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Alternative Antriebe Wasserstoff im Lkw: MAN plant Praxistests ab 2023

Autor: Thomas Günnel

Hyundai hat bereits die ersten Brennstoffzellen-Lkw in Europa im Einsatz, jetzt will MAN nachziehen – mit Prototypen. In drei Jahren sollen Kunden sie testen können.

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Der Lkw-Hersteller MAN will ab dem Jahr 2023 Prototypen-Fahrzeuge mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor und Brennstoffzelle testen.
Der Lkw-Hersteller MAN will ab dem Jahr 2023 Prototypen-Fahrzeuge mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor und Brennstoffzelle testen.
(Bild: MAN)

Der Nutzfahrzeughersteller MAN will im kommenden Jahr Prototypen-Fahrzeuge aufbauen, die mit Wasserstoff betrieben sind: in einer Brennstoffzelle und mit H2-Verbrennungsmotor. Für die Variante mit Brennstoffzelle rechnet MAN mit einer Reichweite von rund 800 Kilometern. Im Wasserstoff-Verbrennungsmotor sieht der Hersteller hingegen „eine schneller verfügbare und robuste Lösung“, die als Brückentechnologie dienen kann.

Der testweise Praxiseinsatz mit ausgewählten Kunden soll in den Jahren 2023/24 starten. Das Ziel: das gesamte Ökosystem Wasserstoff in der Transportlogistik erproben; gemeinsam mit bayerischen Infrastrukturbetreibern und Speditionen. Erste Gespräche mit der Bayerischen Landesregierung führt MAN nach eigenen Aussagen bereits.

Entwicklung mit Hochschulen

Zusätzlich ist eine Kooperation mit Hochschulen geplant. Dazu hat der Lkw-Hersteller eine Vereinbarung getroffen: Wissenschaftler der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Technischen Hochschule Nürnberg (THN) arbeiten gemeinsam mit dem Lkw-Hersteller auf dessen Werksgelände in einem gemeinsamen Labor und an Prüfständen an wasserstoffbasierten Fahrzeugantrieben.

Der „Wasserstoff-Campus“ ist zugleich der erste Schritt für das heutige Dieselmotorenwerk des Herstellers für seine Transformation hin zu alternativen Antrieben. Wichtig: Es geht dabei um praxisbezogene und anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Die FAU wird dabei mit Schwerpunkt auf der Grundlagenforschung arbeiten, die THN die anwendungsnahe Forschung betreuen.

Die Region Nürnberg soll so zu einem europäischen Kompetenzzentrum für Wasserstoffantriebe werden. Weitere Partner sind unter anderem das Helmholtz Institut für Erneuerbare Energie, der Energie Campus Nürnberg, der „Nuremberg Campus of Technology“ oder die beiden Fraunhofer Institute für Integrierte Schaltungen IIS, und für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB.

Gesamten Lebenszyklus beachten

Die Arbeit auf dem Wasserstoff-Campus soll die gesamte Wertschöpfungskette der Antriebsform abdecken: das umweltfreundliche Erzeugen des Wasserstoffs, die Distribution und Infrastruktur, die Energiewandlung zurück zu Strom und die Anwendung der Technik im Fahrzeug. Positiver Nebeneffekt: Die Zusammenarbeit umfasst auch die Lehre und Ausbildung an den Instituten, Hochschulen und bei MAN.

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE