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Historie 25 Jahre Audi V8

| Autor / Redakteur: sp-x / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Staatslimousinen und Repräsentationskarossen lieferte über Jahrzehnte Mercedes. Mit dem V8 wollte Audi auch ins automobile Oberhaus vorstoßen. Doch die Kunden blieben zurückhaltend.

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Silber-Jubiläum: Die Oberklasse-Limousine Audi V8 wurde 1988 erstmals aufgelegt.
Silber-Jubiläum: Die Oberklasse-Limousine Audi V8 wurde 1988 erstmals aufgelegt.
(Foto: Audi)

Die Aufregung war groß, als Audi vor 25 Jahren mit eigenen Angeboten in die Luxusklasse vordringen wollte. Während BMW den 7er zur Zwölfzylinderlimousine aufrüstete, präsentierte Audi den V8 als weltweit ersten Komfortkreuzer mit Allradantrieb und 32-Ventil-Achtzylinder in Aluminiumbauweise.

Damit nicht genug: Als erste Luxuslimousine stellte der Audi V8 Quattro ab 1991 seine fahrdynamischen Qualitäten sogar im harten Motorsporteinsatz unter Beweis – und gewann gleich zwei Jahre in Folge den Titel der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Bilderbuch-Siege, die dem Ingolstädter Flaggschiff Respekt und Anerkennung in der Prestigeklasse bescheren sollten. Eine vergebliche Hoffnung. Denn der große Audi blieb trotz seiner viel gerühmten Luxusfeatures und technischer Finessen selten, weil es ihm an eigenständigem Design und Markenprestige mangelte.

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Umschwung durch den Audi A8

Dies änderte sich erst mit dem Audi A8, der 1994 die Nachfolge des V8 antrat und lange Zeit favorisierter Dienstwagen von Bundeskanzler Gerhard Schröder war. Dagegen litt der erste Audi-Achtzylinder an Geburtsfehlern, die auch mehrere Schönheitsoperationen nicht beseitigen konnten und die seine Verkaufszahlen beständig am Boden hielten.

So sollte der in Neckarsulm gebaute V8 ursprünglich als Audi 300 vorgestellt werden, ähnelte seine Formensprache doch verblüffend den Vier- und Fünfzylinder-Modellreihen Audi 100 und 200. Seine prägnante Bezeichnung und eine markante Kühlerfront erhielt er erst kurz vor der glanzvollen Premierenparty auf dem feinen Podium des Pariser Autosalons.

Eine Namensänderung, die klar machen sollte: Der V8 war kein Zwilling der kleineren Audi-Modelle – schließlich bestanden 90 Prozent der Teile der anfangs 184 kW/250 PS und später bis zu 206 kW/280 PS starken Oberklasselimousine aus Neukonstruktionen. „Aufstiegskandidat“ oder „Auf höchstem Niveau“ lauteten denn auch die treffenden Schlagzeilen, mit denen die Motorpresse das neue Ingolstädter Spitzenmodell würdigte. Im Grundpreis von rund 100.000 Mark eingeschlossen waren edle Lederpolster, Aluräder im damals stattlichen 7,5x15-Zoll-Format, ein High-End-Soundsystem und eine Klimaautomatik.

Andererseits war der Audi V8 deshalb deutlich teurer als ein zwar bescheidener ausgestatteter, aber imagestarker Mercedes 500 SE. Zuviel Geld für zu wenig Prestige, entschieden die meisten Luxusklasse-Käufer spätestens nach dem Studium der Audi-Preisliste. Und so blieben die V8-Verkaufszahlen über 50 Prozent hinter den ursprünglich kommunizierten Absatzzielen zurück.

Audi wird zur Premiummarke

Die beiden Achtzylindermaschinen zeigten sich auf Langstrecken jedoch sparsamer als der Wettbewerb, allerdings immer noch mit Verbrauchswerten von 14 bis 17 Liter pro 100 Kilometer. Wie bei Mercedes galten Laufleistungen von über 400.000 Kilometer ohne Motorrevision bei den V8 als normal, wobei die Ersatzteil- und Wartungskosten ebenfalls Oberklasseniveau hatten. Kosten, die von den meisten Kunden bereitwillig akzeptiert wurden, zumal mit Markteinführung des V8 die ersten Audi-Vertriebszentren an den Start gingen. Der bis dahin lange Zeit gemeinsame Vertrieb mit Volkswagen unter VAG-Signet wurde aufgegeben und Audi durch eigene Händler zur Premiummarke des Wolfsburger Mutterkonzerns befördert.

Vom V8 verkaufte Audi in sechs Jahren insgesamt nur rund 21.000 Autos, von denen erstaunlich viele bis heute überlebt haben. Kein Wunder, dass die Kundenzufriedenheit bei V8-Fahrern von Beginn an Bestwerte erreichte.

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