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Subaru BRZ: Sportwagen alter Schule

| Autor/ Redakteur: Wolfgang Sievernich / Wolfgang Sievernich

Der Subaru BRZ fährt gegen den Strom: Saugmotor, Hochdrehzahlkonzept, straffes Fahrwerk, laut und eher was für das Wochenende als den Alltag. Wir haben das kleine japanische Coupé ausführlich getestet und sind zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

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Sportwagen wie die Toyota Celica, das Fiat Coupe, Alfa Romeo GTV oder auch der frühe Audi TT stehen für kompromisslose Fahrmaschinen ohne Anspruch auf Komfort und viele Assistenzsysteme. In diese Fußstapfen ist Subaru mit dem BRZ getreten.
Sportwagen wie die Toyota Celica, das Fiat Coupe, Alfa Romeo GTV oder auch der frühe Audi TT stehen für kompromisslose Fahrmaschinen ohne Anspruch auf Komfort und viele Assistenzsysteme. In diese Fußstapfen ist Subaru mit dem BRZ getreten.
(Bild: Sven Prawitz)

Der Markt für kleine Coupés mit Heckantrieb, hochdrehenden Saugmotoren und einer auf das Fahren konzentrierten Ausstattung ist in den letzten Jahren kleiner geworden. Gründe dafür sind beispielsweise der SUV-Boom, das Komfortbedürfnis der Kunden und nicht zuletzt die gestiegene Nachfrage nach ökologischeren Fahrzeugen.

Sportwagen wie die Toyota Celica, das Fiat Coupe, Alfa Romeo GTV oder auch der frühe Audi TT stehen für kompromisslose Fahrmaschinen ohne Anspruch auf Komfort und viele Assistenzsysteme. In diese Fußstapfen ist Subaru mit dem BRZ getreten. Nicht nur zufällig sieht der BRZ dem Toyota GT86 zum Verwechseln ähnlich. Mit 16,5 Prozent ist Toyota an Subarus Muttergesellschaft Fuji Heavy Industries beteiligt. Während Toyota beim Sportcoupé für die Planung sowie das Karosserie- und Innenraumdesign verantwortlich ist, übernahm Subaru Konstruktion, Motor, Getriebe und Produktion.

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Anders als die meist bieder designten Modelle der japanischen Marke, setzt der BRZ schon von außen Akzente. Frontmotor, kleine Fahrgastzelle, Heckflügel, flach an den Boden gepresst zeigt der BRZ, dass hier sportliche Gene zu erwarten sind. Unser Testwagen ist Jahrgang 2016 und verfügt serienmäßig über Xenon-Scheinwerfer, in der Generation 2017 wurden diese gegen LED-Scheinwerfer ausgetauscht. Das Xenon-Licht kann nachts auf trockener Fahrbahn überzeugen, verliert aber bei Nässe.

Saugmotor benötigt Drehzahlen

Unter der Motorhaube sitzt ein 2,0-Liter-Saugbenziner. In Zeiten in denen Turbo-Aggregate in nahezu alle Fahrzeugklassen einziehen, überrascht der Griff zum saugenden Boxermotor. Das Aggregat leistet 147 kW/200 PS, hat nur 205 Newtonmeter Drehmoment und muss im oberen Drehzahlbereich bewegt werden, will man dynamisch vorankommen. Das bemerkt man bei Sprints im fünften oder sechsten Gang auf der Autobahn je nach Drehzahl oder Bergauf- oder Bergabpassagen deutlich – trotz Leergewicht von nur 1.243 Kilogramm. Hier bieten moderne Turbo-Aggregate mehr Schub von unten heraus. Auf langen Autobahnetappen können die Drehzahlorgien zudem schon mal zur lauten Geduldsprobe für den Fahrer werden. Die harte Federung und die engen Schalensitze gehen sicher für die Rennstrecke in Ordnung, sind aber nichts für entspannte Dienstreisen quer durch Deutschland. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 226 Kilometern pro Stunde und macht den BRZ auf der linken Spur zum überraschenden Limousinen und Kombi-Schreck.

Knackige Schaltung

Sein Revier liegt aber nicht wirklich auf der Autobahn, die Stärken spielt der kleine Japaner auf der Landstraße aus. Für den Vortrieb sorgt ein knackig zu schaltendes Sechsganggetriebe, optional auch eine Automatik, mit ebenfalls sechs Gängen. Die Schaltung würde sich auch zum Cruisen eignen, doch trotz ausreichender Gelegenheit es auch mal ruhig angehen zu lassen, verführt der Subaru BRZ eher zum schnellen Fahren. Wendig wieselt er um die Kurven, wer es drauf anlegt auch im leichten Drift. Das straffe Sportfahrwerk, die direkte Lenkung und der kernige Motorklang machen schon fast süchtig nach der nächsten Kurve, der nächsten Steigung und dem nächsten Gang. Man fühlt sich in die Vergangenheit zurückversetzt, in die Zeiten des ersten Autos, als Bequemlichkeit und Komfort noch Fremdworte waren. Übrigens gibt es den BRZ nicht mit Allrad-, sondern Subaru-untypisch nur mit Heckantrieb.

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Keine Assistenzsysteme

Im Innenraum sorgen tief platzierte Schalensitze, ein kleines, gut in der Hand liegendes Sportlenkrad und der in Griffweite liegende Schaltknüppel für Rennsportflair. Assistenzsysteme sucht man allerdings vergebens. Auch eine Lenkradverstellung von Radio, Navigationssystem oder gar des Telefons gibt es im BRZ nicht – noch nicht mal auf Bestellung. Hier wird gefahren, keine Zeit für Spielereien. Das alles macht den BRZ nicht wirklich alltagstauglich, aber dennoch sympathisch. Der Verbrauch lag im Testbetrieb zwischen acht und neun Litern Superbenzin auf 100 Kilometern. Das ist zwar für ein Auto mit diesen Fahrleistungen und einem ungeheurem Spaßfaktor noch in Ordnung, könnte aber sicher auch noch optimiert werden. Subaru selbst gibt 7,8 Liter im kombinierten Verbrauch an, das entspricht einem CO2-Austoß nach Euro 6-Norm von 180 Gramm pro Kilometer.

In Deutschland kostet der BRZ in der Ausstattung Sport ab 32.400 Euro, als Sport+ sind es 34.400 Euro. Nicht zu viel für ein spaßiges kleines Coupé, insbesondere als Zweitwagen für die Wochenenden auf oder neben der Rennstrecke.

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