Autonomes Fahren Volvo übernimmt Zenseact vollständig

Von Thomas Günnel

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Volvo hat seine Tochterfirma Zenseact vollständig übernommen. Das Unternehmen entwickelt Software für das autonome Fahren und Fahrerassistenzsysteme.

Volvo hat sein Tochterunternehmen Zenseact vollständig übernommen. Das Unternehmen entwickelt Software für das autonome Fahren.
Volvo hat sein Tochterunternehmen Zenseact vollständig übernommen. Das Unternehmen entwickelt Software für das autonome Fahren.
(Bild: Volvo)

Der schwedische Automobilhersteller Volvo Cars hat Ende 2022 seine Softwareentwicklungstochter für autonomes Fahren, Zenseact, zu 100 Prozent übernommen. Volvo will sich mit dem Kauf vollen Zugriff auf die Softwareentwicklung sichern. Zenseact bleibt laut Volvo als eigenständiges Unternehmen bestehen. Es entwickelt Sicherheits-, Fahrerassistenz- und autonomen Fahrtechnologien. Zenseact wurde von Volvo Cars gegründet. Es hat Niederlassungen in Göteborg, Schweden, und Schanghai.

Zuvor hielt der Hersteller 86,5 Prozent an dem Unternehmen. Die verbleibenden Anteile hat Volvo von ECARX übernommen. Das Unternehmen entwickelt Technik zur Interaktion zwischen Menschen und Fahrzeugen; zum Beispiel digitale Cockpits, Betriebssysteme oder Infotainment Head Units. Die laufenden Kooperationsgespräche zwischen Zenseact und ECARX will Volvo nach Aussagen eines Sprechers fortsetzen.

Anwendungsbeispiel „OnePilot“

Zenseact hatte im vergangenen Jahr das System „OnePilot“ für den den vollelektrischen Volvo EX90 entwickelt. Dabei handelt es sich um eine KI-gestützte Software, die mit Daten realer Vorfälle trainiert worden ist. Aufgezeichnet wurden sie von Autos, die mit dem System ausgestattet sind. Die Daten werden gespeichert – basierend darauf lernt das System und kann entsprechend Bedrohungen bewerten, Entscheidungen treffen und verifizieren. Das Lernen umfasst auch Inhalte für künftige Updates.

Das System arbeitet überwiegend Lidar-basiert. Eine 3D-Punktwolke gibt ein Abbild der Umgebung: bei Dunkelheit und Licht und bis zu 250 Meter voraus. Laut Zenseact erkennt das System so zum Beispiel Fußgänger und andere Objekte auch bei eingeschränkter Sicht. Zusätzlich verfügt der EX90 über fünf Radare, acht Kameras und sechzehn Ultraschallsensoren. „Zusammen mit kontinuierlichen Software-Verbesserungen bietet das System volle Redundanz und ermöglicht ein sicheres autonomes Fahren“, beschreibt Volvo.

Die Betriebsmodi umfassen die Unterstützung eines aktiven Fahrers, autonome Fahrelemente unter der Aufsicht des Fahrers und vollständig autonomes Fahren. Letzterer Modus trägt die Bezeichnung „Ride Pilot“ und befindet sich laut einer Sprecherin von Zenseact in der Datenerfassungsphase, „aber nach der Validierung und dem Einsatz ist der Volvo EX90 der erste Volvo, der hardware- und softwaremäßig für das unbeaufsichtigte Fahren in der Zukunft bereit ist“.

Volvo hatte Anfang 2022 verkündet, den autonomen Modus in Kalifornien zuerst einführen zu wollen. Tests laufen seitdem in Schweden, den USA „und ganz Europa“. Wenn die Nutzung jederzeit als sicher eingestuft gilt, will Volvo das System als Zusatzabonnement für sein SUV-Flaggschiff anbieten.

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