Neue Modelle

Weltpremiere: Das ist die neue A-Klasse

| Autor: Svenja Gelowicz

Weltpremiere in Amsterdam: Daimler-Chef Zetsche präsentiert stolz den neuen Kompakten.
Weltpremiere in Amsterdam: Daimler-Chef Zetsche präsentiert stolz den neuen Kompakten. (Bild: Daimler)

Mit dem Multimediasystem MBUX hat Daimler auf der großen Bühne der diesjährigen CES bereits für viel Wirbel gesorgt. Nun hat der Hersteller die vierte Generation der A-Klasse in Amsterdam präsentiert – das Modell hat große Bedeutung für die Schwaben.

Die neue A-Klasse soll cool und jung sein. Und deshalb gibt sich Daimler-Chef Dieter Zetsche redlich Mühe, dafür die richtigen Worte zu wählen: „Smartphone auf Rädern“ nennt er die Kompakte, also genau das richtige für eine „Smartphone-affine Generation“. Mit der A-Klasse konnte sich der Premiumhersteller in seiner Zielgruppenansprache um zehn Jahre verjüngen – nämlich bis Mitte 40. „Das ist in der Automobilindustrie ein Meilenstein“, sagt Zetsche; und das zahle direkt auf die Markenwerte ein.

MBUX setzt Maßstäbe

Dass der aufregende Teil der neuen A-Klasse nicht der ist, den man von außen sieht, war schon vor der Premiere bekannt; genauer gesagt: seit der Vorstellung des neuen Multimediasystems MBUX (Mercedes-Benz User Experience). Dieses System mit eigener Sprachsteuerung („Hey Mercedes!“) feierte seine Premiere an keinem geringeren Ort als Las Vegas zur CES 2018 und war auch bei der Premiere der A-Klasse im Fokus.

Die Sprachsteuerung „Linguatronic“ haben die Stuttgarter mit dem Softwareunternehmen Nuance entwickelt. Aktiviert wird die intelligente Sprachassistenz entweder per Taste am Lenkrad oder eben mit dem Kommando „Hey Mercedes“. Außerdem kann die Sprachsteuerung lernen: Sie stellt sich auf den Benutzer und seine Stimme ein, kann Nicht-Muttersprachler verstehen und die Software auf dem Server soll auch neue Wörter oder einen geänderten Sprachgebrauch lernen.

Für das Navigationssystem setzt der OEM erstmals auf die Dreiwortadressen des Adresssystem-Start-ups What3words, in das sich Daimler auch jüngst mit zehn Prozent eingekauft hat.

Per Text- oder Spracheingabe gibt der Fahrer mit nur drei Wörtern (wie körper.blende.räumen) sein gewünschtes Ziel ein und kommt auf neun Quadratmeter genau an – auch dort, wo es keine herkömmlichen Straßenadressen gibt.

Zetsche: „Können uns zurücknehmen“

Das Interieur haben die Stuttgarter bereits im November in ihrer Heimat vorgestellt. Am Freitag (2. Februar) zeigte Daimler schließlich sein Exterieur in Amsterdam. Im Vergleich zum Vorgänger gibt sich die A-Klasse deutlich dezenter. Zetsche: „Wir haben bewusst mit der letzten Generation der Kompakten einen lauteren Designweg gewählt – weil wir Aufmerksamkeit erwecken wollten, weil wir darauf hinweisen wollten, das wir in dem Segment eine attraktive Alternative sind. Das hat funktioniert. Deswegen können wir uns jetzt etwas zurücknehmen, etwas gelassener auftreten.“ Die Stuttgarter beschreiben ihr Design als puristisch und flächenbetont: Ein progressives Frontdesign mit tiefgezogener Motorhaube, flachen LED-Scheinwerfern mit Chromelement und Tagfahrlichtfackel; ein markanter Sternengrill.

Durch den vergrößerten Radstand und die seitliche Charakterlinie wird das Fahrzeug optisch gestreckt. Die Motorhaube fällt gegenüber der Vorgängerbaureihe stärker nach vorne ab und betont so die steil stehende Front. Die größeren Radhäuser sind für Räder von 16 bis 19 Zoll; sie sollen die Sportlichkeit der neuen A-Klasse unterstreichen.

Das Innenraumkonzept der A-Klasse

Daimler verzichtet komplett auf eine Hutze über dem Cockpit. Dadurch spannt sich der flügelförmige Grundkörper der Instrumententafel ohne Unterbrechung von einer Vordertür zur anderen. Das Widescreen-Display steht völlig frei; die Lüftungsdüsen sehen aus wie kleine Turbinen. Daimler hat die Instrumententafel in zwei horizontale Volumenkörper aufgeteilt.

Der Innenraum ist außerdem gewachsen: Mehr Schulterraum, Ellenbogenbreite und Kopffreiheit sowie ein einfacherer Einstieg in den Fond – gerade dieser wurde massiv an der Vorgängergeneration bemängelt. Außerdem bietet der Kofferraum mehr Stauraum, genauer gesagt: 29 Liter größer als zuvor.

Bei den Sitzen halten Komfortausstattungen aus höheren Fahrzeugsegmenten Einzug: Auf Wunsch sind neben der Sitzheizung erstmals in dieser Baureihe auch Sitzklimatisierung und Multikontursitzpaket mit Massagefunktion für die Vordersitze zu haben.

Produktion rollt in Raststatt an

Bestellen kann man die vierte Generation ab März. Die Schwaben lassen die Produktion der neuen Kompaktwagenfamilie dieses Jahr in fünf Werken auf drei Kontinenten anlaufen: Sie startet im Werk Raststatt hierzulande, gefolgt von Werken in Ungarn, Finnland, Mexiko und China.

Was sind die Highlights neben dem Multimediasystem? Nun: Das neue Kompaktmodell von Mercedes-Benz kann erstmals in bestimmten Situationen teilautonom fahren. Dafür hat der OEM Funktionsumfänge aus der S-Klasse übernommen. Kamera- und Radarsysteme sollen bis zu 500 Meter vorausschauen können.

Außerdem nutzt die A-Klasse Karten- und Navigationsdaten für Assistenzfunktionen. So kann laut Daimler der Aktive Abstandsassistent „Distronic“ als Teil des Fahrassistenzpakets den Fahrer in einer Vielzahl von Situationen streckenbasiert unterstützen und die Geschwindigkeit komfortabel vorausschauend anpassen – z. B. vor Kurven, Kreuzungen oder Kreisverkehren. Eindeutige Icons – etwa ein Lenkrad mit Händen auf beiden Seiten – informieren den Fahrer auf dem Bildschirm als auch im Head-up-Display über die aktivierten Assistenten. Die Bedienung aller Fahrassistenzfunktionen kann über das Lenkrad erfolgen. Den Fahrer unterstützen eine Vielzahl von Assistenten, die er sich selbst konfigurieren kann. Serienmäßig an Bord der neuen A-Klasse ist ein erweiterter aktiver Bremsassistent.

Neue Motoren, neue Getriebe

Antriebstechnisch bleibt es konventionell, die A-Klasse erhält aber überarbeitete Motoren: Zum Start stehen zwei Vierzylinder-Benziner zur Verfügung. Zu den Innovationen des M 282 mit 1,4 Liter Hubraum und bis zu 120 kW zählen Zylinderabschaltung (in Verbindung mit dem 7G-DCT-Getriebe) und Delta-Form des Zylinderkopfs. Zweiter neuer Benziner ist der M 260 mit 2,0 Liter Hubraum, 165 kW und 350 Nm. Neu ist hier unter anderem die „Camtronic“ für die Einlassnockenwelle. Beide Ottomotor-Baureihen verfügen über reibungsoptimierte Zylinderlaufbahnen und über einen serienmäßigen Partikelfilter.

Ebenfalls neu ist der Vierzylinder-Diesel (OM 608) mit 1,5 Liter Hubraum, bis zu 85 kW und bis zu 260 Nm. Seine Highlights sind ein motornahes Abgasreinigungssystem mit Adblue-Technologie, ein Turbolader mit optimiertem Ansprechverhalten und Wasser-Ladeluftkühlung. Außerdem startet ein neues 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe. Weitere neue Motoren sollen folgen. Serienmäßig ist ein 43 Liter großer Tank verbaut, optional wird ein 51-Liter-Tank erhältlich sein.

Daimler auf Erfolgskurs

Daimler erhofft sich, mit der neuen A-Klasse die Profitabilität weiter steigern zu können. Seit der Markteinführung 1997 lieferte der OEM über drei Millionen A-Klassen aus und konnte sich endlich vom Rentner-Image freimachen. Daimler hat mit der neuen Kompakten kein „Smartphone auf Rädern“ erschaffen. Doch: Im Innenraum kann dieses gut in der Tasche des Fahrers verstaut bleiben.

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