Studie So hat sich der globale Kraftstoffmix verändert

Redakteur: Sven Prawitz

Das Labor SGS zeigt in einer Studie, wie sich die Kraftstoffqualität auf der Welt zwischen 2000 und 2020 verändert hat.

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Die Qualitätsoptimierung von Kraftstoffen ist im Hinblick auf deren Verträglichkeit für Umwelt und Motoren von großer Bedeutung.
Die Qualitätsoptimierung von Kraftstoffen ist im Hinblick auf deren Verträglichkeit für Umwelt und Motoren von großer Bedeutung.
(Bild: SGS Group)

Kraftstoffe auf der ganzen Welt haben heute deutlich weniger Schwefelanteile als vor 20 Jahren. Bei der Qualität der Kraftstoffe gebe es jedoch große Unterschiede. Darauf weist das Schmierstofflabor SGS in einer aktuellen Studie hin. Das Unternehmen untersucht Kraftstoffproben aus 150 Ländern. Der aktuelle Vergleich stellt die Ergebnisse des Jahres 2020 denen von 2000 gegenüber.

Unsere aktuellen Analysen zeigen, dass die Kraftstoffqualitäten länderspezifisch stark variieren, sich aber generell verbessert haben“, sagt Anke Konzack, Business Development Managerin bei SGS. „In den meisten Ländern, mit einigen Ausnahmen in Asien und Afrika, sind heute deutlich schwefelärmere Kraftstoffe erhältlich als noch im Vergleichsjahr 2000.“ Bei Diesel ergab der Langzeitvergleich eine Reduktion von mehr als 90 Prozent auf allen Kontinenten. Bei Benzin sind es sogar über 95 Prozent in Latein Amerika, Asien, Europa und Nord Amerika. Das Schlusslicht bildet aktuell Afrika mit 74 Prozent weniger Schwefelanteil als im Vergleichsjahr 2000.

Schwermetalle im Kraftstoff

Die Experten von SGS betrachten kontinuierlich verbesserte Raffinierungsprozesse im Laufe der Jahre als Hauptursache für diese positive Entwicklung. Kritisch merkt der Bericht von SGS an, dass in Proben aus Entwicklungsländern, zum Beispiel in Pakistan, häufig Spuren von Metalladditiven gefunden werden. Die Schwermetalle belasten die Umwelt und gefährden die Gesundheit.

Nicht immer passt der Kraftstoff im Tank zum Produktdatenblatt. Manche Länder hätten beispielsweise zwei oder drei verschiedene Qualitäten auf dem Markt. Die tatsächliche Qualität ist laut SGS oftmals besser als die Produktangabe.

Anteil der Biokraftstoffe nimmt zu

Der Anteil regenerativer Rohstoffe in Form von beigemischten Biokraftstoffen (E10, B7) nehme weltweit mit Ausnahme von Afrika und der Gemeinschaft unabhängiger Staaten zu. Die Beimischungsmengen variieren jedoch länderspezifisch. Den Hauptrohstoff für Biokraftstoffe stellen nach wie vor Nahrungspflanzen dar.

Für die Zukunft prognostiziert die Expertin: „Wir erwarten, dass sich die Kraftstoffe weiter verbessern, das heißt, auch in den Entwicklungsländern wird der Schwefelgehalt weiter reduziert. Darüber hinaus steigt die Bedeutung von alternativen Kraftstoffen an, beispielsweise HVO (Hytrotreaded vagitable oil) und GTL (Gas to Liquid) für Diesel. Bei Ottokraftstoffen nimmt der Anteil an ethanolhaltigen Kraftstoffen zu.“

Über SGS

Die SGS zählt als weltweit führendes Unternehmen für Inspektion, Verifizierung, Prüfung und Zertifizierung. Mit rund 90.000 Mitarbeitern betreibt es ein Netzwerk von mehr als 2.600 Büros und Labors auf der ganzen Welt. Die Qualitätsanalyse von Öl, Kraft- und Schmierstoffen erfolgt im Fuel Technology Center und Schmierstofflabor der SGS in Speyer (Rheinland-Pfalz). Basis für die World Wide Fuel Study 2020 sind jeweils rund 900 Benzin- und Dieselproben, die im Laufe des Jahres in der Sommer- und Wintersaison an zufällig ausgewählten Tankstellen aus insgesamt 150 Ländern von den Experten stichprobenartig genommen wurden.

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