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Elektromobilität Tesla-Ladenetz: Schluss mit umsonst tanken

| Autor/ Redakteur: Holger Holzer/SP-X / Svenja Gelowicz

Tesla macht Schluss mit Gratis-Strom und eigenem Stecker-Standard. Der Hersteller baut seine Lade-Landschaft in Europa um – und stattet die europäischen Modelle mit CCS-Steckern aus.

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Das Model 3 wird mit CCS-Buchse ausgeliefert.
Das Model 3 wird mit CCS-Buchse ausgeliefert.
(Bild: Tesla)

Tesla schraubt an seinem europäischen Lade-Netzwerk. Künftig sollen die Kunden der Kalifornier auch abseits der eigenen Supercharger-Säulen schnell Strom laden können. Allerdings gibt es die Energie hier wie dort nicht mehr umsonst.

Wie der kalifornische E-Autohersteller mitteilt, erhalten Käufer eines neuen Model S und Model X ab sofort keine kostenlose elektrische Energie mehr. Die zeitlich unbegrenzte Gratis-Energie-Flatrate war zum Marktstart angeboten worden, um die Fahrzeuge attraktiver zu machen und gilt bis heute. Vor einigen Jahren wurde sie aber bereits durch ein jährliches Guthaben von 400 kWh ersetzt, das für rund 1.600 Kilometer Fahrt reicht. Nun wird auch dieses gestrichen.

Alle Neukunden müssen ab sofort ab der ersten Kilowattstunde zahlen. In Deutschland wird nach Minuten abgerechnet: Bis zu einem Akkufüllstand von 60 Kilowatt kostet das Tanken 17 Cent pro Minute, danach werden 34 Cent pro Minute fällig. In anderen Ländern gelten andere Tarifmodelle, in den Niederlanden beispielsweise wird nach Kilowattstunden abgerechnet, eine Einheit gibt es für 20 Cent. Zum Vergleich: Die Kilowattstunde Haushaltsstrom kostet in Deutschland rund 29 Cent. Tesla betont, dass der Stromverkauf nicht zur Gewinnmaximierung genutzt werden soll, es ginge bei dem neuen Modell in erster Linie um Kostendeckung.

Tesla liefert Europa-Modelle mit CCS-Anschluss

Künftig können Tesla-Kunden allerdings auch an den Ladesäulen der Konkurrenz tanken. Das für das Jahr 2019 erwartete Model 3 wird in Europa mit dem hierzulande gängigen CCS-Anschluss ausgeliefert, der die Nutzung der üblichen Schnellladesäulen erlaubt, wie sie etwa das von Daimler, Ford, BMW und VW betriebene Joint Venture Ionity installiert. Die europaweit rund 3.600 Supercharger-Ladesäulen sollen ebenfalls mit CCS-Steckern aufgerüstet werden. Möglicherweise könnten dort dann künftig auch Autos deutscher Hersteller tanken. Für Fahrer der Tesla-Modelle S und X, die noch mit dem normalen Typ-2-Supercharger-Port ausgestattet sind, soll es künftig Adapter geben.

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