Industrieller 3D-Druck

Rapidtech mit Fachforum Automobilindustrie

| Autor / Redakteur: Annedore Bose-Munde / Thomas Günnel

Erfolg für die Messen „Rapid.Tech“ und „FabCon 3.D“: mehr Besucher und Aussteller fanden den Weg nach Erfurt. Außerdem gab es erstmals ein Fachforum „Automobilindustrie“.
Erfolg für die Messen „Rapid.Tech“ und „FabCon 3.D“: mehr Besucher und Aussteller fanden den Weg nach Erfurt. Außerdem gab es erstmals ein Fachforum „Automobilindustrie“. (Bild: Messe Erfurt)

Erfolg für die Messen „Rapid.Tech“ und „FabCon 3.D“: Verglichen mit dem Vorjahr fanden deutlich mehr Besucher den Weg in die Messehallen. Zudem fanden ein Fachforum „Automobilindustrie“ und ein Designwettbewerb zum 3D-Druck statt.

Auf dem Messegelände in Erfurt vertreten waren mit Botspot, Concept Laser, EOS, Keyence Deutschland, Materialise, SLM Solutions und Stratasys auch Marktführer der Branche. Nach Aussage der Messe Erfurt GmbH sei die Verlängerung der Veranstaltungslaufzeit von zwei auf aktuell drei Tage für viele Unternehmen ein Grund gewesen, ihre Standflächen deutlich zu vergrößern und mehr Maschinen auszustellen. Insgesamt 4.500 Fachbesucher und Kongressteilnehmer aus 19 Ländern kamen nach Erfurt – 13 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Deutlichen Zuwachs (21 Prozent) gab es auch bei den Ausstellern: 176 Aussteller präsentierten ihre neuen Produkte und Anwendungen in den Bereichen generative Fertigung und 3D-Druck.

AM-Anwendungen für die Autobranche

Erstmals fand in diesem Jahr im Rahmen des Kongresses ein Fachforum Automobilindustrie statt. Längst haben sich in der Automobilindustrie additive Fertigungsverfahren und der 3D-Druck etabliert. So berichtete Dr. Steffen Landua, Leiter Technologieentwicklung Werkzeugbau und Presswerk bei Volkswagen, in seinem Keynote-Vortrag über die Chancen, die der metallische 3D-Druck bei der Fertigung von Betriebsmitteln und Serienbauteilen in der Automobilindustrie bietet und darüber, welcher Nutzen für die Hersteller daraus entsteht. Er erläuterte auch, welche Anforderungen AM (Additive Manufacturing) in der Automobilproduktion sicherstellen muss, beispielsweise hinsichtlich Produktivität, Werkstoffauswahl und Bauraumgrößen. Lauda stellte zudem Anwendungen vor, die der Automobilhersteller im Unternehmen realisiert hat. Insgesamt standen acht verschiedene Fachvorträge zu AM in der Automobilindustrie auf dem Programm des Fachforums. So etwa das Thema „Seriennahe Bauteileigenschaften für die automobile Produktentwicklung durch Additive Tooling“ von Martin Friedrich von der BMW Group. Thiemo Fieger von der Daimler AG präsentierte erstmals einen Ansatz für generische Konstruktionsrichtlinien für additive Verfahren sowie die Ergebnisse erster Untersuchungen an laserstrahl- und widerstandpunktgefügten Proben. Und Johannes Triebs vom Chair of Production Engineering of EMobility Components an der RWTH Aachen präsentierte neue Untersuchungen und Anwendungen der kunststoffbasierten additiven Fertigungsverfahren für den Bau von Prototypen und Kleinserien von Elektrofahrzeugen.

Weitere Fachforen ergänzt

Neu waren in diesem Jahr auch die Fachforen Additive Lohnfertigung, 3D Metal Printing und Elektronik, die – so wie die bereits etablierten Fachforen Medizintechnik, Zahntechnik, Konstruktion, Luftfahrt, Werkzeuge und Wissenschaft sowie die Anwendertagung – nach Aussage der Messe Erfurt gut besucht wurden. Das Messe-Duo aus Rapid.Tech und FabCon 3.D mit angeschlossenem Fachkongress ist inzwischen zu einer stabilen Größe für die Branche geworden. Dass der ehemalige Messechef Wieland Kniffka, der seit 2012 Geschäftsführer der Messe Erfurt war, ab dem zweiten Messetag mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion entbunden war, konnte den erfolgreichen Veranstaltungsverlauf jedenfalls nicht beeinträchtigen. Über Gründe der Personalie wurde bisher nichts bekannt. Die nächste Rapid.Tech und FabCon 3. sind für den 20. bis 22. Juni 2017 geplant.

Designwettbewerb „3D Pioneers Challenge“

Während der Messen wurde der internationale Designwettbewerb „3D Pioneers Challenge“ juriert. Laurent Bernadac, selbst Finalist des Wettbewerbs, sorgte mit einem Musikstück auf seiner elektrischen, 3D-gedruckten Geige am Galaabend für begeisterte Stimmung und bildete den passenden Einstieg zur Preisverleihung. Die Preosgelder erreichten insgesamt eine Höhe von 15.000 Euro – der Wettbewerb ist damit einer der am höchsten dotierten Awards für Innovation im 3D-Druck.

Zu den Gewinnern zählen:

  • Norman Petzold, Olaf Mollenhauer, Eric Markweg und Thomas Kowallik von Tetra mit dem Nano 3D-Drucker MBZ-2PP (1. Platz: 5.000 Euro). Die Jury sah hier die brillante Technik und Innovation und verwies auf das Potential in deutlich optimierten Miniaturisierungen von 3D-gedruckten Strukturen.
  • Clemens Rieth, von der HFG Pforzheim, kam mit der Prothese Pangolin auf den 2. Platz (4.000 Euro) und konnte die Jury durch die Synthese aus Bionik, individueller Passform und Design im Fashion-Style überzeugen. Die Prothese sei zu schön, um sie unter Stoff zu verstecken.
  • Das Team um Tobias Brambor, Lena Popiolek, Marcus Hackner, Marius Rossenthal, Thyl Niebergall und Andrey Jefimov der HAWK Hildesheim erreichte den 3. Platz mit „Mensch-Maschine“, der neuen Interpretation der Seifenkiste mittels 3D-gedruckter, selbsttragender, bionischer Strukturen.
  • Das Projekt „Juicy bites“ von Lun Yeh von der Hochschule Darmstadt, teilte sich mit ihnen den 3. Platz (je 3.000 Euro), die Jury meint hier: „Zitiert das klassische Kochgerät in neuer Interpretation. Jetzt komponieren wir das Gemüse neu. Gemüse 4.0. Der Designer hat eine Schwäche für Stanley Kubrick. Multisensorisches Esserlebnis“

Weitere Arbeiten aus Architektur, Medizintechnik, Maschinenbau, Forschung, Fashion und Design erhielten„Special Mention“-Auszeichnungen:

  • Lea Huch, Projekt Samsen GmbH
  • Bio-inspired 3D Printed Hygroscopic Programmable Material Systems, David Correa, Prof. Achim Menges und Steffen Reichert, ICD der Universität Stuttgart
  • Atomic Light, Büro Wertel Oberfell GbR
  • Documenting climate change through 3D Printing, Darlene Farris-LaBar, East Stroudsburg University (USA)
  • Fossilized, Team Amalgamma Francesca Camillleri, Nadia Doukhi, Alvaro Rodriquez Lopez, Roman Strukov, Bartlett School of Architecture (UK)
  • Liberte, Danit Peleg (Israel)
  • Message in a Cake, Daniel Wilkens, Folkwang UdK Essen
  • Xmoove, Klaus Liese, Lichthochdrei

Zusammen mit den Gewinnern sind sie Teil einer geplanten Ausstellungsreihe die unter anderem in Deutschland und den USA präsentiert werden soll. Die erste Ausstellung fand im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages direkt nach der Preisverleihung statt. Der nächste Stopp der Roadshow ist die Fashion-Week Düsseldorf, Plattform Fashion, am 26. Juli 2016.

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