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Dieselkrise Audi legt KBA Analyse von V-TDI-Motoren vor

| Redakteur: Christian Otto

Audi war gegenüber dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit einer internen technischen Analyse in der Bringschuld. Diese legte der OEM nun vor. Laut den Ingolstädtern ergab die Untersuchung keinen negativen Befund. Details werden allerdings noch besprochen.

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Im Fokus der internen Analyse standen die aktuellen Audi-Modelle mit V6-TDI-Motoren der Generation 3.
Im Fokus der internen Analyse standen die aktuellen Audi-Modelle mit V6-TDI-Motoren der Generation 3.
(Bild: Audi)

Audi hat gestern (5. Juli) nach dem Abschluss interner technischer Analysen aller V-TDI-Motoren das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) über die wesentlichen Ergebnisse informiert. Der OEM bezeichnete das als „wichtiges Etappenziel“ bei der Aufarbeitung der Dieselkrise. Die Details werden allerdings erst in den kommenden Wochen durchgesprochen.

Im Fokus der Analyse standen die aktuellen Modelle mit V6-TDI-Motoren der Generation drei. Laut Audi hätten die Untersuchungen insbesondere der neuen Oberklasse mit dem Audi A8, dem Audi A7 Sportback, dem Audi A6 und A6 Avant sowie dem Audi Q8 keinerlei Befund ergeben. Seit 2016 habe das Unternehmen rund 700 Varianten geprüft.

Schot: „Fakten liegen auf dem Tisch“

Abraham Schot, kommissarischer CEO und Vorstandsmitglied für Vertrieb und Marketing der Audi AG, bewertet die jetzige Analyse als ersten Erfolg: „Wir haben in der technischen Aufklärung einen großen Fortschritt gemacht. Nach der aufwendigen Detailarbeit liegen die Fakten auf dem Tisch.“

Gegenstand der umfangreichen Untersuchungen waren alle V6- und V8-TDI-Motoren, wie sie bei Audi in Modellen der Mittel- und Oberklasse zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich laut den Ingolstädtern um rund sechs Millionen Autos nach der Norm Euro 5 und Euro 6, die in den Jahren seit 2008 gebaut wurden und an Kunden in Europa und anderen Märkten ausgeliefert wurden. Ausgenommen sind die USA und Kanada.

Audi berichtetet auch, dass das KBA dem Unternehmen im Rahmen der Dieselkrise bislang sieben Bescheide für angeordnete Software-Updates zugestellt hat. Das entspricht einem Volumen von rund 240.000 Fahrzeugen weltweit. Für 370.000 Fahrzeuge mit V-TDI-Motoren bietet Audi – wie beim Dieselgipfel im August 2017 vereinbart – in Deutschland ein freiwilliges Software-Update zur Verbesserung der Emissionen im realen Straßenverkehr an. Das Nachrüstprogramm ist für Audi-Kunden kostenfrei und soll sich weder auf Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionswerte, Motorleistung, maximales Drehmoment und Geräuschemissionen noch auf die Dauerhaltbarkeit des Motors und des Abgasnachbehandlungssystems negativ auswirken.

Freigaben in Nordamerika

Die USA und Kanada sind von den vorgestellten Ergebnissen der Audi-internen Analysen nicht betroffen. Das Unternehmen sei nach eigenen Angaben in Nordamerika schon einen Schritt weiter: Bei den dort eingesetzten Motorgenerationen liege bereits in vier von fünf Fällen die Freigabe der zuständigen Zulassungsbehörden für die Maßnahmen vor. So seien rund zwei Drittel dieser Autos bereits bearbeitet.

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