise pro Jahr rund 600 Autos. Für den Taycan liegen uns von dort aber schon über 3.000 Vorbestellungen vor“, so der Finanzvorstand. Zuletzt hatte die VW-Tochter angekündigt, das geplante Produktionsvolumen für den Taycan wegen der hohen Resonanz erhöhen zu wollen.

Damit die Elektromobilität tatsächlich zum großen Erfolg werden kann, müsse man aber vor allem an der Ladeinfrastruktur arbeiten, sagte Meschke. Ein Ende der Reichweitenangst sei entscheidend. Deshalb habe man gemeinsam mit mehreren anderen Unternehmen auch den Ladesäulen-Anbieter Ionity ins Leben gerufen. Ionity will bis 2020 rund 400 Schnellladepunkte in Europa anbieten. Aktuell sind allerdings erst 29 davon in Betrieb. Das alleine reiche aber nicht, sagte Meschke. „Deshalb statten wir auch unseren Handel und auch Kunden mit Lademöglichkeiten aus.“

Porsche soll Porsche bleiben

Insgesamt investiert Porsche sechs Milliarden Euro in die Elektromobilität. „Wir hoffen, noch sehr lange Verbrenner anbieten zu können. Aber wir dürfen uns vor der Zukunft nicht verschließen“, betonte Lutz Meschke. Eines sei dem Hersteller bei allem Wandel aber wichtig: „Wir verändern uns, aber wir bleiben Porsche.“

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