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Stahl im Automobilbau: Highlights und Perspektiven

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Was sind denn die weiteren Highlights im Leichtbau?

Radlmayr: Im Strukturbereich arbeiten wir bereits intensiv an Multiphasen-Stählen für die nächsten Karosseriegenerationen, und zwar konkret an AHSS HD (Advanced High-Strength Steels High Ductility).

Leichtbaulösungen mit Rohren und Profilen aus höchstfesten Stahlgüten.
Leichtbaulösungen mit Rohren und Profilen aus höchstfesten Stahlgüten.
(Voestalpine)

Wir erzielen damit um bis zu 60 Prozent bessere Umformeigenschaften und ermöglichen bei der Kaltformung einen erheblichen „Festigkeitssprung“ nach oben. Dieses Know-how übertragen wir auch auf hochfeste Rohre und Profile, die sich in dieser Festigkeitsstufe sehr gut mit Pressteilen ergänzen. Diese technischen Synergien können wir in der fokussierten neuen Metal Forming Division nun auch optimal nutzen und weiterentwickeln. Zweitens sind die sogenannten hang-on-parts zu erwähnen. Ziel ist es, die vorhin erwähnten höherfesten AHSS HD-Stähle bzw. PHS-ultraform im festigkeitsrelevanten Bereich von Türen und Klappen zu implementieren. Der dritte Bereich sind die sichtbaren Außenhautteile, wie beispielsweise Seitenwände. Für diese Anwendungen haben wir die bewährten AHSS-Stähle zu besten Oberflächeneigenschaften hin weiterentwickelt.

Ergeben sich durch die weiterentwickelten Stähle auch neue Anforderungen bei der Verarbeitung?

Radlmayr: Ein ganz wichtiger Punkt ist natürlich die Verbindungstechnik: Im Rahmen unseres Konzernforschungsprojektes „Welding of high-strength steels“ haben wir erstmals auch Fügetechniken für hoch- und höchstfeste Stähle entwickelt, also maximale Festigkeit auch in den Schweißverbindungen erzielt.

Nun steht Stahl in zunehmend härterem Wettbewerb mit anderen Werkstoffen. Wie beurteilen Sie die langfristige Position von Stahl?

Schwab: Stahl ist extrem vielseitig.

Einsatzmöglichkeiten von PHSultraform (verzinkter presshärtender Stahl).
Einsatzmöglichkeiten von PHSultraform (verzinkter presshärtender Stahl).
(Voestalpine)

Es gibt weltweit über 2.000 verschiedene Stahlsorten, und der Voestalpine-Konzern kann alle herstellen. Jede hat ihre ganz spezifischen Eigenschaften. Je nach Bedarf ist Stahl hart oder weich, fest oder flexibel, steif oder federnd, leitfähig oder weniger leitfähig und noch vieles andere mehr, kurzum jeder erdenklichen Aufgabe gewachsen. Stahl ist also universell einsetzbar. Kein anderer Werkstoff hat ein so breites Spektrum an Eigenschaften. Daher wird Stahl im Materialverbund, in dem alle innovativen Werkstoffe ihre Berechtigung haben, auch künftig nicht wegzudenken sein. Der Wettbewerb der Materialien ist hier ein wichtiges Element, weil sich niemand auf dem Erreichten ausruhen kann. Das ist auch im Interesse unserer Kunden, die damit kontinuierliche Weiterentwicklungen erwarten können.

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