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Werkstoffe Saint Gobain stellt leichte Gleitlager vor

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

Es zählt jedes Gramm beim Abspecken im Automobilbau. Selbst Funktionsteile im Grammbereich müssen deshalb weiter abspecken. So auch bereits schon leichtgewichtige Gleitlager, bei denen spezielle Folien aus Polytetrafluorethylen (PTFE) die Lauffläche bilden.

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Jedes Gramm zählt im Automobilbau, deshalb müssen auch bereits leichte Funktionsteile weiter abspecken – zum Beispiel leichtgewichtige Gleitlager, bei denen spezielle Folien aus Polytetrafluorethylen (PTFE) die Lauffläche bilden.
Jedes Gramm zählt im Automobilbau, deshalb müssen auch bereits leichte Funktionsteile weiter abspecken – zum Beispiel leichtgewichtige Gleitlager, bei denen spezielle Folien aus Polytetrafluorethylen (PTFE) die Lauffläche bilden.
(Foto: Saint Gobain)

Ein Innovator in dem Bereich ist der französische Konzern Saint-Gobain. Er ist weltweit einer der führenden Gleitlagerhersteller, der unter dem Markennamen „Norglide“ letztes Jahr mehr als zwei Milliarden PTFE-Verbundgleitlager abgesetzt hat. Das bedeute, dass im Mittel in jedem global produzierten Auto allein 25 „Norglide“-Verbundlager montiert seien, sagte Hans-Jürgen Jäger, Global Market Manager Automotive Exterior. Jäger arbeitet in der Saint-Gobain Performance Plastics Pampus GmbH in Willich, nahe Düsseldorf, einem von weltweit 14 Standorten. Dort werden 40 Millionen PTFE-Verbundlager im Monat produziert und an dem Standort ist auch eines der insgesamt sechs F&E-Zentren beheimatet. Jetzt wurde in Willich ein neu entwickeltes Gleitlager vorgestellt, das ab November 2015 auf den Markt kommt.

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Zur Geräuschminderung und Vibrationsdämmung

Die Gleitlager im Pkw sind meist kleine Teile, die bei Abmessungen weit unterhalb von Fingerhutgrößen aufwärts starten, die eine große Wirkung auf Qualität und Leistung in den eingebauten Endprodukten ausüben. Sie sitzen in vielen Bauteilen, bei denen es zusätzlich zum effektiven Gleiten um Geräuschminderung und Vibrationsdämmung ankommt. Etwa bei der elektromechanischen Servolenkung, wo ein sogenanntes Lenkungsdruckstück mit PTFE-Verbundgleitschicht in der Halbschale die Zahnstange führt, damit der Fahrer in der Lenkung nicht die kleinste Vibration spürt. Die PTFE-Gleitlager sind unter anderen Bestandteil im Zweimassenschwungrad, in der Pedalerie und in Fahrzeugsitzen.

Leichtgängige Verstellung

Ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz bringt es auf 16 Gleitlager, die in den kinematischen Bauteilen montiert sind, die Fluchtungsdifferenzen ausgleichen und auch zur Komforterhöhung sowie Geräuschdämpfung beitragen. Und auf den hinteren Sitzen in Premium-Pkw sind bis 70 PTFE-Verbundgleitlager eingebaut, erklärte Mirko Hundertmark, Global Market Manager Interior, der hervorhob, dass Saint-Gobain mit seinen Produkten bei Sitzen weltmarktführend ist. Derzeit sei ein Entwicklungsschwerpunkt die leichte spielfreie Verstellung der Kopfstütze. Sie sollen mit Führungshülsen und PTFE-Verbundgleitlager so ausgerüstet werden, dass mit geringem Kraftaufwand von 30 Newton bis 40 Newton die Kopfstützen verstellt werden. Beim heutigen Verstellmechanismus sind teilweise 60 Newton bis 80 Newton aufzubringen.

Korrosionsbeständige Verbundgleitlager

Das jetzt in Willich vorgestellte neu entwickelte Gleitlager steht für ein Sortiment anpassbarer korrosionsbeständiger Verbundgleitlager. Es wartet mit neuen Konstruktionsmerkmalen und Materialfortschritten auf. Die speziell entwickelten Laufflächen aus einem Verbundmaterial aus Polytetrafluorethylen (PTFE) und Füllstoffen können exakt auf die jeweilige Anforderung hergestellt werden. Als Füllstoffe werden bei der Produktion des Gleitflächenmaterials dem weißen PTFE-Pulver unter anderen Kohlenstoff (Grafit), Glasfaser und spezielle Polymerpulver beigemischt.

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