Neue Modelle Neues SUV-Coupé von Xpeng - ab 35.000 Euro

Von Peter Weißenberg/SP-X 4 min Lesedauer

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SUV-Coupé L03 soll Europas Bestsellern Kunden abjagen. Ab 35.600 Euro mit schneller Ladetechnik – trotz 400-Volt-Architektur – und eigenem Chip für automatisiertes Fahren. Zudem bringt Xpeng die bei uns noch seltene Range-Extender-Technik (REEV).

Xpeng bringt mit dem L03 sein bislang kleinstes Modell nach Europa. (Bild:  Xpeng)
Xpeng bringt mit dem L03 sein bislang kleinstes Modell nach Europa.
(Bild: Xpeng)

He Xiaopeng ist überzeugt: „Der L03 setzt Maßstäbe für seine Klasse – wir haben ein globales Team dafür arbeiten lassen, gerade auch mit dem Blick nach Europa“. Und für sein erstes wirkliches Weltmarkt-Modell hat der Gründer von Xpeng daher auch einige technische Ausrufezeichen setzen lassen.

Der Premierenauftritt in München ist schon an sich bombastisch: Dutzende Fahrzeuge, Drohnen, fliegende Autos und eine Heerschar Roboter. Der Firmenchef will den fast 2.000 Gästen aus aller Welt zeigen, dass seine Elektroautos nicht nur vergleichsweise günstig, sondern auch technisch führend sind.

Und das alles in den Maßen, die vor allem hiesige Kunden besonders schätzen: Das SUV-Coupé misst 4,65 Meter in der Länge, 1,92 Meter in der Breite und bringt einen Radstand von 2,85 Metern mit. Damit positioniert sich der Wagen exakt zwischen kompakten Stadt-SUVs und den großen Familienmodellen der Konkurrenz. Audis Q4 etron oder Teslas Model Y stehen damit auf dem Speiseplan der bald fast 100 Xpeng-Händler.

Viele Sonderausstattungen gibt es wie üblich bei den Chinesen nicht. Aber Xpeng staffelt den L03 in gleich fünf Ausführungen, die sich in Leistung, Reichweite und Antriebsart deutlich unterscheiden. Die Einstiegsversion RWD Standard Range startet bei 35.600 Euro und leistet 180 kW/245 PS. Die Reichweite liegt bei bis zu 445 Kilometern nach WLTP-Norm.

Wer mehr Strecke ohne Nachladen machen will, greift zur RWD Long Range-Variante ab 38.600 Euro. Sie verfügt über die größere 71,2-kWh-Batterie und schafft bis zu 520 Kilometer. Und wer es krachen lassen will, den dürfte die AWD Performance-Version ab 41.600 Euro mit 285 kW/388 PS und Allradantrieb deutlich mehr Fahrspaß bescheren. So bestückt beschleunigt das SUV in 4,5 Sekunden auf Landstraßentempo – allerdings sinkt die Reichweite auf 440 Kilometer. Auch die Topversion „Ultra“ ab 46.600 Euro teilt sich die Fahrleistungen mit der Performance-Variante. Hier soll aber die volle KI-Hardware-Ausstattung den Unterschied bringen.

Für eilige Kilometerfresser hat inzwischen auch Xpeng die in China bereits weit verbreitete REEV-Variante ab 38.600 Euro am Start: Ein 1,5-Liter-Benzinmotor arbeitet dabei ausschließlich als Generator für die 37,25-kWh-Batterie, das Auto wird also immer elektrisch angetrieben. Dieses Konzept soll eine Gesamtreichweite von bis zu 1.000 Kilometern ermöglichen. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei sämtlichen Modellen auf Tempo 180 begrenzt.

Punkten wollen die Chinesen wie bei ihren größeren SUV mit rasanter Ladeleistung. Der L03 basiert zwar nur auf einer 400-Volt-Architektur, kann aber bis zu 236 kW in seinen Akku pumpen. Damit lässt sich die Batterie in 18 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen, bei besonders günstigen Bedingungen sogar in 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Diese Werte sind sonst meist nur Fahrzeugen auf einer 800-Volt-Architektur vorbehalten.

Zur Verbrauchs-Effizienz trägt auch die Aerodynamik bei: Mit einem cW-Wert von 0,23 gehört der L03 zu den windschnittigsten Vertretern seiner Klasse. In Kombination mit der serienmäßigen Wärmepumpe ergibt sich ein Energieverbrauch zwischen 15,3 und 18,4 kWh pro 100 Kilometer – ein für diese Fahrzeuggröße zumindest in der Theorie respektabler Wert.

Im Stand überzeugt schon einmal der Innenraum: Ein Velours-Dachhimmel, kuschelweiches Leder, Soft-Touch-Oberflächen in Hell- oder Dunkelgrau oder 256 verschiedene Ambiente-Beleuchtungen prägen das Ambiente. Trotz der flach abfallenden Dachlinie bietet der 2,85 Meter lange Radstand ausreichend Kopf- und Beinfreiheit.

Platz ist auch hinter den Sitzen, wenn auch Coupé-bedingt nicht im gleichen Maße wie bei traditionellen SUV. Der Kofferraum fasst eher knappe 367 Liter, ergänzt wird dies durch den praktischen „Frunk“ im Bug. Bei den Hinterradantriebs-Modellen bietet dieser vordere Stauraum 89 Liter, bei den Allradversionen sind es wegen des zusätzlichen Motors immerhin noch 44 Liter. Eine Schublade unter den Rücksitzen liefert weitere 10 Liter Stauraum.

Zur Serienausstattung zählen elektrisch einstellbare, beheizbare und belüftete Vordersitze mit Memory-Funktion; im „Ultra“-Modell ergänzt durch eine Massagefunktion. Ein 1,30 Quadratmeter großes Panoramadach mit fast völligem UV-Schutz gehört in allen Varianten zum Standard.

He Xiaopeng hat wie viele chinesische Gründer seine erste Milliarde als Software-Unternehmer verdient. Kein Wunder, dass sich Xpeng mit dem Begriff „Physical AI“ bewusst als Technologieunternehmen positioniert, das Kernkomponenten wie KI-Chips und Softwarearchitekturen selbst entwickelt.

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Das Cockpit des L03 verfügt über drei brillante Displays: ein 8,9-Zoll-Instrumentendisplay, einen 15,6-Zoll-Zentraltouchscreen mit 2.5K-Auflösung und ein großformatiges 26,8-Zoll-Head-up-Display. Für Computer-Freaks: Im „Ultra“-Modell arbeiten gleich zwei Turing-AI-Chips mit einer Gesamtrechenleistung von 750 TOPS.

Die Rechenoperationen, die der Chip in einer Sekunde durchführt, würde ein Mensch mit Kopfrechnen bei einer Rechnung pro Sekunde rund 24 Millionen Jahre lang ausführen müssen. Die Chips bilden auch die Grundlage für den „Next Generation Pilot“ (NGP), der teilautonomes Fahren auf Level-2+-Niveau ermöglichen soll – inklusive automatischem Spurwechsel.

Für den Sound sorgt ein hauseigenes System, bei dem schon in der Basisversion neun Lautsprecher verbaut sind, darunter zwei wummernde im Fahrersitz; das „Ultra“-Modell bietet sogar 18 Lautsprecher mit aktiver Geräuschunterdrückung nach Art von Noise-cancelling-Kopfhörern.

Xpeng strebt für den L03 natürlich eine 5-Sterne-Bewertung im Euro-NCAP-Test an. Serienmäßig verbaut sind dazu sieben Airbags sowie ein Assistenzpaket mit mehr als einem Dutzend Einzelsystemen, darunter Notbremsassistent, Totwinkelwarner und eine 360-Grad-Kamera mit sogenanntem „transparentem Chassis“, das á la Land Rover den Bereich unter dem Fahrzeug sichtbar macht. Ergänzt wird die Ausstattung durch eine Vehicle-to-Load-Funktion mit bis zu sechs kW Leistung, eine induktive und belüftete Smartphone-Ladeschale sowie dem Luftreinigungssystem „Xfree Breath“, das auch Feinststaub draußen auf der Straße halten soll.