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Zulieferer: Platz für eigene Produktaktivitäten
Diese selektive Strategie lässt den Zulieferern genügend Platz für eigene Produktaktivitäten. Bosch etwa versteht sich als Full-Service-Anbieter mit einem Portfolio von beispielsweise Batteriesystemen inklusive Batteriemanagement, Leistungselektronik, Inverter, Elektromotoren, Energiemanagement und Gesamtfahrzeug-Integrationskompetenz. Über ein ähnlich breites Angebot verfügt Continental. Beide Tier-1-Supplier arbeiten nach eigenen Angaben mit mehr als 20 Automobilherstellern weltweit zusammen. Andere deutsche Zulieferer konzentrieren sich eher auf Produkte, die zu ihren bisherigen Kompetenzen passen. So entwickelt und fertigt ZF etwa 8-Gang-Vollhybridgetriebe für Audi, BMW und Land Rover, Kurbelwellen-Startergeneratoren, Schwungstartsysteme, etwa für VW, sowie Elektromotoren, etwa für den Mercedes S400 Blue Hybrid.
Breite Themenvielfalt und Kooperationen
KSPG und Mahle wiederum haben Range-Extender-Antriebseinheiten entwickelt und auf der Straße präsentiert, die sie als Komplettpaket an die OEMs verkaufen wollen. Da jeder einzelne OEM wohl nicht die nötigen Stückzahlen erreicht, rechnen KSPG und Mahle mit zahlreichen Kunden und wollen so auf die erforderlichen Skaleneffekte kommen. Darüber hinaus bieten die beiden Zulieferer auch Komponenten für Brennstoffzellenfahrzeuge und für das Thermomanagement von Elektrofahrzeugen (KSPG) sowie Elektroantriebsstrang-Regelstrategien und Prototypenumbauten (Mahle) an.
Siemens wieder präsent
Selbst Siemens, nach dem Verkauf der Automobilsparte an Continental eigentlich vom automobilen Radar verschwunden, ist im Zukunftsmarkt E-Mobilität wieder präsent. Aus dem reichhaltigen Industrie-Know-how heraus hat das Unternehmen Elektromotoren und Umrichter für Pkw und Nutzfahrzeuge entwickelt, sowie Ladetechnik im Fahrzeug und stationäre Ladesysteme – auch kabellose. Mit diesem Portfolio ist es vorwiegend im Nutzfahrzeugsegment tätig, beliefert aber auch Pkw-Kunden wie etwa Volvo. Die Schweden sind gleichzeitig enger Kooperationspartner für die Entwicklung dieser Produkte.
OEMs geben sich offen
Continental produziert mit dem Partner SK Innovation in einem Joint Venture Batteriesysteme. Die Koreaner steuern Batteriezellen bei, Continental die Elektronik für das Batteriemanagement. KSPG hat den Range Extender mit einem Partner, der FEV, entwickelt. ZF arbeitet zusammen mit Continental an der Entwicklung und Fertigung von Parallelhybrid-Antrieben für Pkw, Lkw und Busse. Mahle hingegen legt seinen Fokus „derzeit primär auf den Know-how-Aufbau und -Ausbau im eigenen Haus“. Zusätzlich stehe man „mit Mahle Powertrain als Entwicklungsdienstleister zur Verfügung“, heißt es aus Stuttgart. Die OEMs geben sich ebenfalls offen. So wird Daimler bei der nächsten Generation des Elektro-Smart eng mit dem Partner Renault-Nissan zusammenarbeiten. Audi hingegen baut vorrangig auf die Synergieeffekte im Volkswagen-Konzern, hat aber mit dem Audi-Electronic-Venture (AEV) auch ein Kooperationsprojekt mit mehreren Zulieferern aufgebaut: Es soll die Vernetzung im Fahrzeug optimieren und das Know-how für Elektromobilität vergrößern.
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