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Wirtschaft Bericht: Webasto macht Teile seines Werks in Hengersberg dicht

| Autor: Svenja Gelowicz

Webasto will Medienberichten zufolge Teile seiner Produktion nach Osteuropa verlagern. Der Betriebsrat übt derweil Kritik an der Förderpolitik der Bundesregierung: „Was wollt ihr überhaupt?“

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Webasto: Standort Hengersberg.
Webasto: Standort Hengersberg.
(Bild: Webasto)

Webasto will laut einem Bericht von „BR“ Teile seiner Fertigung im bayerischen Hengersberg (Nähe Deggendorf) schließen. Der Automobilzulieferer habe die Meldung bestätigt, die betroffenen Mitarbeiter seien informiert. Wie viele Beschäftigte von der Maßnahme betroffen sind, sei noch offen – laut einem weiteren Bericht von „BR“ verhandele der Betriebsrat noch mit Webasto.

200 Mitarbeiter seien in der Fertigung beschäftigt; man versuche, 70 davon in die Zentrale nach Stockdorf zu überführen. Auch könnten einige Mitarbeiter im Verwaltungs- und Entwicklungszentrum in Hengersberg eingesetzt werden.

Während die Produktion von Cabrio-Verdecken vollständig in die Slowakei verlagert werden soll, verorte man die neu aufgebaute Batteriegehäusefertigung in das Werk Schierling bei Regensburg. Laut dem Medienbericht sind der im Jahr 2019 aufgebaute Testing-Bereich und der Prototypenbau nicht von den Maßnahmen betroffen.

Kritik vom Betriebsrat an Förderpolitik der Regierung

Derweil kommt vom Betriebsrat harsche Kritik. Dem „BR“ sagte Betriebsratschef Jürgen Bruckmeier, die Kommunikation seitens Webasto sei „eine Katastrophe“ gewesen. Mitarbeiter hätten nach den Investitionen in die Batteriegehäusefertigung am Standort Hengersberg Hoffnung geschöpft, nun sei das Vertrauen „erheblich zerstört“.

Bruckmeier teilt auch gegen die Bundesregierung aus: „Erst wurde alles in die Elektro-Sparte investiert – aber dafür haben wir die Rohstoffe und die Batterietechnik nicht. Jetzt wird wieder die Wasserstofftechnik unterstützt. Was wollt ihr überhaupt? In welche Richtung soll es gehen?“ Man verunsichere damit die Automobilzulieferer und Kunden.

Meldungen über Werksschließungen nehmen Fahrt auf

Webasto reiht sich mit seiner Werksschließung hinter anderen Zulieferern ein, die jüngst ähnliche Schritte verkündeten. So hat der Filtrationsspezialist Mann + Hummel am Donnerstag (30. Juli) vermeldet, seine Produktion am Stammsitz Ludwigsburg dichtzumachen. Eberspächer schließt sein Werk in Schwäbisch Gmünd, der Interieurspezialist HP Pelzer schließt den Standort Neutraubling bei Regensburg.

Von den Unternehmen heißt es dazu zumeist, man könne nicht mehr wettbewerbsfähig an den Standorten produzieren, die Coronakrise verschärfe die Situation.

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin