Konzernumbau

VW: Neue Sparte für Komponentenfertigung

| Redakteur: Svenja Gelowicz

Neuer Chef der Konzernsparte „Komponente“ wird Thomas Schmall (2. v. li.), hier eingerahmt von Dr. Karlheinz Blessing, Vorstand des Geschäftsbereichs Personal und Organisation (li.) und Dr. Herbert Diess (3. v. li.), Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw.
Neuer Chef der Konzernsparte „Komponente“ wird Thomas Schmall (2. v. li.), hier eingerahmt von Dr. Karlheinz Blessing, Vorstand des Geschäftsbereichs Personal und Organisation (li.) und Dr. Herbert Diess (3. v. li.), Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw. (Bild: Volkswagen AG)

VW-Chef Müller strukturiert den Autokonzern neu und fasst das Komponentengeschäft der einzelnen Marken in einer eigenen Konzernsparte zusammen. Das Ziel: Kosten senken und die E-Mobilität vorantreiben.

„Komponente“ – ein schlichter Name für die neue unternehmerische Einheit des Volkswagen-Konzerns, die laut Medienberichten sämtliche Zuliefererbereiche der einzelnen Marken bündelt. Vor allem Getriebe- und Motorenwerke sind dort zusammengeschnürt, aber auch Lenkungen, Fahrwerke und Kunststoffteile. Der Plan: Doppelarbeiten sollen vermieden werden; denn bislang kümmerten sich die einzelnen Marken des VW-Konzerns selbst um die Produktion von Getrieben, Motoren und anderen Komponenten.

Das „Handelsblatt“ nennt den 53-jährigen Thomas Schmall als Chef der neuen Konzernsparte; bislang war dieser bei VW für die Zulieferwerke verantwortlich. Der Personal-Chefposten gehe an Wolfgang Fueter, den Finanzbereich werde Gerd Müller-Enghausen leiten; beide kommen aus dem VW-Konzern. Der neue Unternehmensbereich verfüge über 56 Standorte und rund 80.000 Mitarbeiter – und ist damit schlagartig einer der bedeutendsten Zulieferer der Welt.

Strategie 2025

Diese Ausgliederung der Komponentenwerke ist einer der Punkte der VW-Zukunftsagenda, die Müller bereits im Juni letzten Jahres verkündete. Der Vorstandschef sprach damals von „viel ungenutztem Potenzial“, das es „zu Heben gelte“. Dem stimmt auch der Betriebsrat zu. Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte dessen Chef Bernd Osterloh: „Wir wollen die Komponente als strategisches Geschäftsfeld des VW-Konzerns weiter stärken und ausbauen“, und auch, dass sich die Beschäftigung in den Komponentenwerken nur über eine „offensive Strategie“ langfristig sichern lasse.

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur lässt Osterloh außerdem verlauten: Um Investitionen in die E-Mobilität zu ermöglichen, müssten gleichzeitig Produkte auslaufen, die langfristig nicht wettbewerbsfähig sind. Außerdem gehe es dem Betriebsrat um den frühzeitigen Einstieg in die neuen Produkte der Elektromobilität mit den weltweiten Komponenten-Standorten der VW-Konzernmarken. Vor zwei Jahren habe der Anteil der Investitionen in den Bereich noch etwa fünf Prozent betragen. Inzwischen sei es der Komponente gelungen, diesen Anteil bei insgesamt gesenkten Investitionen auf über 40 Prozent zu steigern.

Kein Verkauf, kein Börsengang

Nach Informationen aus VW-Kreisen wird diese neue Konzernsparte keine eigene Rechtsform erhalten, auch seien im Zuge der Neuaufstellung weder ein Verkauf noch ein Börsengang geplant. Und: Die Gerüchte über eine mögliche Fusion mit Fiat Chrysler betitelt Matthias Müller gegenüber dem „Spiegel“ als „Spekulation“.

Strategie 2025: Volkswagen stellt sich neu auf

Wirtschaft

Strategie 2025: Volkswagen stellt sich neu auf

16.06.16 - Volkswagen hat sein Zukunftsprogramm „Strategie 2025“ vorgestellt, mit dem sich der Konzern umfassend neu aufstellen will. Die Schwerpunkte sind das neu auszurichtende Komponentengeschäft und der Fokus auf die Elektromobilität. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zum Beitrag schreiben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44944164 / Wirtschaft)