Suchen

Wirtschaft Söder fordert: E-Auto-Prämie verlängern, Steuern senken

Autor: Svenja Gelowicz

Der bayerische Ministerpräsident will mehr Hilfen für die Autoindustrie. Dabei sieht er zwei Instrumente als entscheidend an. Unterstützung kommt von Porsche-Chef Blume.

Firma zum Thema

Markus Söder wirbt erneut für eine Kaufprämie für Verbrenner.
Markus Söder wirbt erneut für eine Kaufprämie für Verbrenner.
(Bild: Bayerische Landesregierung)

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert für mehr Unterstützung der Automobilindustrie. Beim virtuellen „Auto-Gipfel“ von „Handelsblatt“ sagte der Politiker, die deutschen Unternehmen der Branche müssten sich im Wettbewerb nicht verstecken. Doch man müsse „nachlegen und zulegen“. Söder fordert neben Technologieoffenheit, die Steuersysteme zu verändern. Mit Blick auf die Coronakrise sagte der bayerische Ministerpräsident, „wir machen gerade viele Bypass-Programme, auch für die Zulieferer.“

Ich weiß nicht, warum das immer hinten ansteht.

Markus Söder zu E-Fuels

Das sei allerdings kein marktwirtschaftlicher Ansatz. Die Politik müsste dringend die Unternehmens- und die Energiesteuern senken. Zugleich bräuchte es gezielte Förderprogramme für Innovationen. Unter diesen Bedingungen unterstütze er auch die Bepreisung von CO2. Die Senkung der Steuerlasten sollte „eher groß als klein“ sein.

E-Auto-Prämie mindestens bis 2025 verlängern

Ein weiterer Punkt sei die Verlängerung der E-Auto-Prämie bis 2024 oder 2025. Bislang gelten die Prämien bis Ende 2021. Söder könne sich sogar vorstellen, sie noch zu erhöhen. Außerdem müsste man Plug-in-Hybride stärker integrieren, um die Auswahl für die Konsumenten zu vergrößern.

Die Auftragsbücher der Hersteller seien – auch begünstigt durch die im Sommer beschlossenen Kaufanreize – im E- und Hybridgeschäft derzeit gut gefüllt. Angesichts des Branchenumbruchs und der Coronakrise müsse es darum gehen, den Pkw-Sektor nun weiter zu stabilisieren.

Söder sieht außerdem großes Potenzial für synthetische Kraftstoffe. „Ich weiß nicht, warum das immer hinten ansteht.“

Porsche-Chef Blume: Plug-in-Hybrid eine wichtige Brückentechnik

Unterstützung bei den E-Fuels kommt von Porsche-Chef Oliver Blume. Man müsse auch auf die Bestandsfahrzeuge im Weltmarkt schauen. Wenn man synthetische Kraftstoffe klimafreundlich produzieren könne, beispielsweise an Orten wo ganzjährig die Sonne scheint, sei das ein guter Ansatz. „Ich bin immer ein Freund, gesamtheitlich zu denken“, so Blume ebenfalls auf dem „Auto-Gipfel“. Den Ansatz Söders, sowohl Steuern zu senken, als auch Technologien zu fördern, findet er gut.

Im Jahr 2050 soll die Hälfte der Porsche-Flotte elektrisch angetrieben sein, sagte der Manager weiter. Ein Mix aus rein batterieelektrischen Fahrzeugen und Hybriden sei dafür vorgesehen. Damit die Hybride keine Mogelpackung seien, wie von Kritikern immer wieder vorgeworfen, müsse man die Kunden dazu anhalten, sie richtig einzusetzen.„Es macht wenig Sinn, den Plug-in mit dem Verbrenner aufzuladen“, so Blume. Doch als Brückentechnik brauche man die Plug-in-Hybride.

(ID:46972731)

Über den Autor

 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Redakteurin Wirtschaft und Mobilität