Digitaler Autoschlüssel Das Smartphone öffnet das Auto und startet den Motor

Redakteur: Hendrik Härter

Der Smartphone-basierte Autoschlüssel von Hella sperrt das Auto auf und startet den Motor – dabei muss man das Smartphone nicht in die Hand nehmen. Was steckt hinter der Technik?

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Hella hat eine Technik entwickelt, die auf UWB-basiert, um Fahrzeuge zu öffnen und den Motor zu starten. Dabei muss das Smartphone nicht in die Hand genommen werden.
Hella hat eine Technik entwickelt, die auf UWB-basiert, um Fahrzeuge zu öffnen und den Motor zu starten. Dabei muss das Smartphone nicht in die Hand genommen werden.
(Bild: Hella)

Das Auto schnell und bequem mit dem Smartphone öffnen und sogar den Motor starten? Mit dem von Hella entwickelten Smart Car Access wird das möglich. Das System beruht auf der sogenannten Ultrawideband-Technik (UWB), einer sicheren Funktechnik für kurze Distanzen.

Zum Öffnen des Fahrzeugs muss der Fahrer weder einen klassischen Funkschlüssel noch das Smartphone in die Hand nehmen. Ab einer Distanz von 50 Metern wird das Endgerät automatisch durch das Fahrzeug erkannt. Sobald sich der Fahrer dem Auto bis auf zwei Meter nähert, wird es entriegelt. Der Motor lässt sich erst starten, wenn sich das Smartphone im Inneren des Fahrzeugs befindet.

Personalisierte Funktionen

Laut Hella lassen sich mit dem Smart Car Access verschiedene Zugangsberechtigungen zum Fahrzeug digital verwalten und teilen. Das ist beispielsweise für Carsharing-Angebote oder Fuhrpark-Betreiber interessant. Um zusätzliche Komfort-Funktionen zu aktivieren und Funktionen zu individualisieren, wie für Welcome- und Innenraumbeleuchtung, lassen sich personalisierbare Informationen im Smartphone hinterlegen.

Hintergrund: Ultrawideband-Technik

UWB nutzt einen Frequenzbereich von 3,1 bis 10,6 GHz bei einer geradlinigen Ausbreitungsgeschwindigkeit von 0,3 m/ns. Die maximale Reichweite beträgt 200 m bei einer maximalen Datenrate von 480 MBit/s. Nutzbare Reichweite liegt zwischen 10 bis 200 m, abhängig vom Anwendungsfall. Es kommt zu keinen Interferenzen mit WLAN- und ISM-Kanälen.

Die Ultrawideband-Technik wird bereits von Smarthone-Herstellern wie Apple und Samsung in ihren aktuellen Modellen verwendet. Die Funktechnik ist nicht nur präzise, sondern sie lässt sich sehr genau orten, und verhindert zusätzlich die Gefahr von Relais-Attacken, also das unbefugte Öffnen eines Fahrzeugs durch Funkverlängerung. Zugleich ist mit UWB keine zusätzliche App notwendig und sie bleibt auch in Situationen ohne Netz- oder Internetverbindung weiter funktionstüchtig.

Die UWB-Technik für den Fahrzeugzugriff ist bereits in das Volumenfahrzeug eines deutschen Automobilherstellers integriert. Außerdem hat der ADAC die Sicherheit der UWB-Technik von Hella in einem unabhängigen Test bestätigt.

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