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Wirtschaft Volkswagen: Diess will „weg von der Volumenorientierung“

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Sven Prawitz

Herbert Diess will Volkswagen vom Auto- zum Tech-Konzern umbauen. Mit der bisher starken Orientierung auf das Verkaufsvolumen will der Chef künftig brechen.

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Herbert Diess will weg von der reinen Fokussierung auf verkaufte Stückzahlen.
Herbert Diess will weg von der reinen Fokussierung auf verkaufte Stückzahlen.
(Bild: Volkswagen)

Am Donnerstag (16. Januar) waren bereits erste Details aus einer Rede von Volkswagen-Chef Herbert Diess vor Führungskräften der Wolfsburger bekannt geworden. Darin hatte der Manager angemahnt, das Transformationstempo weiter zu erhöhen und den Auto- zum Tech-Konzern umzubauen. Nun hat das „Manager Magazin“ das Redemanuskript und damit weitere Details veröffentlicht.

Von allen Bereichen im Konzern fordert der Chef eine stärkere Fokussierung auf die Rentabilität. „Um unsere Zielmargen zu erreichen und dauerhaft zu steigern, brauchen wir auch ein grundlegendes Umdenken. Weg von der Volumenorientierung, hin zur Ergebnisqualität“, so Diess. „Wir werden künftig noch stärker auf Umsatz, Rendite und Cash als Kernberichtsgrößen abstellen.“

Wir brauchen die volle Konzentration auf den Durchbruch der Elektromobilität.

Kein Fokus auf Brennstoffzelle und E-Fuels

Zu jener Stoßrichtung passen auch Ankündigungen, in einigen Feldern den eigenen Aufwand klein zu halten oder herunterzuschrauben. „Die Brennstoffzelle und die Liquid Fuels fahren wir auf Grundlevel. Sie sind auf einen absehbaren Zeithorizont von mindestens einem Jahrzehnt keine Alternative für Pkw-Motoren. Wir brauchen die volle Konzentration auf den Durchbruch der Elektromobilität“, erklärte Diess.

Beim Shuttleservice Moia werde man den Aufwand deutlich reduzieren. „Wir wollen unseren Fuß in dem Geschäft behalten. Wir müssen unser Engagement aber zeitlich strecken, bis die Voraussetzungen für die Profitabilität besser sind. Das gilt nicht zuletzt für die teuren Fahrzeuge“, so der Volkswagen-Chef.

Drei Bausteine für den Erfolg

Grundsätzlich sieht Diess drei Bausteine, mit denen er den Konzern auf einen Unternehmenswert von 200 Milliarden Euro hieven will:

  • die Umsetzung der Elektro-Strategie und die Einhaltung der CO2-Vorgaben,
  • die Margen stabil halten und Synergie-Effekte nutzen,
  • der Erfolg der neuen Fahrzeug-Software „Org“ und der Aufbau einer Softwareplattform.

Seine Vorhaben habe er noch vor Weihnachten auch dem Volkswagen-Nachwuchs mit auf den Weg gegeben, als er die besten Auszubildenden des Konzerns auszeichnete, erklärte Diess. „Ich habe zu ihnen gesagt: Dieses Unternehmen ist ihr Unternehmen. Und wenn dieses Unternehmen kein Industriedenkmal werden soll, dann müssen sie die Denkmäler des Alltags beiseite räumen.“

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