Suchen

Automobilzulieferer

Preh feiert 100-jähriges Jubiläum

| Autor: Jens Scheiner

Das Unternehmen Preh aus Bad Neustadt feiert sein 100-jähriges Firmenjubiläum. Als kleiner Lieferant für die Rundfunkindustrie gestartet, hat sich Preh längst als Automobilzulieferer in den Marktsegmenten für Fahrerbediensysteme, Elektromobilität und Konnektivität etabliert. Die Geschichte.

Firmen zum Thema

Als kleiner Lieferant für die Rundfunkindustrie gestartet, hat sich Preh zum Innovationstreiber in den Marktsegmenten für Fahrerbediensysteme, E-Mobility und Connectivity entwickelt.
Als kleiner Lieferant für die Rundfunkindustrie gestartet, hat sich Preh zum Innovationstreiber in den Marktsegmenten für Fahrerbediensysteme, E-Mobility und Connectivity entwickelt.
( Bild: Preh )

Am 11. März 2019 feiert Preh sein 100-jähriges Bestehen. Als erster Firmensitz diente 1919 eine ehemalige Gaststätte mit Kegelbahn in Bad Neustadt. Dort produzierte Gründer Jakob Preh mit einem kleinen Team zunächst Elektroinstallationsteile und Zubehör für die noch in den Kinderschuhen steckende Rundfunkindustrie. 100 Jahre später beschäftigt der Automobilzulieferer rund 7.300 Mitarbeiter und stellte 2018 mit über 1,3 Milliarden Euro (vorläufige Angabe) eine neue Umsatz-Bestmarke auf.

Erste Kontakte zur Automobilindustrie machte das Unternehmen in den Dreißigern des vergangenen Jahrhunderts und stieg vorübergehend in die Fertigung von Autozubehör ein. Mit der Produktion von Autowinkern startete Preh erstmals in dem Markt, der seit Ende der Achtzigerjahre zum Hauptstandbein des Unternehmens werden sollte. Dabei hätte die Preh-Historie bereits 1945 enden können: Jakob Preh wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, beim Versuch Bad Neustadt ohne Blutvergießen an die vorrückenden US-Truppen zu übergeben, von Nationalsozialisten erschossen. Trotz dieser Tragödie führten Jakob Prehs Ehefrau Agnes und ihr gemeinsamer Sohn Walter das Unternehmen weiter.

Neuanfang und Aufstieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg startete Preh den Neuanfang als Hersteller von Spielwaren und entwickelte unter anderem elektrisches Spielzeug, wie beispielsweise ein ferngesteuertes Auto. Kurze Zeit später gelang der Einstieg in den Zuliefer-Markt für TV-Geräte: Als Hersteller von Potentiometern, Schaltern und Fernbedienungen erlebte das Unternehmen in den Sechzigern und frühen Siebzigern eine regelrechte Boomphase, war aber gleichzeitig wegen des zunehmenden Kostendrucks gezwungen zu expandieren: Ende der Sechzigerjahre baute Preh deshalb ein Werk im portugiesischen Trofa auf, das noch heute zur Preh-Gruppe gehört und in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern kann. 1971 folgte für die Gründerfamilie ein weiterer schwerer Schicksalsschlag: Walter Preh, der Sohn des Firmengründers, verstarb mit nur 58 Jahren. Nun war es seine Ehefrau Rosemarie Preh, die das Unternehmen weiterführte und das Überleben der Firma auch in Krisenzeiten sicherte.

Rückschläge und Wiederaufstieg

Die Rezession in den Siebzigern und die Branchenkrise in der deutschen Unterhaltungsindustrie zwangen auch Preh zu einer radikalen Neuausrichtung des Produktportfolios. Mitte der Achtzigerjahre zog sich das Unternehmen schließlich vollständig aus der Unterhaltungselektronik zurück und stieg erneut als Automobilzulieferer in den Markt ein. Zu den ersten Aufträgen gehörten 1987 ein Heizungsbediengerät für den VW Passat und 1988 ein Bedienfeld für BMW-Bordcomputer. Als Entwicklungspartner großer Automobilhersteller wie BMW, der Volkswagen-Gruppe, Daimler, Ford und General Motors entwickelte sich das Automotive-Geschäft immer stärker zum entscheidenden Standbein der Preh-Gruppe. Andere Aktivitäten wurden im 21. Jahrhundert ausgegründet oder veräußert. Zuletzt ist die PIA Automation 2017 innerhalb der Joyson-Gruppe als vollständig eigenständiger Bereich aufgestellt worden. Auf der anderen Seite hat sich Preh 2016 mit dem Zukauf der ehemaligen Technisat Automotive – heute Preh Car Connect – in den Automotive-Segmenten für Fahrzeugvernetzung, Infotainment und Telematik verstärkt.

Innovationskraft als „Versicherung“ für die Zukunft

Heute ist Preh ein Automobilzulieferer für Automotive Electronics, mit Standorten in Deutschland, Portugal, Rumänien, Polen, Schweden, den USA, Mexiko und China. Neben dem Kerngeschäft für Bediensysteme im Fahrzeugcockpit hat das Unternehmen auch in die Wachstumsmärkte für Elektromobilität und die Vernetzung von Fahrzeugen investiert.

Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Firmenjubiläum werden im Sommer stattfinden: Am 26. Juli veranstaltet Preh eine Feier für geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft, während einen Tag später ein großes Familienfest für die Mitarbeiter stattfinden wird.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45790492)

Über den Autor

Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE

Preh; Harman; Rafael Hanussek ; Läpple; ; Jens Scheiner/»Automobil Industrie«; Canoo; VW; Byton; Continental; Volkswagen; Mini; Elring Klinger; Auto-Medienportal.Net/Jaguar Land Rover; IAV; Patrick Langer, KIT; Porsche; Christoph Schönbach/Magna; Röchling Automotive; BBS Automation; CSI Entwicklungstechnik; Composites Europe; Wilfried Wulff/BMW; Novelis; Opel