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Wirtschaft Produktionsdaten: Volkswagen und Amazon verbünden sich

| Autor/ Redakteur: ampnet/Sm/dpa / Maximiliane Reichhardt

Volkswagen und Amazon wollen gemeinsam eine Cloud konstruieren, in der die Daten aus 122 VW-Fabriken zusammengeführt werden sollen. Damit wollen die Wolfsburger die Produktivität ihrer Werke verbessern.

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In der Volkswagen Industrial Cloud sollen sämtliche Daten aus 122 Fabriken des Konzerns zusammengeführt werden.
In der Volkswagen Industrial Cloud sollen sämtliche Daten aus 122 Fabriken des Konzerns zusammengeführt werden.
(Bild: Volkswagen AG)

Volkswagen und Amazon wollen gemeinsam die „Volkswagen Industrial Cloud“ aufbauen. Beide Unternehmen gaben dazu eine mehrjährige Entwicklungszusammenarbeit bekannt. In dieser Cloud sollen künftig die Daten aller Maschinen, Anlagen und Systeme aus sämtlichen 122 Fabriken des VW-Konzerns zusammengeführt werden. Die Industrial Cloud von Volkswagen schaffe damit die technische Voraussetzung zur Erreichung der Produktivitätsziele: Bisher unterschieden sich die Systeme in Teilen von Standort zu Standort. Würden dagegen die Daten aus allen Werken zusammengeführt, sei der Materialfluss leichter zu steuern und Lieferengpässe oder Störungen früher zu erkennen. Langfristig gehe es auch um die Integration der globalen Lieferkette des Volkswagen Konzerns mit über 30.000 Standorten von mehr als 1.500 Zulieferern und Partnerunternehmen.

Gemeinsam mit Amazon Web Services will Volkswagen seine Industrial Cloud deshalb als offene Industrie-Plattform anlegen, die perspektivisch auch weitere Partner aus Industrie, Logistik und Handel nutzen können. Der Autobauer kooperiert bei Cloud-Diensten auch mit Microsoft, um seine Autos voll zu vernetzen.

VW: Die Digitalisierung kostet Arbeitsplätze

Unlängst hatte Volkswagen angekündigt, bis 2025 die Produktivität im gesamten Produktionsnetzwerk – außer China – um 30 Prozent steigern zu wollen. Konzernchef Herbert Diess hatte in der vergangenen Woche auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg gesagt, VW sei „im Wettbewerbsvergleich in unseren Fabriken und in der Verwaltung langsamer und weniger produktiv“. Er betonte: „Wir müssen mit unseren Autos deutlich mehr Geld verdienen, um in die Zukunft investieren zu können.“ Er machte aber auch klar, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze kosten werde – auch in der Verwaltung. Dies solle aber etwa über Altersteilzeit sozialverträglich gelöst werden. Auch an anderer Stelle setzt Diess auf Kooperationen, etwa die angedachte Partnerschaft mit Ford beim Bau von kleinen Nutzfahrzeugen.

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