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Elektromobilität

VW: Kleinwagen werden durch E-Mobilität deutlich teurer

| Autor/ Redakteur: Christoph Seyerlein / Sven Prawitz

Volkswagen will die Elektromobilität für alle zugänglich machen, einfach wird das aus Sicht von Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch allerdings nicht. Doch auch bei Modellen des Konzerns mit Verbrennungsmotor müssen sich Kunden auf Preiserhöhungen einstellen.

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Hans Dieter Pötsch ist Volkswagens Chefaufseher.
Hans Dieter Pötsch ist Volkswagens Chefaufseher.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagens Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hat in einem Interview angekündigt, dass vor allem Kleinwagen durch die Elektromobilität teurer werden. Der „Welt am Sonntag“ (20. Januar) sagte der ehemalige Finanzvorstand der Wolfsburger zum Thema „Einstiegsfahrzeuge“: „Das heutige Preisniveau ist nicht zu halten, wenn diese Autos mit Elektromotoren ausgestattet werden.“ Daher werde es im Kleinwagensegment „ganz unweigerlich zu erheblichen Preiserhöhungen kommen.“

Pötsch erwartet, dass es durchaus „ein Thema werden“ könnte, ob sich Menschen mit geringem Einkommen künftig noch ein eigenes Auto leisten können. In dem Zusammenhang kritisierte der Aufsichtsratschef die CO2-Politik der Europäischen Union, die in Zukunft weitere Verschärfungen vorsieht. Es sei zwar Volkswagens Ziel, „die Elektromobilität auch für breite Bevölkerungsschichten zugänglich, das heißt erschwinglich zu machen“, sagte Pötsch. Dennoch frage er sich, „ob bei der Festlegung neuer CO2-Grenzwerte auch alle gesellschaftlich relevanten Aspekte ausreichend berücksichtigt worden sind.“

Auch Verbrenner werden teurer

Allerdings müssen VW-Kunden nicht nur bei Elektrofahrzeugen mit höheren Preisen rechnen, als sie es bislang in einigen Segmenten gewohnt sind. Auch Verbrenner werden wohl schon bald teurer. Das hatte Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim Anfang Januar bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten angekündigt.

Grund sind die steigenden Kosten für die Abgasreinigung. Einen Teil davon will der Konzern abfedern, indem er die Komplexität in der Produktion reduziert und die Effizienz dadurch steigert. „Dennoch ist klar, dass sich die erhöhten Materialkosten nicht vollständig kompensieren lassen. Das führt kurz- und mittelfristig zu sich verteuernden Fahrzeugen in den jeweiligen Klassen“, so Dahlheim. Teilweise würden sogar „deutliche Preiserhöhungen“ nötig. Auch in diesem Fall gilt: „Prozentual sind davon besonders günstigere Fahrzeuge betroffen“, so Dahlheim.

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