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Neue Modelle Suzuki: Sport-Modell soll schwächelnden Swift beleben

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Nayomi Polcar

Seit letztem Frühjahr ist die sechste Generation des Suzuki Swift auf dem Markt. Bei den Kunden kommt das Modell bislang nicht wie gewünscht an, die Sport-Variante soll das bald ändern.

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Soll für mehr Volumen sorgen: der Suzuki Swift Sport.
Soll für mehr Volumen sorgen: der Suzuki Swift Sport.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Vitara, Ignis, Jimny, Swift – so lautete die Reihenfolge der absatzstärksten Suzuki-Modelle in Deutschland im vergangenen Jahr. War der Swift jahrelang auf einem der ersten beiden Plätze gesetzt, fiel er zuletzt sogar aus den Top-Drei – und das, obwohl im Frühjahr 2017 die neue, insgesamt sechste Generation des Kleinwagens startete. In der internen Suzuki-Modellliste ist der Kleinwagen nur noch Nummer vier. Wenig schmeichelhaft für das Auto ist der Fakt, dass es als Neuentwicklung sogar hinter den seit 1998 praktisch unveränderten Jimny zurückfiel.

Doch damit soll bald Schluss sein. Als frisches Ass im Ärmel hat Suzuki den Swift Sport auserkoren. Am 23. Juni geht das Topmodell des Autos an den Start und die Ziele für die flinke Swift-Variante sind ehrgeizig: Deutlich mehr als 20 Prozent vom gesamten Swift-Absatz soll das Sport-Modell ausmachen.

Großzügige Grundausstattung

Damit das klappt, hat Suzuki ein durchaus attraktives Paket geschnürt. Zwar liest sich der Grundpreis von 21.400 Euro zunächst einmal nicht wie ein Super-Schnäppchen. Allerdings ist im Serienumfang einiges enthalten, was man bei manchem Konkurrenten für jenes Geld vergeblich suchen dürfte. Gerade bei den Assistenzsystemen zeigt sich Suzuki in der Grundausstattung großzügig. Neben Notbremsassistent und Müdigkeitswarnung gibt es erstmals in einem Modell der Japaner ein Spurhaltewarnsystem mit Lenkeingriff. Und auch ein radarbasierter adaptiver Tempomat im Geschwindigkeitsbereich von 40 bis 160 km/h sowie ein Fernlichtassistent sind Standard im Swift Sport.

Vor allem soll das Modell aber mit Fahrspaß überzeugen. „Zielgruppe sind eher junge Leute bis Ende 30“, sagt Suzuki-Vertriebsleiter Thomas Wysocki. Die soll das Auto mit einem 140-PS-starken 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner locken. Der „Boosterjet-Motor“ wusste bei einer ersten Ausfahrt in Andalusien in Zusammenarbeit mit dem Sportfahrwerk durchaus zu gefallen. Einen Supersportler kann man vom Swift Sport nicht erwarten, gerade auf kurvigen Landstraßen liegt er aber satt auf der Straße und zieht ordentlich durch. Die Schaltwege des manuellen Sechs-Gang-Getriebes fallen nicht total knackig aus, aber auch nicht zu lang.

Dass der Swift Sport ein agiler Kurvenwusler ist, hat er vor allem seinem geringen Gewicht zu verdanken. Den Ingenieuren der Japaner ist es dank der „Heartect“-Bauweise gelungen, das Gewicht ohne Fahrer bei 970 Kilogramm zu halten. Damit ist das Modell 80 Kilogramm leichter als sein Vorgänger, auch das Leistungsgewicht fällt mit 4,2 Kilogramm pro Newtonmeter beachtlich aus. Allerdings hat der starke Fokus auf Leichtbau auch einen Nachteil: Dem Fahrer wird spätestens ab Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern klar, dass Suzuki fast komplett auf teure, schwere Materialien verzichtet hat. Das äußert sich in einer unangenehm lauten Geräuschkulisse im Cockpit, Wind- und Reifengeräusche dröhnen recht laut ins Innere.

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Guter Eindruck muss sich bestätigen

Ansonsten weiß der Innenraum mit seiner fahrerorientierten Ausrichtung aber zu gefallen. Das Bediensystem ist bereits aus den jüngeren Suzuki-Modellen bekannt. Einzige auffällige Schwäche dabei: Fährt man in einen Tunnel, schaltet das Display auf ein dunkles Interface um. Nach Verlassen des Tunnels dauert es allerdings etwas zu lange, bis die Anzeige wieder hell genug erstrahlt. Farblich dominiert im Innenraum eine Mischung aus Schwarz und Rot, die den sportlichen Charakter unterstreichen soll. Die Sitze bieten einen guten Seitenhalt, hätten aber eine Spur breiter ausfallen dürfen. Das Kofferraumvolumen ist mit standardmäßig 265 und maximal 947 Litern im Vergleich zum Vorgänger um stattliche 54 Liter angewachsen.

Bleibt zum Schluss noch ein Blick auf den Verbrauch: Der lag bei der Testfahrt in Spanien mit jenseits der acht Liter weit entfernt von den von Suzuki kommunizierten 5,6 Litern. Aber schließlich will der Swift Sport ja auch ein Sportler sein. Vom ersten Eindruck her dürfte die neue Swift-Version der Kleinwagenmarke gut zu Gesicht stehen. Das muss sie allerdings auch, will sie die hohen Erwartungen des Importeurs erfüllen.

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