Studie

Car IT gehört zu den wichtigsten Trends der Autozulieferindustrie

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Risiken und Chancen

Nicht zu unterschätzen sind geschäftliche und technische Risiken. Die befragten Automobilzulieferer befürchten eine Kommoditisierung von Hard- und Softwarefunktionen. Dies kann den Druck auf die Gewinnmargen traditioneller Komponenten- und Systemlieferanten weiter verstärken. Zudem droht sich das Gefüge des Innovations- und Wertschöpfungsbeitrags innerhalb der Lieferkette zu verschieben, weiter in Richtung Content, Daten und Service, wo Betrieb und Configuration Management wichtige Rollen spielen. Neue, auch Automobil-branchenfremde Spieler steigen bereits in den Markt ein und erhöhen den Wettbewerbsdruck. Besorgt sind die Zulieferer auch darüber, dass der zunehmende Anteil der Fahrzeug-IT an der Wertschöpfung den Wertbeitrag der einzelnen Teilnehmer schrumpfen lässt. Außerdem werden die Fahrzeugsysteme immer komplexer und die Entwicklungskosten nehmen weiter zu. Darüber hinaus wird die Integration der Systeme erschwert. Fehlfunktionen und Pannen nehmen zu und verzögern oder verhindern sogar die Markteinführung.

Trotz der vielen Risiken überwiegen aus der Sicht der Zulieferer die Chancen bei weitem. 87 Prozent der befragten Manager sehen in der Fahrzeug-IT attraktive Möglichkeiten für ihr Unternehmen und für die Industrie. Aufgrund der hohen Bedeutung der Fahrzeug-IT für ihr Geschäft haben viele Unternehmen bereits Aktivitäten zur Stärkung ihrer Position in diesem Umfeld eingeleitet. Die Maßnahmen zielen in erster Linie auf die Intensivierung von Forschung und Entwicklung. Hinzu kommen der Aufbau eines abgestimmten Innovationsmanagements und der Ausbau des Produktportfolios. Auch haben viele Unternehmen begonnen, sich nach geeigneten Kooperationspartnern in Industrie oder Forschung umzusehen.

„Es ist für die Automobilzulieferer wichtig, die Prozesse, Tools und Verfahren der kommerziellen IT zu beherrschen. Das erfordert eine komplette Transformation der Entwicklungsabteilungen und reicht bis zum Einrichten von Softwarefabriken“, macht Studienautor Juergen Reiner deutlich. „Gewinnen wird derjenige, der es schafft, sich als End-to-end-Betreiber von IT-Lösungen im Fahrzeug zu positionieren.“

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