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Hybrid-Technik Schaeffler und Conti entwickeln 48-Volt-Mild-Hybrid

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Christian Otto

Den Spritverbrauch auf einen Streich um 17 Prozent zu senken, ist enorm. Das gelingt Continental und Schaeffler mit ihrem 48-Volt-Mild-Hybrid-Antrieb in einem Ford Focus1.0 EcoBoost. Der schon sparsame Dreizylinder schluckt nach Motor-Tuning und elektrischer Ertüchtigung nicht nur deutlich weniger als das Basis-Fahrzeug, sondern unterschreitet sogar leicht den kommenden CO2-Grenzwert von 95 g/km.

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Der Ford Focus mit Mild-Hybrid hatte schon vor der Modifikation einen sparsamem Dreizylinder. Nach Motor-Tuning und elektrischer Ertüchtigung verbraucht er aber nicht nur deutlich weniger als das Basis-Fahrzeug, sondern unterschreitet sogar leicht den CO2-Grenzwert von 95 g/km, der ab 2020 vorgeschrieben ist.
Der Ford Focus mit Mild-Hybrid hatte schon vor der Modifikation einen sparsamem Dreizylinder. Nach Motor-Tuning und elektrischer Ertüchtigung verbraucht er aber nicht nur deutlich weniger als das Basis-Fahrzeug, sondern unterschreitet sogar leicht den CO2-Grenzwert von 95 g/km, der ab 2020 vorgeschrieben ist.
(Foto: W. Pester )

Die Schraube beim Spritverbrauch muss weiter angezogen werden. Das ist zum einen der Umwelt geschuldet. Das erfordern aber auch die immer schärferen Emissions-Grenzwerte. Den Spritverbrauch auf einen Streich um ein Sechstel zu senken, scheint vor diesem Hintergrund eine beachtliche Leistung. Continental und Schaeffler haben das jetzt mit ihrem 48-Volt-Mild-Hybrid-Antrieb bewiesen und einen Ford Focus1.0 EcoBoost zum Sparfuchs gemacht. Der Golf-Konkurrent mit schon sparsamem Dreizylinder-Turbo-Direkteinspritzer verbraucht nach Motor-Tuning und elektrischer Ertüchtigung nicht nur deutlich weniger als das Basis-Fahrzeug, sondern unterschreitet sogar leicht den CO2-Grenzwert von 95 g/km, der ab 2020 vorgeschrieben ist.

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Die neue serienfertige Technik steckt im Demonstrationsfahrzeug "Gasoline Technology Car" (GTC). Mit dem Mild-Hybrid-Antrieb in 48-Volt-Technik und dem modifizierten 1.0-EcoBoost-Motor nebst spezieller Steuerung wurde aus der Serienversion des Focus einen Sparkünstler, und das unter Beibehaltung der Leistung von 92 kW/125 PS und dem maximalen Drehmoment von 170 Newtonmeter bei 1.500/min. So sinkt der Spritverbrauch des GTC im sogenannten „NEFZ“-Test „kombiniert“ von 5,0 l/100 km des Focus-Referenzfahrzeugs um 17 Prozent auf 4,1 l/100 km. Und entsprechend der CO2-Ausstoß von 114 g/km auf knapp unter 95 g/km. Im realen Stadtverkehr können laut Ingenieure bis 20 Prozent Benzin gespart werden. Was heißt, der GTC schluckt „innerorts“ mit rund 5,0 Liter weit weniger als der Referenz-Focus mit 6,3 Liter je 100 Kilometer. Darüber hinaus erfüllt der GTC die schärfste Abgas-Norm EU 6c, die erst 2017/2018 obligatorisch wird, der Focus 1.0 EcoBoost hat dagegen nur EU 5.

Gute Fahreigenschaften

Und wie fährt der GTC? Vorbildlich und komfortabler, wie die erste Probefahrt zeigte, die Continental und Schaeffler jetzt in Schlüsselfeld nahe Bamberg ermöglichte. Das Starten des Mild-Hybrid-Benziners übernimmt eine 48-Volt-Elektromaschine, die als zweiter Motor 14 kW/19 PS Leistung und 135 Newtonmeter ab der ersten Umdrehung der Kurbelwelle zum Antrieb beisteuert. Die elektrische Traktionseinheit „EcoDrive“ ist per Riementrieb mit der Motorkurbelwelle verbunden. EcoDrive ersetzt als Starter-Generator die Lichtmaschine sowie den Anlasser und unterstützt den Benzinmotor generell beim Start und beim Antrieb. Das geschieht üblicherweise im Fahrbetrieb bei niedrigen Drehzahlen (Downspeeding). Der Fahrzeugantrieb des GTC wirkt etwas direkter als beim Basis-Focus und das sogenannte „Turboloch“ ist damit passé.

Der 1,0-Liter-Basis-Dreizylinder wurde modifiziert. Er erhielt eine leistungsfähigere Benzineinspritzung, eine gekühlte Niederdruck-Abgasrückführung (AGR) und eine spezielle Motorsteuerung. Die managt die Zündung des Luft-Benzin-Gemischs derart, dass jeweils die tatsächliche Drehmoment-Anforderung beim Verbrennungsprozess berücksichtigt wird und so das Downspeeding optimiert. Die Kraftübertragung übernimmt ein 6-Gang-Handschaltgetriebe neuester Technik mit einem elektro-hydraulischen Kupplungsaktuator. Dies erlaubt Funktionen, die sonst Fahrzeugen mit Automatik-Getrieben vorbehalten sind, so die beiden Zulieferer.

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