Elektromobilität

Volkswagen verkauft künftig auch Ökostrom

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Svenja Gelowicz

Nach und nach will die neue VW-Sparte ein Portfolio aus Stromtarifen, Wallboxen und Ladesäulen sowie einem IT-basierten Energie-Management-System aufbauen.
Nach und nach will die neue VW-Sparte ein Portfolio aus Stromtarifen, Wallboxen und Ladesäulen sowie einem IT-basierten Energie-Management-System aufbauen. (Bild: VW)

Volkswagen denkt den Wandel hin zur Elektromobilität nicht mehr allein vom Auto her. Die neue Unternehmenssparte „Elli“ bündelt Energieangebote, beispielsweise verkauft der Konzern künftig Ökostrom. Auch die VW-Partner spielen dabei eine Rolle.

Volkswagen macht weiter klar, dass man es in Wolfsburg mit der Transformation in Richtung Elektromobilität ernst meint. Wie der Autohersteller am Dienstag (8. Januar) mitteilte, gründet er eine neue Unternehmenstochter für Energieangebote und Ladetechnologien namens „Elli“ mit Hauptsitz in Berlin. Der Name ist eine Kurzform für „Electric Life“.

Unter anderem will Volkswagen in Zukunft auch als Stromanbieter auftreten. Der Konzern arbeitet daran, künftig Strom anzubieten, der aus komplett CO2-freier Erzeugung stammen soll. Jenes Angebot soll sich auch an Nicht-Volkswagen-Kunden richten, die ihr E-Auto aufladen wollen. Der designierte Elli-Chef Thorsten Nicklas sagte dazu: „Unsere Mission ist es, der E-Mobilität den Weg von der Nische in den Mainstream zu bahnen. Elli steht für Electric Life, weil wir einen Lebensstil ermöglichen, der das E-Auto vollständig in den Alltag integriert – vergleichbar mit der heute selbstverständlichen Nutzung eines Smartphones.“

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Nach und nach will die neue VW-Sparte ein Portfolio aus Stromtarifen, Wallboxen und Ladesäulen sowie einem IT-basierten Energie-Management-System aufbauen. Das vollständige „Ökosystem“ soll dann bis zum Marktstart des ersten Serienautos aus der neuen elektrischen ID-Familie im Jahr 2020 fertig sein.

Volkswagens E-Mobilitäts-Vorstand Thomas Ulbrich sagte, der Autobauer werde mit Elli „die dringend benötigte Verkehrs- und Energiewende hin zu emissionsneutraler E-Mobilität beschleunigen.“ Die neue Sparte eröffne dem Konzern die Möglichkeit, bestehende Kunden zu binden und völlig neue Kundengruppen zu erschließen.

Elli wird in verschiedenen Bereichen aktiv

In folgenden Geschäftsfeldern will der Konzern nach eigenen Angaben mit seiner neuen Sparte aktiv werden:

  • Grünstrom: Volkswagen will Kunden künftig auch zu Hause grünen Strom zur Verfügung stellen – egal, ob diese ein Elektroauto besitzen oder nicht. Die Energie soll von Wasserkraftwerken erzeugt werden. Einzelheiten zu den ersten Tarifmodellen will der Konzern in Kürze bekanntgeben.
  • Wallboxes: Der Autobauer will Kunden in Zukunft verschiedene Lademöglichkeiten für zu Hause bereitstellen. Am populärsten dürfte dabei eine AC-Wallbox mit 11 kW sein, an der ein kompletter Ladevorgang fünf bis acht Stunden dauern soll. Aber auch DC-Ladestationen mit 22 kW will Volkswagen anbieten.
  • Energie-Management und Photovoltaik: Wer auf die 22 kW-starke Lademöglichkeit setzt, soll sein E-Auto künftig zum Energiespeicher machen können. Über bidirektionales Laden und die Anbindung an ein Energie-Management-System kann Energie im Auto zwischengespeichert und später im eigenen Haushalt verbraucht werden. Optional kann überschüssiger Strom auch wieder ins Netz abgegeben werden. Kunden sollen so sogar Einnahmen erwirtschaften können.
  • Mitarbeiterparkplätze und Volkswagen-Partner: Auch beim Laden an Zielorten wie Firmenparkplätzen oder Handelsketten will sich Volkswagen mit Elli engagieren. Dazu gehört zunächst der Ausbau von Ladepunkten an Mitarbeiterparkplätzen von Volkswagen von derzeit 1.000 auf mehr als 5.000 Stationen bis 2020 und die Ausrüstung aller 4.000 Händler und Servicepartner in der EU mit mehreren Lademöglichkeiten bis 2020. Nach Informationen von »kfz-betrieb« müssen selbst VW-Servicepartner laut der neuen Verträge in Zukunft mindestens zwei Lademöglichkeiten vorhalten.
  • Flottenkunden und Filialketten: Die neue Sparte soll dazu beitragen, die Flotten von Geschäftskunden bei der Umstellung auf die Elektromobilität zu unterstützen. Außerdem soll Elli auch Unternehmen ohne Fuhrpark rund um Energiethemen beraten. Zudem laufen Gespräche über Kooperationen zur Einrichtung von Ladepunkten auf Kundenparkplätzen großer Filialketten.
  • Unterwegs laden: Das Laden im öffentlichen Raum will Elli per Ladekarte mit digitaler Abrechnung erleichtern.

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