Analyse Schaeffler-Bilanz enttäuscht Analysten

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Industriekonzern Schaeffler hat im vergangenen Jahr schwächer abgeschnitten als vom Markt erwartet. Eine Analyse der vorläufigen Zahlen.

Schaeffler hat vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2024 vorgelegt. Für einige Analysten ist die Bilanz ernüchtern.(Bild:  Schaeffler)
Schaeffler hat vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2024 vorgelegt. Für einige Analysten ist die Bilanz ernüchtern.
(Bild: Schaeffler)

Der Industriekonzern Schaeffler hat im vergangenen Jahr schwächer abgeschnitten als vom Markt erwartet. Dabei entwickelte sich vor allem die Marge deutlich schlechter, wie das Unternehmen anhand vorläufiger Zahlen am Dienstagabend (21. Januar) mitteilte. Der Umsatz legte dank des Vitesco-Zukaufs zwar zu, Analysten hatten sich aber auch hier mehr erhofft.

Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz von 16,3 Milliarden im Vorjahr auf 18,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten jedoch im Schnitt mit 18,5 Milliarden gerechnet. Treiber sei vor allem die Übernahme von Vitesco ab dem vierten Quartal gewesen, hieß es.

Ebit-Marge fast halbiert

Die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird voraussichtlich von 7,3 auf 4,5 Prozent gesunken sein, wie es weiter hieß. Schaeffler hatte fünf bis acht Prozent in Aussicht gestellt, der Marktkonsens hatte gute sechs Prozent erwartet. Im vierten Quartal falle die Diskrepanz zwischen einer realisierten Marge von 1,8 Prozent und der Markterwartung von 5,2 Prozent noch deutlich größer aus, hob Analyst Sebastian Kuenne von der Bank RBC hervor.

Dem Unternehmen zufolge belasteten im vierten Quartal insbesondere die schwache Ergebnisentwicklung der Sparte Bearings & Industrial Solutions sowie bei Vitesco. Schaeffler hatte im vergangenen Jahr den Spezialisten für Elektroantriebe aus Regensburg geschluckt. In der Top-100-Tabelle von Automobil Industrie liegt Schaeffler mit gut zwölf Milliarden Euro Umsatz (nur Automotive) auf Platz 29. Mit Vitesco konsolidiert könnte der Sprung unter die 20 größten Zulieferer der Welt gelingen. Vitesco war 2019 aus der ehemaligen Antriebssparte der Continental AG hervorgegangen und 2021 selbst an die Börse gebracht worden.

Gutes Cash-Flow-Ergebnis

Dagegen fiel 2024 der freie Mittelzufluss vor Fusionen und Übernahmen mit 360 Millionen Euro besser aus als erwartet. Das Erreichen dieser Kennzahl ist Analyst Akshat Kacker von der US-Bank J.P. Morgan zufolge von entscheidender Bedeutung, da Schaeffler Vitesco inmitten sich verschlechternder Endmärkte in das Geschäft integriere. Zudem bilde sie die Grundlage für die Dividendenausschüttung.

Analyst Christoph Laskawi von der Deutschen Bank sprach hingegen mit Blick auf die Eckdaten von einer weiteren massiven Enttäuschung. Auch 2025 werde wohl wieder nur ein Übergangsjahr. Die Bank strich die Kaufempfehlung für die Papiere.

Nach den Spar-Ankündigungen von Volkswagen und anderen Unternehmen der Branche wegen der Automobilkrise in Deutschland hatte auch Schaeffler im November massive Personaleinschnitte angekündigt. Schaeffler will 4.700 Arbeitsplätzen in Europa streichen, davon 2.800 in Deutschland. Allerdings sollen auch einige Stellen innerhalb Europas oder ins nicht europäische Ausland verlagert werden, sodass Schaeffler von einem Nettoabbau von 3.700 Stellen spricht.

Die ausführlichen Zahlen sowie die Prognose für 2025 will der Industriekonzern am 5. März vorlegen.

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