Suchen

Elektromobilität Wer kontrolliert die Schlüsseltechniken?

| Autor / Redakteur: Jürgen Goroncy / Thomas Günnel

E-Mobilität: gestern hui, heute pfui – und morgen? Sicher ist gar nichts. Nur, dass sich OEMs und Zulieferer auf wachsende Geschäfte im nächsten Jahrzehnt einrichten. Und sich gut vernetzen.

Firmen zum Thema

Das Antriebskonzept Dual-Mode-Hybrid von Audi sorgt derzeit für umweltfreundlichen Vortrieb: im Prototypenstatus mit einem Verbrennungsmotor, zwei Elektromotoren und einem einstufigen Getriebe.
Das Antriebskonzept Dual-Mode-Hybrid von Audi sorgt derzeit für umweltfreundlichen Vortrieb: im Prototypenstatus mit einem Verbrennungsmotor, zwei Elektromotoren und einem einstufigen Getriebe.
(Foto: Audi)

Der Automobilbau ist inzwischen so komplex, dass sich die OEMs zunehmend auf einige technische Kernkompetenzen sowie den Bau und die Vermarktung der Fahrzeuge konzentrieren. Die größte Verschiebung hin zu den Zulieferern erfolgt nach einer aktuellen Studie von Oliver Wyman und dem VDA bei elektrischen Antrieben. Der Anteil der OEMs an der Wertschöpfung dieses wachsenden Segments soll bis zum Jahr 2025 auf neun Prozent sinken. Dennoch werden sie weiterhin Schlüsseltechniken des E-Antriebs kontrollieren.

Bildergalerie

Zugriff auf Schlüsseltechniken

BMW etwa bezieht die Batteriezellen von Lieferanten. Die Batterieproduktion und Steuerelektronik sollen aber inhouse bleiben. In die gleiche Richtung, wenn auch mit anderen Akzenten, zielt Daimler: Die Schwaben wollen auch den direkten Zugriff auf Schlüsseltechniken, erarbeiten diese Kompetenzen aber vorwiegend mit Partnern in Joint Ventures – bei den Elektromotoren mit Bosch, bei Batterien mit Evonik. Diese sind bereits Lieferanten für den Mercedes-Benz E300 BlueTec Hybrid und den Smart Fortwo Electric Drive. „Das schließt aber eine andere Lieferantenauswahl nicht aus. Der Antriebsstrang für die kommende B-Klasse Electric Drive wird von Tesla Motors gefertigt“, sagt Jürgen Schenk, Leiter der Entwicklung Elektrofahrzeuge für Mercedes-Benz und Smart. „Themen wie Batteriemanagement oder die Gesamtsystem-Integration gehören ebenfalls zu unseren Kernkompetenzen.“

„Zunehmend hohes Maß an Eigenleistung “

Audi sieht es ähnlich. Man werde bestimmt nicht alles selbst machen. Aber „wir streben bei der Fertigungstiefe ein zunehmend hohes Maß an Eigenleistung an“, erläutert Josef Schloßmacher aus der Produkt- und Technik-Kommunikation von Audi. „Außerdem suchen wir die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern, wobei unsere Entwickler sowohl strategisch als auch operativ alle Projekte steuern. Insbesondere bei der Batteriezellentwicklung und Leistungselektronik setzen wir auf Kooperation.“ Auch die Gesamtsystem-Integration ist für Audi eine Kernkompetenz.

(ID:37136850)