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Elektromobilität Daimler-Werk Bremen bekommt Zuschlag für erste EQ-Modelle

| Redakteur: Christian Otto

Der Bremer Standort hat einen sehr guten Ruf im Daimler-Produktionsverbund. Deshalb soll das erste Elektrofahrzeug der neuen Produktmarke EQ dort vom Band laufen. Parallel investiert der Permium-OEM in seine Batteriefertigung.

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Das Mercedes-Benz-Werk Bremen baut das erstes Serienmodell der neuen Generation von Elektrofahrzeugen: Daimler-Chef Dieter Zetsche (2.v.r.) und Produktionsvorstand Markus Schäfer (r.) stehen an dem aus Paris bekannten Showcar, das als Designgrundlage für die erste EQ-Variante gilt.
Das Mercedes-Benz-Werk Bremen baut das erstes Serienmodell der neuen Generation von Elektrofahrzeugen: Daimler-Chef Dieter Zetsche (2.v.r.) und Produktionsvorstand Markus Schäfer (r.) stehen an dem aus Paris bekannten Showcar, das als Designgrundlage für die erste EQ-Variante gilt.
(Bild: Daimler)

Mercedes-Benz geht den nächsten Schritt in der Umsetzung seiner Elektro-Offensive: Das erste Serienmodell der neuen Produktmarke EQ soll zum Ende der Dekade im Mercedes-Benz Werk Bremen produziert werden. Daimler-Chef Dieter Zetsche begründet die Entscheidung mit der hohen Verlässlichkeit des Standorts: „Das Bremer Werk liefert uns maximale Flexibilität, hohe Geschwindigkeit sowie von Anfang an Mercedes-Qualität auch für unsere Elektro-Modelle.“

Das elektrische Serienmodell basiert auf dem EQ-Showcar – einem Elektrofahrzeug, das im Design eines sportlichen SUV-Coupés im September auf der „Mondial de l’Automobile 2016“ in Paris vorgestellt wurde. Daimler wirbt schon vor Produktionsstart mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Die Produktmarke EQ soll dabei künftig einen elementaren Bestandteil der Unternehmensstrategie für die Mobilität der Zukunft bilden, die Daimler unter dem Begriff CASE zusammenfasst. Die vier Buchstaben stehen für die strategischen Säulen Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric). Diese Säulen wollen die Stuttgarter nicht nur vorantreiben sondern auch intelligent verbinden.

Produktion flexibel hochfahrbar

Mercedes-Benz Cars plant laut eigener Aussage, bis 2025 mehr als zehn voll elektrische Fahrzeuge auf dem Markt zu haben. Und der OEM verpricht, dass die neuen Elektrofahrzeuge innerhalb des bestehenden globalen Produktionsnetzwerks mit Standorten auf vier Kontinenten gebaut werden können. „In der Produktion arbeiten wir mit Hochdruck an der Umsetzung unserer Elektro-Offensive. In diesem Zusammenhang prüfen wir die Fertigung von Elektrofahrzeugen an allen Standorten von Mercedes-Benz Cars. Generell haben wir unsere neue Produktionsorganisation so flexibilisiert, dass wir schnell auf eine steigende Kundennachfrage in unseren Märkten reagieren können“, betont Markus Schäfer, Produktionsvorstand Mercedes-Benz Cars.

Bremen wurde auch aufgrund seiner guten Arbeit als Lead-Werk für die C-Klasse und den GLC ausgewählt. Das dortige Produktportfolio zurzeit aber sogar aus zehn verschiedenen Modellen. Neben Fahrzeugen mit klassischem Verbrennungsmotor laufen hier beispielsweise auch die Plug-in-Hybride der C-Klasse und des GLC im Rahmen der Serienfertigung vom Band. Außerdem wird der GLC F-CELL – ein Brennstoffzellen-Fahrzeug mit Plug-in-Technologie – in Bremen produziert werden. Mit der Zusage für den neuen Elektro-SUV der Marke EQ wird in Zukunft die komplette Bandbreite an neuen Antriebstechnologien vor Ort vorgehalten.

„Die Bremer Mannschaft ist stolz und glücklich, dass ihr Standort den Zuschlag für das erste EQ-Serienfahrzeug erhalten hat. In der Elektromobilität liegen derzeit die größten Zukunftschancen der Branche und es ist unser oberstes Ziel, dass der Standort Bremen daran teilhat.“, sagte Michael Peters, Betriebsratsvorsitzender Mercedes-Benz Werk Bremen.

Investition in die Batteriefertigung

Die Batterie für das neue Elektrofahrzeug soll von der hundertprozentigen Daimler-Tochter Accumotive entwickelt und in Kamenz gebaut werden. Die Produktion werde laut Angaben des OEMs im Zuge der Unternehmensstrategie CASE mit einer Investition von rund 500 Millionen Euro erweitert. Am Standort Kamenz entstehe damit eine der modernsten und größten Batteriefabriken Europas.

Künftig sollen in Kamenz Lithium-Ionen Batterien für alle elektrifizierten Fahrzeuge von Mercedes-Benz und Smart gefertigt – vom Plug-in-Hybrid bis zu den reinen Elektromodellen. Es werden außerdem Batterien für die stationären Mercedes-Benz Energiespeicher sowie für 48-Volt-Systeme produziert. Insgesamt investiert Daimler über eine Milliarde Euro in den Aufbau eines globalen Produktionsverbunds für Batteriesysteme.

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