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Sicherheit Studie: Autonome Autos verhindern nur wenige Crashs

| Redakteur: Sven Prawitz

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr soll laut einer wissenschaftlicher Studie nur auf Kosten des Komforts möglich sein. Hierunter könnte jedoch die Akzeptanz für automatisiertes Fahren leiden.

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Entwicklungsfahrzeug der Firma Waymo.
Entwicklungsfahrzeug der Firma Waymo.
(Bild: Waymo)

Die überwältigende Mehrheit aller Verkehrsunfälle ist auf menschliches Versagen zurückzuführen. Dennoch würden selbstfahrende Autos nur etwa ein Drittel dieser Unfälle verhindern – zumindest, wenn sie ähnlich wie Menschen fahren. Zu dem Schluss kommt eine Studie des Insurance Institute for Highway Safety (IIHS). Mehr Sicherheit sei demnach wohl nur auf Kosten von Geschwindigkeit und Bequemlichkeit möglich – was allerdings ein Hindernis für die Akzeptanz darstellen könnte.

Nicht alle Fahrfehler vermeidbar

„Selbstfahrende Autos zu bauen, die so gut wie Menschen fahren, ist schon eine große Herausforderung“, meint IIHS-Forscherin Alexandra Mueller, Erstautorin der Studie. Doch um das von Verfechtern wie der Alphabet-Tochter Waymo vorgebrachte Versprechen einzulösen, die meisten Unfälle zu vermeiden, müssten sie noch besser fahren. Denn in den USA ist bei mehr als neun von zehn Unfällen ein Fahrfehler das letzte Glied in der Ereigniskette, das zu einem Unfall führt – doch autonome Fahrzeuge, die praktisch wie Menschen fahren, würden nur knapp mehr als ein Drittel eben dieser Unfälle tatsächlich vermeiden, so die Studie.

Die Technologie könne a priori nur Unfälle verhindern, die auf Fahrunfähigkeit durch Alkohol, Drogen, medizinische Probleme, Einschlafen am Steuer (zehn Prozent), Wahrnehmungsfehler aufgrund von Ablenkung, schlechter Witterung oder schlichtem Nichterkennen einer Gefahr (24 Prozent) zurückzuführen sind. Bei Fehleinschätzungen, etwa der Geschwindigkeit oder des Verhaltens anderer Verkehrsteilnehmer, Fehlentscheidungen wie unpassend gewählter Geschwindigkeit oder Abstand sowie Fehlern in der Fahrzeugkontrolle, wie falschen Ausweichmanövern oder Überkompensation, könnten autonome Autos ebenfalls versagen.

Komfort versus Sicherheit

Speziell Fehlentscheidungen, die für rund 40 Prozent der Unfälle verantwortlich sind, wären mit selbstfahrenden Autos laut IIHS kaum zu vermeiden, falls die Fahrzeuge im Fahrverhalten zu sehr den Präferenzen des Nutzers folgen. Damit die Technologie hier wirklich etwas bringt, müssten autonome Fahrzeuge im Zweifel stets Sicherheitsüberlegungen über die Präferenzen der Fahrer stellen. Generell wäre es der Studie zufolge wohl nötig, dass die Systeme zugunsten der Sicherheit Einschnitte bei Geschwindigkeit und Bequemlichkeit vorsehen.

Wenngleich dies für die Verkehrssicherheit sinnvoll wäre, könnte es eine zusätzliche Hürde für die Akzeptanz selbstfahrender Autos darstellen. Dabei stoßen autonome Fahrzeuge in den USA einer aktuellen Umfrage zufolge ohnehin noch auf große Ablehnung. Fast die Hälfte der Amerikaner will demnach nie ein selbstfahrendes Taxi nutzen.

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