Elektrische Lkw Weniger Maut und Verkehr: Nachts elektrisch über den Brenner

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Nachts gilt auf der Inntal-Autobahn über den Brenner ein Fahrverbot. Emissionsfreie Lkw sind davon ausgenommen – MAN testet mit einer Spedition im Pendelverkehr zwischen Deutschland und Italien.

MAN und die Spedition Dettendorfer testen emissionsfreie Nachtlogistik über den Brenner mit einemE-Truck.(Bild:  MAN Truck&Bus)
MAN und die Spedition Dettendorfer testen emissionsfreie Nachtlogistik über den Brenner mit einemE-Truck.
(Bild: MAN Truck&Bus)

Ohne Nachtfahrverbot über den Brenner: MAN und die Spedition Dettendorfer testen im Juli und August vier Wochen den nächtlichen Einsatz vollelektrischer Lkw auf einer Brennerroute zwischen Raubling und Bozen. Die E-Trucks sind vom Nachtfahrverbot ausgenommen und dürfen auf der Inntal-Autobahn A12 nachts fahren. Diesel-Lkw nicht. Perspektivisch könnten so Verkehrsflüsse am Brenner vor allem in der Ferienzeit entzerrt werden, außerdem sinken CO2- und Lärm-Emissionen.

Wettbewerbsvorteil für Speditionen

Die Ausnahme vom Nachtfahrverbot für E-Trucks gibt es seit dem Jahr 2021. Für den Fernverkehr mangelte es laut MAN bislang jedoch an entsprechenden Fahrzeugen und der Ladeinfrastruktur. Der E-Truck des Nürnberger Nutzfahrzeugherstellers schafft eine Tagesreichweite von bis zu 800 Kilometern mit einmal Zwischenladen; auch im Winter. Damit kann der Truck nachts theoretisch grenzüberschreitend auf der gesamten Strecke zwischen Deutschland und Italien verkehren: etwa von München nach Verona oder von Rosenheim über den Brenner nach Bozen und zurück.

Schneller über die Grenze

Laut einer Modellrechnung können 300 in der Nacht eingesetzte E-Trucks die Blockabfertigung am Tag in Kufstein um bis zu eine Stunde reduzieren. Und: Jeder Truck vermeidet laut MAN bei einer jährlichen Fahrleistung von 110.000 Kilometern im Durchschnitt rund 95 Tonnen CO2.

Die E-Trucks sparen aber nicht nur Emissionen, sondern auch ihren Betreibern Geld. Bei einer Jahreslaufleistung von über 110.000 Kilometern auf deutschen Autobahnen summiert sich die gesparte Maut auf über 60.000 Euro – pro Fahrzeug und Jahr. Die vollständige Befreiung von der Maut gilt aktuell ausschließlich in Deutschland und vorerst bis Ende 2025. Ende Juni hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, emissionsfreie schwere Nutzfahrzeuge von Maut- und Benutzungsgebühren bis 2031 auszunehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit eines nachhaltigen Straßenverkehrs zu fördern. Statt bis zum 31. Dezember 2025 soll die Ausnahme bis zum 30. Juni 2031 gelten. In anderen Ländern gelten abweichende Regelungen: Österreich belastet E-Trucks auf der A13  vor allem nachts mit bis zu 75 Prozent weniger Maut. In Italien hingegen gibt es auf der Route über den Brenner nach Bozen nur marginale Unterschiede in der Maut zwischen Diesel- und E-Lkw.

TCO-Ersparnis auf der Brennerroute

Über eine Laufzeit von drei Jahren trägt die Mautersparnis des E-Trucks laut MAN zu einem Gesamtkostenvorteil von über 15 Prozent bei: gegenüber mit Diesel betriebenen Fahrzeugen auf der Brennerroute. Außer der Maut sparen Betreiber bei Energie- und Wartungskosten und der Kfz-Steuer. Laut Mitteilung zeigen beispielhafte Ladeszenarien Ladepreise von rund 0,41 Euro/kWh nachts in Raubling und etwa 0,38 Euro/kWh in Bozen. Die Rekuperation auf der bergigen Strecke steigt zudem auf bis zu 40 Prozent – Energie, die bei nicht-elektrischen Trucks überwiegend in Wärme aufgeht.

Über die Spedition Dettendorfer

Die familiengeführte Spedition Dettendorfer mit Sitz in Raubling ist ein langjähriger Innovationspartner von MAN. Das Unternehmen testet seit mehreren Jahren alternative Antriebe im Realbetrieb.

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