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Fahrbericht Renault Twingo: In der Stadt zu Hause

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Der Twingo 3 hat sehr viel Potenzial, um verlorenes Terrain zurückzuerobern. In der Stadt machte uns der City-Flitzer viel Spaß, längere Autobahnfahrten hingegen waren wenig erholsam.

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Der Renault Twingo 3 sehr viel Potenzial, um verlorenes Terrain zurückzuerobern – allen voran bei der jungen Damenwelt.
Der Renault Twingo 3 sehr viel Potenzial, um verlorenes Terrain zurückzuerobern – allen voran bei der jungen Damenwelt.
(Foto: Renault)

Bereits im September 2014 ist der Renault Twingo in die dritte Runde gestartet. Die Technik teilt er sich mit dem Smart Fortwo und Forfour. Somit sitzt der Motor im Kofferraum und treibt erstmals in der Modellgeschichte die Hinterräder an. Wir hatten den Twingo Energy SCe 70 im Fuhrpark, angetrieben von einem 1,0-Liter-Dreizylinder-Saugmotor mit 52 kW/71 PS und ausgestattet mit Start-Stopp-Automatik. Der Grundpreis des 5-Türers liegt bei 10.990 Euro. Im Normverbrauch begnügt sich der Kleinwagen laut Herstellerangaben mit 4,2 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer entspricht. Unser Testverbrauch lag mit rund 6,0 Liter pro 100 Kilometer deutlich darüber, was auf den hohen Autobahnanteil zurückzuführen ist.

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Unser pastell-blauer Twingo entpuppte sich als echter Hingucker, der in der Stadt mit seinen 3,60 Metern Länge und seinem extrem kleinen Wendekreis von nur 8,65 Metern richtig Spaß machte. Auf den Überlandstrecken ging es mit dem Kleinwagen ausreichend schnell voran, Überholmanöver erfordern jedoch große Lücken auf der Gegenfahrbahn. Sehr anstrengend waren unsere Autobahnfahrten, denn an leichten Steigungen fiel der Twingo schnell von etwas mehr als 150 km/h Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h und weniger herab. Generell braucht der Dreizylinder seine Zeit, um auf Touren zu kommen. Ebenfalls nervig die hohe Windempfindlichkeit, vor allem auf Brücken.

Interieur – auffallend anders

Das Interieur ist einfach, aber auffallend anders. Das Cockpit dominieren runde und ovale Formen. Das große Kombiinstrument befindet sich nicht wie bei den Vorgängern zentral auf der Oberseite des Armaturenträgers, sondern direkt im Blickfeld des Fahrers. Es beinhaltet eine halbkreisförmige Geschwindigkeitsanzeige mit gut leserlichen Ziffern, die den serienmäßigen Bordcomputer mit integrierter Schaltpunktanzeige einrahmt. Weiteres Gestaltungselement ist eine breite Zierblende rings um Instrumente und Mittelkonsole. In unserem Testwagen war sie in Weiß mit Golfball-Oberfläche ausgeführt. Weitere weiße Einsätze waren an Lenkrad, Türverkleidung, Lüftungsdüsen und Schalthebel zu finden. Insgesamt bietet der Innenraum viele Staumöglichkeiten. Hierzu zählen Ablagen für 1,5-Liter-Flaschen in den Vordertüren und das große, sechs Liter fassende Handschuhfach. Hinzu kommt ein offenes Ablagefach mit Getränkehaltern in der Mittelkonsole.

Ein schlichter Halter klemmt das Smartphone an das Multimediasystem. Mit der Infotainment-App „R & GO“ lässt es sich via Bluetooth einfach mit Autoradio und Fahrzeug koppeln und stellt so auch eine Navigationsfunktion zur Verfügung. Zwischen Instrumententräger und Kofferraumklappe stehen insgesamt 33 Zentimeter mehr Platz zur Verfügung als im Vorgänger. Die Kniefreiheit hinten liegt bei 13,6 Zentimeter. Das Kofferraumvolumen beträgt 219 Liter nach VDA-Norm. Wird die Rückbank umgeklappt, entsteht ein ebener Ladeboden mit 1,34 Meter Länge. Die Ladekapazität steigt auf 980 Liter. Zusätzlich ist die Beifahrersitzlehne ab Werk umklappbar, sodass sich Gegenstände bis zu 2,31 Meter Länge transportieren lassen.

Alles in allem hat der Twingo 3 sehr viel Potenzial, um verlorenes Terrain zurückzuerobern – allen voran bei der jungen Damenwelt. In der Stadt machte uns der City-Flitzer viel Spaß, längere Autobahnfahrten hingegen waren wenig erholsam.

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