Hochleistungsrechner Welche Struktur passt zur E/E-Architektur?

Von Hartmut Hammer

Tesla hat mit seinem Zentralrechner die Marschrichtung für die Intelligenz in der E/E-Architektur vorgegeben: Integration und Bündelung der Aufgaben in Hochleistungsrechnern. Wie das Bordnetz der Zukunft aussieht ist allerdings noch offen.

Analysten taxieren den Markt für Hochleistungssteuergeräte im Jahr 2030 auf ein Volumen von 156 bis 207 Milliarden Dollar.
Analysten taxieren den Markt für Hochleistungssteuergeräte im Jahr 2030 auf ein Volumen von 156 bis 207 Milliarden Dollar.
(Bild: Bosch)

Klar ist, ein „Weiter so“ mit den bisherigen Architekturen und ihren manchmal mehr als 100 Steuergeräten führt in die Sackgasse. Die Bündelung der Aufgaben in Domänenrechnern, Zentralrechnern und Zonencontrollern bringt laut Forvia (dem Nachfolgeunternehmen von Faurecia und Hella) viele Vorteile: zum Beispiel weniger Steuergeräte und damit Kosten und Systemkomplexität, Entwicklung neuer Operating Modelle durch Trennung von Hardware und Software, Update- und Upgrade-Fähigkeit der Funktionssoftware, Nutzung und Kommunikation mit der Cloud.

Den Markt für Hochleistungs-Steuergeräte taxieren Analysten von McKinsey im Jahr 2030 auf ein Volumen von 156 bis 207 Milliarden Dollar weltweit – je nach Marktdynamik von automatisierten und autonomen Fahrfunktionen. Umgerechnet könnten in einem Kleinwagen mit Verbrennungsmotor im Jahr 2025 Controller im Wert von etwa 900 Dollar verbaut sein, bei Premiumfahrzeugen mit Plug-in-Hybridantrieb und Level 3-Fahrfunktionen sogar im Wert von knapp 3.400 Dollar. In Robotaxis könnte der Wert bis zu 8500 Dollar betragen. Allerdings erwarten die Analysten, dass bereits zwischen 2025 und 2030 die Controllerkosten pro Fahrzeug um bis zu zehn Prozent sinken werden hauptsächlich wegen Skaleneffekten bei elektronischen Bauteilen sowie Kosteneinsparungen bei den hochaggregierten Domänen-, Zonen- und Zentralrechnern.