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IAA 2017 Thyssen Krupp kehrt auf die IAA zurück

| Autor/ Redakteur: Gerald Scheffels / Thomas Günnel

Nach zehn Jahren Abstinenz nimmt Thyssen Krupp in diesem Jahr wieder an der IAA teil. Kurz vor der Messe erläutern der Vorstandsvorsitzende Dr. Heinrich Hiesinger und das Top-Management der Stahl- und Komponentensparte die Gründe.

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Nach zehn Jahren Abstinenz nimmt Thyssen Krupp in diesem Jahr wieder an der IAA teil. Im Bild (v.l.): Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der Thyssen Krupp AG, Bernhard Osburg, Leiter Sales Automotive, Thyssen Krupp Steel Europe AG, und Dr. Karsten Kroos, CEO Business Area Components Technology.
Nach zehn Jahren Abstinenz nimmt Thyssen Krupp in diesem Jahr wieder an der IAA teil. Im Bild (v.l.): Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der Thyssen Krupp AG, Bernhard Osburg, Leiter Sales Automotive, Thyssen Krupp Steel Europe AG, und Dr. Karsten Kroos, CEO Business Area Components Technology.
(Bild: Thyssen Krupp)

Rund 9,8 Mrd. Euro und damit 25 Prozent des Gesamtumsatzes von Thyssen Krupp entfallen auf die Automobilindustrie. Mehr als 40.000 Mitarbeiter sind im Automobilbereich beschäftigt. Aktuell ist Thyssen Krupp in neun von zehn Premium-Fahrzeugen vertreten“ – sowohl mit Werkstoffen der Stahlsparte als auch mit Komponenten wie Dämpfungs- und Lenksystemen sowie mit den Fertigungsanlagen des Bereichs Systems Engineering. Es gibt – wiederum für das Geschäftsfeld Automotive – mehr als 70 Produktions- und Entwicklungsstandorte weltweit und der Konzern hat hier in den vergangenen drei Jahren mehr als eine Milliarde Euro investiert.

All das sind gute Gründe, sich auf der IAA zu präsentieren – nach zehn Jahren Abstinenz. Warum die Rückkehr gerade jetzt? Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der Thyssen Krupp AG: „Wir sehen in der Automobilindustrie einen massiven Technologiewandel und adressieren auf der Messe drei Themen, für die wir Lösungen anbieten: Autonomes Fahren, Elektromobilität und Digitalisierung der Fertigung.“

Zum Autonomen Fahren gehören die elektrischen Lenksysteme, bei denen Thyssen Krupp aktuell überproportionales Wachstum verzeichnet, sowie semiaktive Dämpfungssysteme, die bereits in Premiumfahrzeugen unter anderem von BMW (7er-Reihe), Daimler (S-Klasse) und Jaguar Land Rover verbaut sind. Dr. Karsten Kroos, CEO Business Area Components Technology: „Derzeit entwickeln wir vorausschauende Dämpfer. Solche Systeme, die wir dann zu vollautomatischen Fahrwerken weiterentwickeln, sind für autonomes Fahren unerlässlich.“

Fertigungssysteme für Batteriezellen

In der Elektromobilität ist Thyssen Krupp unter anderem mit Fertigungssystemen für die Batterie- und Batteriezellenproduktion vertreten. Neben dem Zentrum für Batteriefertigung in Hohenstein-Ernstthal wurde ein Entwicklungszentrum in Pleißa/Sachsen gegründet, das auch an neuen Batteriekonzepten arbeitet. Was die Digitalisierung angeht, forschen die Fertigungsexperten unter anderem an neuen Konzepten der Mensch-Roboter-Kooperation.

Die Werkstoffe bilden auch bei den Komponenten eine Basiskompetenz. Zu den Neuentwicklungen gehört hier das Verbundmaterial Tribond. Bernhard Osburg, Leiter Sales Automotive, Thyssen Krupp Steel Europe AG: „Hier wird ein höchstfester Stahl innen mit einem verformbaren duktilen Stahl an beiden Außenseiten verbunden.“ Das Ergebnis: höchste Festigkeit bei gleichzeitig hoher Energieaufnahme bei einer Gewichtseinsprung von zehn Prozent.

Der Umbau und die Neuentwicklungen der letzten drei Jahre haben auch dazu geführt, dass nur noch 20 Prozent des Automotive-Umsatzes von Thyssen Krupp mit Verbrennungsmotoren verbunden sind. Und die Sparte wächst. Heinrich Hiesinger: „Im laufenden Geschäftsjahr werden wir ein Umsatzplus von zehn Prozent erreichen“. Zu den aktuellen Investitionsprojekten gehört unter anderem das größte Lenkungswerk des Unternehmens, das in Changzhou/China entsteht. Dort sollen pro Jahr in der ersten Ausbaustufe rund vier Millionen elektrische Lenksysteme entstehen.

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