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IT- und Technologieberatung

Capgemini übernimmt Altran

| Autor: Christian Otto

Die Übernahme des weltweit führenden Engineering-Spezialisten Altran durch den IT-Berater Capgemini ist eine rein französische Hochzeit, von der vor allem die Kunden profitieren sollen. Zusammen bietet man nun mehr als 250.000 Spezialisten, die Industrie-übergreifend agieren.

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Altran ist in Deutschland vor allem als Entwicklungspartner bei Volkswagen sehr erfolgreich. Nun wurde der weltweit führende EDL vom IT-Spezialisten Capgemini übernommen.
Altran ist in Deutschland vor allem als Entwicklungspartner bei Volkswagen sehr erfolgreich. Nun wurde der weltweit führende EDL vom IT-Spezialisten Capgemini übernommen.
( Bild: Altran )

In Frankreich entsteht ein neuer globaler Technologieberatungsanbieter: Dafür übernimmt der IT-Spezialist Capgemini für 3,6 Milliarden Euro den weltweit führenden Engineeringdienstleister Altran. Durch den Zusammenschluss wollen die Unternehmen führender Partner für Industrie- und Technologieunternehmen werden und diese insbesondere bei der digitalen Transformation unterstützen.

Capgemini gilt mit seinen knapp 200.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 13 Milliarden Euro noch immer als einer der führenden IT-Dienstleister. Allerdings hatte das Unternehmen schon in den vergangenen Jahren gezielt seine Kompetenzen ausgebaut und dabei einen Fokus auf die Bereiche Digitaltechnologie und Managementberatung gelegt.

Zusammen 17 Milliarden Euro Umsatz

In der Übernahme von Altran, dem derzeit weltweit größten Technologieberater und Engineering-Dienstleister, sieht Capgemini nach eigenen Angaben die Möglichkeit eine „einmalige Kombination in der Expertise“ am Markt anbieten zu können. Zusammen verfügen die Unternehmen über 250.000 Experten und erreichen einen Umsatz von 17 Milliarden Euro.

Altran ist vor allem in der industriellen Forschung und Entwicklung sehr stark. Die Beratungs- und Entwicklungsleistung erstreckt sich dabei von der Auto- über die Luftfahrt- und Energie- bis hin zur Life-Sciences-Industrie. Und die Partner erwarten, dass die Bereiche Engineering sowie Forschung und Entwicklung auch in den nächsten Jahren ein Wachstumsfeld bleiben. Dafür spricht auch, dass gerade die Hersteller und auch führende Zulieferer immer größere Entwicklungspakete an Engineering-Dienstleister abgeben.

54.000 Mitarbeiter im Bereich F&E und Engineering

In der Automobilindustrie sind vor allem die Themen Connectivity, autonomes Fahren und die Elektrifizierung der Antriebe ein Treiber für das Geschäft der Engineering-Dienstleister. Altran ist darüber hinaus auch im Technologieberatungsgeschäft stark aufgestellt und hilft den Kunden dabei, die digitale Transformation umzusetzen. Deshalb begrüßt auch der Altran-CEO Dominique Cerutti den Deal: „Die Transaktion wird vor allem Mehrwert für unsere Kunden bieten und ist eine Möglichkeit das Talent unserer Teams zu verdeutlichen.“

Laut eigener Angaben sei man nun eindeutig der weltweit größte Anbieter, da man zusammen 54.000 Mitarbeiter in diesem Feld biete und der Anteil dieses Geschäftsbereichs am Gesamtumsatz etwa 3,4 Milliarden Euro ausmacht. 21.000 dieser Spezialisten sind dabei in fünf weltweiten Engineering Centern verteilt.

Software-Know-how für Altran

Gerade für Volkswagen ist Altran ein starker Entwicklungspartner und baut die Präsenz am Standort Wolfsburg nochmals aus. Am deutschen Engineering-Markt ist das Unternehmen anders als weltweit noch nicht die Nummer eins. Das soll sich aber ändern. Werner Ferreira, Group Senior Vice President Europe Eastern Cluster, und damit für das hiesige Geschäft verantwortlich, teilte »Automobil Industrie« im Gespräch das Nahziel mit: „In die Top-3 aufsteigen.“

Durch das Know-how von Capgemini gewinnt Altran vor allem noch mehr Kompetenz im Bereich Software. Dabei ist der EDL vor allem für die Umsetzung im Auto zuständig, während die neue Mutter über das Fahrzeug hinaus mit Cloudlösungen und der richtigen Kommunikation das Ökosystem abrundet.

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Über den Autor

Christian Otto

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stellvertretender Chefredakteur, AUTOMOBIL INDUSTRIE

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