Neue Modelle Dacia Spring: Neue Generation ab 18.000 Euro

Von Tomas Hirschberger/SP-X 4 min Lesedauer

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Der neue Spring wächst um 15 Zentimeter, teilt sich die Plattform mit dem Renault Twingo und kommt jetzt aus Europa statt aus China. Der Einstiegspreis bleibt trotzdem deutlich unter 20.000 Euro.

Dacia hat einen Nachfolger für den elektrischen Kleinwagen Spring entwickelt.(Bild:  Dacia)
Dacia hat einen Nachfolger für den elektrischen Kleinwagen Spring entwickelt.
(Bild: Dacia)

Wenn später mal die Geschichte der E-Mobilität geschrieben wird, darf der Dacia Spring nicht fehlen. Nicht etwa, weil er ein besonders innovatives, gutes oder gar attraktives Auto war. Das wird auch in der Retrospektive niemand ernsthaft behaupten wollen. Nein, weil der Spring Pionierarbeit geleistet hat. Mit seinem günstigen Einstiegspreis von damals circa 20.000 Euro hat der Rumänen-Stromer den E-Antrieb demokratisiert und dafür gesorgt, dass auch der „kleine Mann“ Elektromobilität kennenlernen konnte. Seit dem Jahr 2021 verkaufte Dacia 210.000 Spring in 40 Ländern, für 93 Prozent der Kunden war es der erste Kontakt mit einem EV.  

Jetzt kommt der neue Spring – und damit der zweite Frühling. Denn plötzlich blüht er auf. Wurde der Budget-Stromer bislang beim chinesischen Partner Dongfeng möglichst preiswert zusammengeschraubt, wird der neue Spring ein waschechter Europäer. Gebaut im slowenischen Werk Novo Mesto, parallel zum Konzernbruder Renault Twingo E-Tech, mit dem sich der Viertürer auch die wesentlichen Eckpfeiler seiner Technik teilt. 

Beide stehen auf der gleichen RG-EV-Plattform. Mit 3,85 Meter streckt sich der Dacia allerdings sechs Zentimeter mehr in die Länge als der Twingo und überflügelt seinen Vorgänger sogar um satte 15 Zentimeter. Der größte Sprung ins Erwachsenenalter findet allerdings in der Breite statt: Mit 1,74 m wirkt er nun deutlich stabiler und vertrauenswürdiger als das schmale Hemd aus Wuhan, das gerade mal 1,58 Meter breit war und schon im Stand wie ein fragiler Wackelkandidat ausschaute. Obwohl der Spring in allen Dimensionen zulegt, bleibt er mit lediglich 1,2 Tonnen ein Leichtgewicht, was vorwiegend dem Verbrauch zugutekommen dürfte. Dacia verspricht 12,7 kWh auf 100 Kilometer.  

So selbstbewusst und stämmig, wie der Handtaschen-Stromer jetzt auf den Rädern steht, gelingt es dem Design-Team um David Durand, den Spring aus der Spielzeugecke zu holen. Bislang war er kaum mehr als automobile Grundversorgung. Nun kommt mit dem Spring II ein moderner Kleinwagen. Die Front hochgezogen und robust, die Überhänge vorn und hinten minimal, die Linien klar und kantig.  

Obwohl Durands-Truppe nahezu die komplette Dachpartie des Twingos inklusive der Fensterlinie transplantiert hat, sind Ähnlichkeiten zum Franzosenbruder wirklich nur mit viel Fantasie zu entdecken. An Front und Heck leuchten serienmäßig LED-Lichter. Sie spiegeln das Licht im Gehäuse geschickt um 45 Grad – und sehen so nach mehr aus, als sie tatsächlich sind. Massive Stoßfänger aus unlackiertem, schwarzen Kunststoff schützen vor kleinen Remplern und großen Rechnungen, Designelemente wie die Black Panels trennen das Dach optisch von der Karosserie. 

Das Plus an Länge nutzt der neue Spring für einen 18-Liter-Frunk unter der Fronthaube – genug Platz für das Ladekabel. Den hat der Twingo nicht. Und hinten für mehr Ladevolumen. 330 Liter bis 1.280 Liter bedeuten einen deutlichen Zuwachs zum Spring Nummer Eins und sind Top für diese Klasse. Trotzdem bleibt innen noch erstaunlicher Platz für vier Erwachsene, auf der Rückbank sogar mit ordentlicher Knie- und Kopffreiheit. Meckerpotential bieten hier allenfalls die nicht versenkbaren Scheiben, preiswertere Ausstellfenster müssen reichen. 

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Es ist deutlich zu sehen, dass kein Euro leichtfertig in überflüssigen Schnickschnack gesteckt wurde. „Jedes Element muss auch einen praktischen Nutzen haben“, sagt David Durand. Der Spring ist nach wie vor auf cleveres Sparen konditioniert. Praktisch eingerichtet, aber nicht ärmlich. Die Sitze fühlen sich bequem und erwachsen an, zwei Bildschirme – 7- und 10,1-Zoll groß – wurden vom Twingo übernommen und mit einer eigenen Grafik bespielt, die keinesfalls schlechter informiert als beim Franzosenbruder. Zahlreiche Staufächer schlucken den Kleinkram des Autofahrer-Alltags, das Agaveblau der Polster findet sich als horizontaler Streifen am Armaturenbrett wieder.  

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Wie die Einrichtung ist auch die E-Technik kein Armutszeugnis, sondern pragmatisch auf die Klientel zugeschnitten. Der Spring ist dabei der erste Dacia, der von neuen, verkürzten Entwicklungszyklen der Renault-Gruppe profitiert. So sollen neue Modelle künftig nach zwei Jahren fertig sein und gleichzeitig weniger kosten. Dacia kündigt zusätzlich zum Spring bereits drei weitere EVs bis 2030 an.   

Ballast schleppt der Spring gar nicht erst mit. 60 kW müssen ebenso reichen, wie eine kleine, leichte 27,5 kWh-LFP-Batterie, die tief im Unterboden versteckt ist. Damit kommt man ungefähr 250 Kilometer weit. Mehr brauche ein hauptsächlich in der Stadt eingesetzter Mini nicht, sagt Dacia. Auch das gemächliche Ladetempo stelle für die Kunden kein größeres Problem dar. Der neue Spring füllt seinen Akku extrem bedächtig mit einer Leistung von 6,6 kW. An der Haussteckdose benötigt er zum Laden neun Stunden (15 bis 80 %), an der Wallbox fast drei. Gegen Aufpreis gibt es ein Paket, das AC-Laden mit 11 kW ermöglicht (1 Stunde 55 min.) sowie DC-Laden mit 50 kW (28 min.). Inkludiert ist dann auch die Möglichkeit externe Elektro-Geräte mit Strom zu versorgen, bekannt als Vehicle-to-Load-Funktion (V2L). 

Zum Marktstart im Dezember wird es den Spring in vier Farben und in zwei Ausstattungsversionen geben. Die Einstiegsvariante „Expression“, unter anderem mit 15-Zoll-Stahlrädern, manueller Klimaanlage und Media Paket, soll unter 18.000 Euro kosten. Der „Journey“ erhält zusätzlich 16 Zöller, Rückfahrkamera, ein höherwertiges Media-System sowie zusätzliche Konnektivität. Er startet für unter 20.000 Euro in den zweiten Frühling.